Vuelta a España - Jonas Vingegaard vor entscheidenden Etappen im Überlebens- statt Angriffsmodus: "Nicht in Bestform"

Jonas Vingegaard verteidigt auch auf der 17. Etappe der Vuelta a España hinauf zum Alto de el Morredero das Rote Trikot, kann aber erneut keine eigene Attacke setzen. Weil er nicht muss - oder nicht kann? Die Aussagen des Dänen und seines sportlichen Leiters Grischa Niermann lassen eher auf Zweiteres schließen. Vingegaard schaltet vom Angriffs- in den Überlebensmodus. Aber reicht das bis Madrid?

Pellizzari trotzt dem Wind - Vingegaard kämpft, aber baut aus

Quelle: Eurosport

Das Rote Trikot verteidigt, auf den ärgsten Konkurrenten zwei Sekunden gutgemacht: Auf dem Papier liest sich der Ausgang der 17. Vuelta-Etappe für Jonas Vingegaard (Visma-Lease a Bike) wie ein voller Erfolg.
Die Performance des Dänen am Schlussanstieg und sein Gesicht im Zielbereich auf dem windigen Alto de el Morredero sprachen jedoch eine andere Sprache.
"Ich hatte keinen sehr guten Tag, aber ich habe es überstanden", gab Vingegaard, der als Vierter mit 20 Sekunden Rückstand auf Tagessieger Giulio Pellizzari (Red Bull-Bora-hansgrohe) über die Ziellinie gerollt war, am Eurosport-Mikrofon zu Protokoll: "Diese Tage muss man eben überstehen und wenn das ohne Zeitverlust klappt, ist es ein Erfolg."
Von der Dominanz, die Vingegaard in der Vergangenheit bei großen Rundfahrten oft zur Schau gestellt hatte, fehlte jede Spur.

Vingegaard von Dominanz früherer Tage weit entfernt

Der Gesamtführende ließ sich zwar im Finale von der Spitzengruppe - bestehend aus Pellizzari, Tom Pidcock (Q36.5 Pro Cycling Team), Jai Hindley (Red Bull-Bora-hansgrohe) und João Almeida (UAE Team Emirates-XRG) - nicht abhängen, konnte aber selbst keine Attacke setzen. Obwohl sich sein Team genau das gewünscht hätte.
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Pellizzari erlöst Red Bull und feiert Siegpremiere

Quelle: Eurosport

"Der Plan war, die Etappe zu gewinnen", sagte Vingegaards Edelhelfer Matteo Jorgenson: "Wir wissen nicht, wie viele Chancen wir noch bekommen."
Das bestätigte auch Vismas Sportlicher Leiter Grischa Niermann. "Aber letztendlich sprechen die Beine. Und Jonas hatte heute nicht die allerbesten", so der 49-Jährige: "Deswegen musste er es am Schlussanstieg defensiv angehen."
Die letzte Attacke des zweifachen Tour-Siegers liegt mittlerweile fast zwei Wochen zurück. Auf der 9. Etappe setzte sich Vingegaard im Regen von seinen Konkurrenten ab und siegte als Solist. Seither ist er im Verwaltungsmodus. Weil er nicht angreifen muss - oder nicht kann?

Vingegaard kränkelt: "Sicher nicht in Bestform"

Vingegaard hatte bereits im Vorfeld der 16. Etappe am Dienstag zugegeben, seit einigen Tagen an Halsschmerzen zu leiden. Auch einen Tag später habe er sich "nicht hundertprozentig fit gefühlt, aber ich habe getan, was nötig war."
Der Skandinavier sei "im Moment sicher nicht in Bestform", meinte auch Niermann: "Sonst wäre das ein guter Tag gewesen, um sich von allen abzusetzen. Aber wir nehmen es so, wie es ist."
Vingegaards Glück: Auch sein ärgster Verfolger Almeida, der in der Gesamtwertung nur 50 Sekunden zurückliegt, macht aktuell nicht den frischesten Eindruck. "Jonas hat nicht super ausgesehen, aber ich auch nicht. Ich glaube, wir sitzen alle im gleichen Boot", gab der 27-jährige Portugiese zu.
Pidcock und Hindley, die sich aktuell ebenfalls auf Augenhöhe mit Vingegaard präsentieren, liegen in der Gesamtwertung dagegen bereits 2:28 beziehungsweise 3:04 Minuten zurück.

Vingegaard: schlechte Erinnerungen an Vuelta-Zeitfahren

Bereits am Donnerstag wartet mit dem Einzelzeitfahren in Valladolid der nächste Prüfstein auf die Klassementfahrer. Allerdings in deutlich abgespeckter Form. Am Mittwochabend gaben die Veranstalter bekannt, dass der ursprünglich 27,2 Kilometer lange, flache Parcours auf 12,2 km gekürzt wird, weshalb keine zu großen Zeitunterschiede entstehen dürften.
Grund dafür sind die anhaltenden und auch für die Etappe am Donnerstag wieder zu erwartenden Proteste pro-palästinensischer Demonstranten gegen die Anwesenheit des Teams Israel-Premier Tech bei der Spanien-Rundfahrt.
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Vuelta-Strecke 18. Etappe: Kampf um Rot beim Einzelzeitfahren in Valladolid

Quelle: Eurosport

Visma ist dennoch gewarnt. "Wir rechnen nicht damit, morgen noch eine Minute auf Almeida gutzumachen. Wir hoffen aber, dass Jonas ein gutes Zeitfahren fährt, und dann sehen wir, wie es ausgeht", dämpfte Niermann die Erwartungen.
Vingegaard hat nicht die besten Erinnerungen an Valladolid. Bereits 2023 fand dort auf der 10. Etappe ein Zeitfahren statt, bei dem der Däne nur auf Platz zehn landete. "Das war damals nicht mein bester Tag", so der 28-Jährige: "Hoffentlich kann ich das jetzt ändern."
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Unfall am Berg: Motorrad liegt mitten auf der Strecke

Quelle: Eurosport


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