Vuelta 2024: Primoz Roglic reagiert auf Zeitstrafe - und hat den Rekordsieg vor der Schlusswoche weiter im Visier
Primoz Roglic hätte seinen Pressetermin am zweiten Vuelta-Ruhetag zu gerne als Spitzenreiter der Spanien-Rundfahrt bestritten. Doch noch konnte er den Rückstand in der Gesamtwertung gegenüber Ben O'Connor nicht komplett wettmachen. Der Australier wehrt sich mit viel Kampfgeist, während der Red-Bull-Kapitän eine Zeitstrafe kassierte, die den Großteil des am Sonntag aufgeholten Rückstands auffraß.
Zeitstrafe! Roglic zu lange im Windschatten des Teamautos
Quelle: Eurosport
"Ich kann nichts an der Strafe ändern, ob ich sie nun für richtig halte oder nicht", nahm Roglic die Entscheidung der Rennjury zumindest äußerlich ungerührt zur Kenntnis. "Sie haben mir zwanzig zusätzliche Sekunden aufgebrummt, die ich aufholen muss. Das gefällt mir nicht - aber ok, ich muss damit klarkommen."
Zu lange und zu offensichtlich war Roglic nach seinem geplanten Wechsel auf die Spezialmaschine vor dem Schlussanstieg der 15. Etappe im Windschatten des Mannschaftswagens gefahren und hatte sich so wieder ans Feld heranbringen lassen.
Die Konsequenz: Zeit-, Geld- und Punktstrafen für ihn, die Teamkollegen Roger Adria und Daniel Felipe Martínez sowie Shane Archbold als Sportlichem Leiter.
Tour de France
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vor 13 Stunden
"Rückblickend haben wir mehr verloren als gewonnen", nahm Roglic es mit einem Tag Abstand schon wieder mit Humor. Zwar habe das Bergrad ihm durch ideale Übersetzungen Vorteile an den bis zu 24 Prozent steilen Rampen des Cuitu Negru gebracht, doch er "würde es nicht noch einmal machen, denn es hat mich viel mehr gekostet, als es gebracht hat".
Roglic auf Rekordjagd bei Vuelta
Am Dienstag geht es direkt mit der nächsten schweren Bergankunft bei der Vuelta weiter, der berühmte Anstieg zu den Lagos de Covadonga (ab 15:30 Uhr im Liveticker) bietet eine hervorragende Gelegenheit, wieder ein Stück des Rückstands in der Gesamtwertung abzuknabbern - oder gar das Rote Trikot zu erobern.
An die Schlusssteigung der höchsten Kategorie hat Roglic beste Erinnerungen: Genau dort übernahm er 2021 mit einem Solo-Sieg die Vuelta-Führung und gab sie bei seinem bislang letzten Gesamterfolg in Spanien nicht mehr ab.
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Quelle: Eurosport
Überhaupt bietet die schwere Schlusswoche mit weiteren Bergankünften und dem abschließenden Zeitfahren in Madrid dem 34-Jährigen viele Steilvorlagen für den Sprung an die Spitze. Sollte der vierte Gesamtsieg gelingen - auf den er im Vorjahr nach einem denkwürdigen Dreikampf beim Jumbo-Team noch verzichtet hatte - würde Roglic damit Rekordsieger der Rundfahrt neben Roberto Heras aus Spanien.
Doch seine Konkurrenz im Kampf um das "maillot rojo" will der Dreifach-Triumphator keinesfalls unterschätzen. Allen voran O'Connor, der schon mehrfach geschlagen schien, dann aber wieder auftrumpfte. "Es ist schwer vorherzusagen, er ist auf jeden Fall in toller Form", lobte Roglic den Rivalen und erinnerte an dessen Sprung an die Spitze auf der 6. Etappe: "Er ist uns einfach allen mit einer unglaublichen Leistung davongefahren!"
In der Zwischenbilanz liege man "besser als noch vor einer Woche", konstatiert der Zeitfahr-Olympiasieger von Tokio, "aber es bleibt noch viel zu tun". Diese Vuelta habe schon etliche Überraschungen bereitgehalten, gibt der Routinier zu bedenken: "Manchmal holt man mehr Zeit heraus, als man dachte - manchmal verliert man mehr als gedacht."
Vuelta: Nicht nur Roglic träumt von Rot
Und auch den Rückspiegel darf der Giro-Sieger des Vorjahres nicht aus dem Blick lassen: Enric Mas zeigte sich am Berg schon mehrfach als teilweise stärkster Kletterer des Rennens und liegt nur etwas mehr als eine Minute hinter dem Spitzenduo auf Rang drei. Daneben sind Richard Carapaz und Mikel Landa ebenfalls noch in absoluter Schlagdistanz für einen Podiumsplatz.
Roglic kann die ausstehenden sechs Etappen in jedem Fall kaum erwarten. Seine Taktik dafür? "Wir müssen einfach bis Sonntag unser Bestes geben!"
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Cycling - Vuelta 2024 - Stage 16 Profile - Luanco - Lagos de Cavadonga
Quelle: Eurosport
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