Tour de France 2026: Tadej Pogacar konkurrenzlos - Jonas Vingegaard klare Nummer zwei - drei Dinge, die auffielen

Die große Pyrenäen-Etappe über den Col d'Aspin und den Col du Tourmalet rückte schon auf der 6. Etappe der Tour de France die Machtverhältnisse klar zurecht. Tadej Pogacar (UAE Emirates-XRG) schwebt in eigenen Sphären - mehr als zweieinhalb Minuten nahm er seinen Verfolgern ab, auch Jonas Vingegaard. Der Visma-Profi etablierte sich aber als klare Nummer zwei. Drei Dinge, die auffielen.

Highlights: Bergankunft klärt Kräfteverhältnisse - Drama um Gelb

Quelle: Eurosport

Die Gesamtwertung der Frankreich-Rundfahrt sieht nach sechs Etappen bereits aus wie sonst zumeist erst in der dritten Woche.
Der Grund dafür heißt Tadej Pogacar. 4,5 Kilometer vor dem Gipfel des Tourmalet ließ er alle Konkurrenten stehen und baute seinen Vorsprung bis ins Ziel nach Gavarnie-Gedre 42,5 Kilometer später weiter aus.
Auch Vingegaard hatte seinem großen Rivalen bei dessen Tempoverschärfung nichts entgegenzusetzen, hielt sich aber bis zum höchsten Punkt des HC-Anstiegs in Reichweite. Erst in der Abfahrt und auf dem ansteigenden Weg ins Ziel ging die Lücke auf schließlich 2:38 Minuten auf.
Damit etablierte er sich - wieder einmal - als klare Nummer zwei hinter Pogacar, der auch das Gelbe Trikot von Pechvogel Torstein Traeen wieder übernahm. Für die Verfolger bleibt wohl nur der Kampf um den letzten Podiumsplatz.
Drei Dinge, die auf der 6. Etappe auffielen:
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Pogacar gnadenlos! Vingegaard und Co. kassieren fast drei Minuten

Quelle: Eurosport

1. Pogacar liefert nächste Show - Rekorde inklusive

"Es war ein perfekter Tag", sagte Pogacar über seinen dominanten Auftritt in den Pyrenäen. Dem ist wenig hinzuzufügen. Der beste Fahrer weiß das beste Team an seiner Seite - und beide zeigten ihre Qualitäten eindrucksvoll.
Eine Fluchtgruppe hatte nie den Hauch einer Chance. Florian Vermeersch und Nils Politt übernahmen die Tempokontrolle am Col d'Aspin, am Tourmalet dann nacheinander Tim Wellens, Felix Großschartner, Brandon McNulty, Adam Yates und schließlich Isaac Del Toro. Das Gelbe Trikot war dann schon lange nicht mehr zu sehen, die Gruppe der Favoriten wurde mehr und mehr ausgedünnt.
Es bereitete die Bühne für die erwartete Pogi-Show. Und der lieferte, ganz nach seiner Art auch mit einem neuen Rekord. 43:12 Minuten benötigte er für die Kletterpartie auf den meistbefahrenen Pass der Tour-Geschichte. Der bisherige Rekord stand bei 45:35 Minuten - gehalten von Pogacar und Vingegaard aus dem Jahr 2023.
Schade fand der Dominator nur, dass ihn Del Toro nicht noch länger begleiten konnte. UAE kann sich die Spielchen angesichts des Vorsprungs schon fast leisten.
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UAE-Attacke am Tourmalet! Pogacar und Del Toro lassen alle stehen

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2. Vingegaard ist die klare Nummer zwei

Der Konkurrenz blieb nur die Enttäuschung und der wenig hoffnungsvolle Blick auf den Kalender. Erst 6/21 Etappen sind gefahren, "es ist noch nicht vorbei", sagte Vingegaard.
Dass der Däne eine klare Niederlage einstecken musste, ist ihm und jedem anderen Beobachter der Etappe klar. Aber auch wenn sein Vorsprung auf die Verfolgergruppe im Ziel nur 19 Sekunden betrug, konnte er seinen Platz hinter Pogacar festigen.
Am Tourmalet war er für einen Moment auf sechs Sekunden am Slowenen dran, bis zum Gipfel wuchs der Abstand auf rund 30 Sekunden. Auf die direkten Verfolger hatte Vngegaard auf der Passhöhe eine Minute Vorsprung.
Dies gibt die Kräfteverhältnisse wohl klarer wieder als der Abstand im Ziel. Pogacar hatte ein - etwas gönnerhaftes - Lob für seinen Rivalen übrig: "Jonas war sehr clever, er ist sein Tempo gefahren und der Anstieg war nur etwas zu lang für ihn, sonst wäre er oben sehr nahe an mir dran gewesen - es war eine ganze Zeit richtig knapp zu ihm."
Zum 17. Mal beendeten Pogacar und Vingegaard eine Tour-Etappe als Erster und Zweiter - auch das ist ein einsamer Rekord. Der Däne hatte zuletzt allzu oft das Nachsehen, ein Duell bleibt es aber auch in den kommenden zweieinhalb Wochen.

3. Kapitänsentscheidung vertagt: RB-Duo kämpft ums Podium

Hinter den Superstars kamen acht Fahrer etwa zeitgleich an. Diese Fahrer kämpfen wohl auch um den verbleibenden Podiumsplatz in Paris - abzüglich Vingegaard-Helfer Sepp Kuss. Mit dabei ist das Red Bull-Bora-hansgrohe-Duo Remco Evenepoel und Florian Lipowitz.
Die Co-Kapitäne sind unterschiedliche Charaktere und zeigen unterschiedliche Stärken - das wurde auch auf der Etappe in den Pyrenäen klar ersichtlich. Der extrovertierte Evenepoel beschwerte sich über fehlende Helferdienste seines deutschen Teamkollegen, der ruhigere Lipowitz verwies auf seine Tempokontrolle am Tourmalet.
"Ich fahre vorne nicht mit, wenn ich Remco hinten habe", sagte er. Beim ersten richtig langen Anstieg der Tour zeigte sich, dass der Deutsche hier Vorteile gegenüber Evenepoel hat. Im recht flachen Schlussanstieg zeigte der Belgier seine Zeitfahrqualitäten und brachte die Gruppe noch in die Nähe von Vingegaard.
"Ich verstehe, dass Del Toro und Kuss nicht gefahren sind", wetterte der Zeitfahr-Weltmeister über die Gruppenkonstellation. "Lidl-Trek war zu Zweit da und die wollten nicht mitfahren. Ich habe gefragt: 'Was habt ihr zu verlieren?', wenn wir zusammenfahren, kriegen wir Jonas vielleicht noch."
Bei der Tour geht es um viel, auch wenn es "nur" Platz drei ist, wie Lipowitz im Ziel zugab. Auf die Zusammenarbeit innerhalb der Verfolger kann sich Evenepoel auch in Zukunft nicht verlassen.
Die Kapitänsfrage beim Raublinger Rennstall bleibt weiter ungeklärt. Die Stärken und Schwächen beider Fahrer wurden offenkundig, vielleicht kann das im Tour-Verlauf noch ein Erfolgsrezept sein. Aktuell hat der Belgier als Vierter der Gesamtwertung 30 Sekunden Vorsprung auf seinen Teamkollegen. Das Podium ist für beide in Reichweite.
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UAE bestimmt das Geschehen in den Pyrenäen

Quelle: Eurosport


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