Tour de France: UAE-Teamwork bei Doppelsieg von Del Toro und Pogacar auf 2. Etappe begeistert Jan Ullrich: "Fantastisch"

Das Team UAE Emirates-XRG hat mit dem Doppelsieg auf der 2. Etappe der Tour de France 2026 für ein erstes Ausrufezeichen gesorgt. Topfavorit Tadej Pogacar überließ dabei seinem Teamkollegen Isaac del Toro den Etappensieg bei dessen erster Frankreich-Rundfahrt. Jan Ullrich zeigte sich vom Teamwork bei UAE begeistert und schwärmte im "Velo Club" bei Eurosport von der Selbstlosigkeit Pogacars.

"Fantastisch": Ullrich begeistert von UAE-Teamwork

Quelle: Eurosport

"Pogacar war der einzige, der nicht am Anschlag war im Finalsprint. Das war große Klasse, fantastisch! Das ist eine Leaderqualität, seinem Teamkollegen den Sieg zu überlassen", lobte Ullrich Pogacar im "Velo Club" bei Eurosport für dessen uneigennützige Geste.
Der amtierende Tour-Sieger war auf der 2. Etappe der Tour de France 2026 nach einem starken Antritt im Finale kurz davor, sich den Sieg zu sichern, entschied sich dann aber, del Toro, der unmittelbar vor ihm platziert war, den Erfolg zu überlassen. Im Ziel jubelten dann beide zusammen ausgelassen.
"Er sagt sich: Das zahlt del Toro mir zehnmal bei der Tour zurück. Den brauche ich noch, das ist mein bester Mann am Berg", führte er weiter aus.
Das sah auch Eurosport-Experte Rolf Aldag so. "Diese Größe zu zeigen, bei diesem Stress - da kriege ich einen Kloß im Hals. Das ist ein ganz besonderer Mensch. Da ist nicht nur die sportliche, sondern auch die menschliche Qualität. Das ist phänomenal", schwärmte der 57-Jährige.
"Den Sieg so abzugeben und dieses Auge zu haben, dass nicht doch noch einer von hinten kommt. Da ist ziemlich viel rausgeplatzt an Emotionen", ergänzte Robert Bengsch.

Ullrich und Aldag stellen UAE-Management Sonderlob aus

Damit hat UAE Emirates-XRG einmal mehr unter Beweis gestellt, wie gut die Teamchemie ist.
"Da stimmt es in der Mannschaft total. Das war seine erste Tour-Etappe auf der Straße - das Mannschaftszeitfahren mal rausgerechnet - und die gewinnt er gleich. Ich weiß nicht, wie viele das schon geschafft haben. Chapeau!", zollte Aldag Del Toro Respekt.
Bengschs Fazit lautete daher: "Was ich sogar noch krasser finde, ist, dass es UAE so hinbekommt, dass man alle Stars unter einen Hut bringt und dass der eine für den anderen funktioniert", lobte Bengsch.
"Wie Brandon McNulty heute gefahren ist, könnte er auch Etappen gewinnen. Ein Nils Politt, für den ist das gar keine Frage, der ordnet sich unter. Das musst du schaffen, und das ist die große Kunst in dieser Mannschaft", führte er weiter aus.
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UAE-Management verdient sich Sonderlob: "Das ist die große Kunst"

Quelle: Eurosport

Aldag über Ayuso-Aus bei UAE: "Super konsequent"

Doch das war selbst beim Team aus den Vereinigten Arabischen Emiraten nicht immer der Fall.
Im vergangenen Jahr gab man während der Vuelta a España die vorzeitige Trennung von Top-Talent Juan Ayuso bekannt, nachdem der Spanier Ansprüche auf den Chefposten gestellt hatte und es obendrein interne Querelen gegeben haben soll.
"Ayuso hat ziemlich viel Unruhe reingebracht. Die Zusammenarbeit haben sie dann gleich beendet. Sie haben gleich gesehen, dass da ein Störfaktor ist, und das wollen sie nicht. Dadurch harmoniert das so gut", bilanzierte Ullrich.
"Das war einfach super konsequent. Du lässt jemanden, der mit 19 Jahren bei der Vuelta Dritter wird, gehen. Normalerweise sagt jedes Team: Wenn ich den haben kann, nehme ich ihn gerne - UAE sagt, du passt hier nicht rein, dann geh mal bitte", ergänzte Aldag.
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Isaac del Toro wird nach seinem Sieg von Tadej Pogacar getragen

Fotocredit: Getty Images

Del Toro "der nächste Pogacar"

Bengschs Fazit lautete daher: "Nur Geld zu haben und eine Mannschaft zusammenzustellen, funktioniert nicht. Du musst das unter einen Hut kriegen, und das klappt bei UAE besonders gut."
Die Zahlen belegen das: Im vergangenen Kalenderjahr holte das Team 86 Saisonsiege und stellte damit einen neuen Rekord auf.
"Das muss man Matxin (Joxean Fernández; Anm. d. Red.) und Mauro (Gianetti; Anm. d. Red.) lassen, wie sie das geformt haben über die Zeit und wie sie investieren", lobte Aldag und schwärmte weiter vom mexikanischen Etappensieger.
"Del Toro ist ja der nächste Pogacar. Den werden sie auch nicht verärgern wollen, sodass er das Team verlassen will, wenn sein Vertrag ausläuft. Es ist wichtig, ihm auch etwas zu geben, von so einem Fahrer kannst du nicht nur nehmen - und das war heute herausragend", bilanzierte der ehemalige Sportdirektor von Red Bull-Bora-hansgrohe.
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Sprint der Favoriten: Pogacar überlässt Del Toro den Sieg

Quelle: Eurosport

"Del Toro wird sich jetzt jeden Tag aufopfern"

Die Eurosport-Experten sind sich einig, dass Pogacars selbstlose Geste ihm und seinem Team am Ende des Tages bei seiner Jagd auf den 5. Tour-Sieg, womit er mit Jacques Anquetil, Eddy Merckx, Bernard Hinault und Miguel Indurain gleichziehen würde, selbst zugutekommen wird.
"Dass man Isaac del Toro die Freiheiten gibt, drei World-Tour-Rennen zu fahren - die er auch noch gewinnt - und jetzt den Erfolg von seinem Kapitän geschenkt bekommen hat, ist ein Statement. Er wird sich jetzt jeden Tag aufopfern", versicherte Bengsch abschließend.
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Tour-Strecke, 3. Etappe: Profil und Kurs der ersten Kletterprüfung

Quelle: Eurosport


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