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Vuelta a España - Remco Evenepoel schäumt vor Wut: Teamzeitfahren in Barcelona sorgt für herbe Kritik
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Publiziert 26/08/2023 um 23:14 GMT+2 Uhr
Der Auftakt in die Vuelta a España hat bei den Fahrern für herbe Kritik gesorgt. Große Dunkelheit im Teamzeitfahren am Samstagabend stellte die Teams in Barcelona vor erhebliche Probleme. Zahlreiche Sportler kamen zu Fall, das Ergebnis wurde auch wegen der schweren Bedingungen durcheinandergewürfelt. Titelverteidiger Remco Evenepoel und Co. wüteten nach der Auftaktetappe gegen die Veranstalter.
Fuchsteufelswild! Evenepoel tobt nach der Zieldurchfahrt
Quelle: Eurosport
Remco Evenepoel war außer sich. Direkt nach der Zieldurchfahrt schäumte der Titelverteidiger vor Wut, fuchtelte wie wild mit den Armen und deutete verständnislos in den dunklen Himmel über Barcelona. "Das ist lächerlich", wütete der 23-Jährige, nachdem er zum Stehen gekommen war und gestikulierte erzürnt in die TV-Kamera: "Es ist scheiße. Man sieht einen Dreck!"
Besänftigten lassen wollte sich der Titelverteidiger nicht. "Was beruhigen? Wenn man nichts sagt, ändert sich nichts", wurde Evenepoel deutlich.
Die Wut des Vorjahressiegers richtete sich gegen die Organisatoren der 78. Vuelta a España. Denn das Teamzeitfahren auf der ersten Etappe in Barcelona war von schwierigen Bedingungen geprägt worden. Starker Regen bei zunehmender Dunkelheit stellte die Fahrer zum Start in die Spanien-Rundfahrt vor erhebliche Probleme.
Als Evenepoel mit seinem Team Soudal-Quick Step erst um kurz nach 20:35 Uhr Ortszeit über die Ziellinie schoss, war es am Mittelmeer bereits stockfinster. Eine Gefahr für die Athleten.
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Evenepoel schimpft gegen Organisatoren: "Es ist lächerlich"
Quelle: Eurosport
"Sie hätten wissen können, dass es am Abend dunkel wird", ärgerte sich Evenepoel Minuten nach seiner Zieldurchfahrt im Interview und zeigte kein Verständnis für die späte Ausrichtung: "Man hat den ganzen Tag Zeit, um ein Teamzeitfahren durchzuführen. Aber wir müssen den kompletten Tag warten, obwohl es da noch trocken war."
Evenepoel poltert: "Es ist einfach verrückt"
Auch Eurosport-Experte Robert Bengsch hatte die Verhältnisse im Live-Kommentar kritisiert: "Mit diesen Witterungsbedingungen hätte man aus Veranstaltersicht auch rechnen können."
Erst um 18:55 Uhr hatte der spanische Zweitdivisionär Caja Rural die Auftaktetappe der Spanien-Rundfahrt eröffnet. Soudal-Quick Step um Evenepoel ging um 20:19 Uhr als letzter Rennstall auf die Strecke durch das Zentrum der katalanischen Metropole.
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Jumbo-Visma verliert beim Auftakt erheblich Zeit
Fotocredit: Getty Images
"Die Organisatoren müssen wissen, dass es gefährlich ist. Sie sollten auf die Sicherheit achten. Es ist eine Schande", schimpfte der belgische Superstar, der betonte, dass sich die Kritik nicht auf den Start unter Regenbedingungen, sondern die Dämmerung bezog: "Es ist einfach verrückt, dass sie uns bei so einer Dunkelheit fahren lassen."
Bedingungen beeinflussen Gesamtwertung
Noch deutlichere Worte fand Teamkollege Louis Vervaeke. "Wir waren wie Affen im Zoo", machte er im Ziel deutlich und schilderte die Gegebenheiten auf der Strecke. "Man konnte das Wasser auf der Straße nicht sehen, das Benzin, die Linien, fast nichts", sagte der 29-Jährige und gestand, dass die Fahrer "Angst" vor der Dunkelheit hatten.
Auch daher vermieden insbesondere die Top-Fahrer ein hohes Risiko - mit Auswirkungen auf das sportliche Ergebnis. "Es beeinflusst alle", erklärte Evenepoel: "Alle Klassement-Teams sind total langsam gefahren, weil man nichts sehen und nicht mit 100 Prozent fahren konnte."
Der britische Ineos-Grenadiers-Kapitän Geraint Thomas hatte sein Team vor dem Start angewiesen, in den Kurven auf die Bremse zu treten und nur auf den geraden Stücken Tempo zu machen, wie er im Eurosport-Interview verriet.
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Thomas: "Wollten in den Kurven locker machen"
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Evenepoel holt Vorsprung auf Top-Duo
Das favorisierte Jumbo-Visma-Team mit Jonas Vingegaard und Primoz Roglic ließ ebenfalls Vorsicht walten und kassierte einen Rückstand von 32 Sekunden auf Überraschungssieger Team DSM-Firmenich, das von der frühen Startzeit (18:59 Uhr) profitierte.
Auf Klassement-Rivale Enric Mas, der mit seinem Movistar-Team zeitgleich Zweiter wurde, verlor das Top-Duo also erheblich Zeit. "Mas holt eine halbe Minute auf Roglic", sagte Bengsch: "Damit hätte man unter normalen Bedingungen niemals gerechnet."
Im Vordergrund stand für die Niederländer aber ohnehin die Gesundheit ihrer Teammitglieder. Auf Twitter/X schrieb Jumbo-Visma: "Zum Glück haben alle unsere Fahrer die Ziellinie sicher überquert."
Auch Evenepoel, dessen Mannschaft mit nur sechs Sekunden Rückstand über die Ziellinie rollte, fuhr einen klaren Vorsprung auf Roglic und Vingegaard heraus. "Das ist die gute Nachricht heute", sagte Evenepoel beinahe beiläufig.
Ineos-Fahrer muss Vuelta aufgeben
Viel mehr Positives gab es am Samstagabend aber nicht zu berichten - im Gegenteil: Zahlreiche Fahrer kamen bei den Bedingungen zu Fall, unter anderem Thomas' Ineos-Kollege Laurens de Plus, der schon kurz nach dem Start stürzte.
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Highlights: Jumbo verliert Zeit bei Kontroverse in Barcelona
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"Das ist eine große Schande. Einige sind dadurch noch nervöser geworden. Es war eine der Fahrten, bei denen man nicht das Gefühl hatte, dass wir in einen Rhythmus gekommen sind", sagte Thomas und merkte ironisch an: "Eine tolle Art zu starten."
Am Abend verkündete das britische Team, dass de Plus die Rundfahrt aufgeben muss. Die Vuelta hat schon am ersten Tag die erste große Kontroverse.
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