Tour de France: Tom Dumoulin kritisiert Material von Jonas Vingegaard am Tourmalet - "das ist purer Kraftverlust"
VonJan Zesewitz
Update 11/07/2026 um 16:31 GMT+2 Uhr
Riesige 2:38 Minuten betrug der Rückstand von Jonas Vingegaard (Visma) im Ziel der 6. Etapep der Tour de France auf seinen großen Rivalen Tadej Pogacar (UAE). Eine wahrscheinliche Vorentscheidung bei der Frankreich-Rundfahrt nach der ersten großen Hochgebirgsetappe in den Pyrenäen. Spielte das Material eine Rolle? Der Giro-Gesamtsieger von 2017, Tom Dumoulin, kritisierte den Dänen für dessen Wahl.
Highlights: Bergankunft klärt Kräfteverhältnisse - Drama um Gelb
Quelle: Eurosport
"Jonas hat sich bewusst für ein Einfach-Kettenblatt vorne entschieden", beschrieb Dumoulin seine Beobachtung der Etappe nach Gavarnie-Gedre gegenüber "NOS". "Das bedeutet automatisch, dass man insgesamt nur elf oder zwölf Gänge zur Verfügung hat. Damit muss man also bei den steilsten Anstiegen, aber auch bei den schnellsten Abfahrten, wo man eigentlich einen sehr großen Gang fahren möchte, auskommen".
Der Niederländer zog das Fazit: "Ehrlich gesagt, erscheint mir das keine besonders sinnvolle Wahl."
Vingegaard entschied sich für die große Pyrenäen-Etappe für ein Setup des Visma-Ausrüsters Sram, bei dem vorne nur ein Kettenblatt, statt wie sonst üblich zwei verbaut werden. Das sorgt für eine geringfügige Gewichtsersparnis und weniger Risiko, dass die Kette vorne herunterfallen könnte.
Gleichzeitig zwingt es den Fahrer, bergauf eine höhere Übersetzung zu fahren als mit einem zweiten kleineren Blatt vorne. Da das Einfach-Kettenblatt kleiner ist als das größere bei einer Zweifach-Ausrüstung, ist die maximale Übersetzung bei höheren Geschwindigkeiten wiederum geringer, Vingegaard konnte also bei Topspeed bergab nicht so lange treten und Kraft aufs Pedal bringen wie etwa Pogacar, der mit einer Zweifach-Ausstattung von Shimano unterwegs war.
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Jonas Vingegaard war bei der 6. Etappe der Tour de France mit einem Einfach-Antrieb unterwegs
Fotocredit: Getty Images
Gewichtsersparnis "kaum der Rede wert"
Der Hauptgrund für seinen großen Zeitverlust war diese Wahl natürlich nicht. Dumoulin fiel es dennoch auf. "Wir sprechen hier von vielleicht 40 bis 50 Gramm Gewichtsersparnis", sagte der Grand-Tour-Sieger. "Das ist kaum der Rede wert. Außerdem riskiert man dadurch pure Energieverschwendung. Da die Kette aufgrund des fehlenden zweiten Kettenblatts häufiger schräg läuft, entsteht zusätzliche Reibung. Das ist reiner Kraftverlust."
Das sehr datenbasiert arbeitende Visma-Team wird diese Ausstattung getestet haben, für Dumoulin überwiegen dennoch die Nachteile: "Es bleibt eine bemerkenswerte Wahl für einen der besten Fahrer der Welt", sagt Dumoulin. "Offenbar fühlt er sich damit wohl. Was auch immer seine genauen Überlegungen waren … Meiner Meinung nach überwiegen die Nachteile dieses Systems die minimale Gewichtsersparnis."
Vingegaard hielt den Rückstand am höchsten Punkt des Tourmalet bei rund 30 Sekunden, in der Abfahrt kam eine weitere Minute dazu und der Däne verlor bis zum Ziel weitere Zeit gegen den großen Dominator.
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Verrückte Fans & Vollgas-Abfahrt: Onboard am Tourmalet
Quelle: Eurosport
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