Tadej Pogacar und Remco Evenepoel in neuem Klassiker-Duell - doch beim Flèche Wallonne könnte wieder ein lachender Dritter jubeln

Nach dem Amstel Gold Race ist vor dem Flèche Wallonne: Tadej Pogacar, Remco Evenepoel und Co. starten heute in Runde zwei der großen Ardennen-Klassiker. Während Pogacar auf Revanche und seinen zweiten Sieg beim Wallonischen Pfeil nach 2023 aus ist, dürfen sich etliche heiße Außenseiter ebenfalls Hoffnungen machen - denn das Finale an der "Mur de Huy" erfordert ganz besondere Qualitäten.

Irres Finish: Skjelmose düpiert Superstars Evenepoel und Pogacar

Quelle: Eurosport

Heute steht mit dem Flèche Wallonne die zweite Herausforderung der Ardennen-Klassiker auf dem Programm (ab 12:45 Uhr live und on-demand bei discovery+ sowie im Liveticker).
Das Eintagesrennen wartet mit klangvollen Namen in seinem Teilnehmerfeld und einer Reihe von Sieganwärter auf, die über die absoluten Superstars hinausgeht.
Tadej Pogacar (UAE Team Emirates) und Remco Evenepoel (Soudal Quick-Step) scheinen auf dem Papier die haushohen Favoriten zu sein, doch daneben darf sich der ein oder andere Herausforderer aber durchaus ebenso Chancen ausrechnen - das sollte spätestens seit dem Krimi beim Amstel Gold Race am vergangenen Sonntag klar sein.
Insgesamt 205,1 Kilometer gibt es zwischen Ciney und Huy zu bewältigen, damit ist das Rennen deutlich kürzer als die ganz großen Klassiker, was in aller Regel den Favoritenkreis vergrößert - und sein Finale verlangt einen ganz speziellen Fahrertyp: Wer bezwingt die Konkurrenz am legendären Anstieg der Mauer von Huy?

Dreimal Leiden pur: Vorteil Pogacar?

Eine Verschnaufpause ist dem Peloton beim Wallonnischen Pfeil nicht vergönnt. Längere Flachabschnitte sucht man vergeblich, das stete Auf und Ab in den Ardennen wird darüber hinaus von einigen scharfen Anstiegen garniert.
Die Côte d’Ereffe (Länge: 2,1 km/Steigung: 5%), Côte de Cherave (1,3 km/8,1%) und die Mur de Huy (1,3 km/9,6%) werden dreimal befahren, das Finale steigt schließlich ebenso an der berüchtigten Mauer.
Der Schlussakt ist Pogacar wie auf den Leib geschneidert. Nimmt man den flachen Einstieg heraus, beläuft sich die durchschnittliche Steigung über knapp 900 Meter auf 11,6 Prozent, Rampen von bis zu 19 Prozent verlangen den Fahrern zusätzlich noch einmal alles ab.
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Unwiderstehlicher Antritt: Pogacar gewinnt auch Flèche Wallonne

Quelle: Eurosport

Die richtige Positionierung, die Explosivität im entscheidenden Moment und ein durchdachtes Energie-Management sind an der Mur de Huy gefragt. Mit Blick auf die spielerische Leichtigkeit, mit welcher Pogacar derartige Anstiege bereits in der jüngeren Vergangenheit bewältigte, ist der slowenische Superstar der natürliche Favorit auf seinen zweiten Sieg nach 2023.

Evenepoel, Skjelmose - oder doch Nys?

Doch auch Evenepoel reist mit breiter Brust zum Wallonischen Pfeil. "Ich hatte das Gefühl, dass ich an den Anstiegen der Stärkste war", resümierte er nach seinem dritten Rang beim Amstel Gold Race.
Der Olympiasieger aus Belgien besticht seit seinem Comeback nach einer komplexen Schulterverletzung mit seiner Form, das kurze und knackige Finale bergauf spielt ihm aber nicht so perfekt in die Karten wie dem Weltmeister aus Slowenien - doch unterschätzen darf ihn niemand.
Nach seinem famosen Triumph in Limburg steht natürlich auch der Name von Mattias Skjelmose (Lidl-Trek) ganz weit oben auf der Liste der Favoriten. Mit dem Wallonischen Pfeil verbindet den Dänen eine besondere Geschichte: 2023 landete er bereits als Zweiter hinter Sieger Pogacar auf dem Podium, ein Jahr später musste er vor Kälte zitternd aufgeben und von einem Betreuer weggetragen werden.
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Schwere Schlussrunden: Kurs und Profil des Flèche Wallonne

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Der 24-Jährige nahm sich im Vorfeld aber selbst aus dem Fokus und stellte seinen Teamkollegen Thibau Nys ins Rampenlicht. "Wenn jemand Tadej an der Mur de Huy schlagen kann, dann ist es Thibau", unterstrich er nach dem Amstel Gold Race. "Wenn er in Form ist, ist er unser Mann. Wir fahren, um zu gewinnen. Und Nys ist der einzige im Feld, den ich dort vor Tadej sehe."
Der Youngster von Lidl-Trek versprach nach Platz zwölf in Limburg jedenfalls eine persönliche Steigerung. "Mit meiner Leistung bin ich zufrieden, sie war gut. Und ich denke, dass ich am Mittwoch beim Flèche Wallonne besser sein werde", wurde er von "Radsport-News" zitiert.
Beim GP Miguel Indurain siegte der Cross-Spezialist Anfang April souverän nach einem Antritt an einer der Mur vergleichbaren steilen Rampe:
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Erstes Rennen, erster Sieg; Nys schreibt Geschichte in Spanien

Quelle: Eurosport

Aus einem bestimmten Kindheitstraum zieht Nys zusätzliche Motivation. "Bevor ich überhaupt an eine Karriere gedacht habe, hatte ich immer das Gefühl: Wenn es ein Rennen gibt, bei dem ich eine Chance auf den Sieg haben könnte, dann ist es Flèche", meinte er in einem Interview seines Teams.

Alaphilippe und Pidcock mit Außenseiter-Chancen

Nicht zu vergessen ist der dreimalige Champion beim Wallonischen Pfeil - Julian Alaphilippe (Tudor Pro Cycling Team).
Beim Amstel Gold Race reichte es für den 32-Jährigen zwar nur zum 20. Rang, seiner harten Attacke am Gulperberg konnte jedoch nur Pogacar folgen. Ein ebenso energischer Angriff an der Mur de Huy könnte dem Franzosen einen weiteren Sieg beim Klassiker einbringen.
Auch mit Tom Pidcock (Q36.5 Pro Cycling) muss man bei den Ardennen-Klassikern rechnen. Beim Flèche Wallonne ging es für den Mountainbike- und Cross-Spezialisten noch nicht über den sechsten Platz hinaus, doch mit seinen herausragenden Qualitäten in steilstem Gelände gilt der 25-jährige Brite als einer der logischen Anwärter auf das Podest.
An einem Anstieg wie an der Mur de Huy brilliert hat in dieser Saison bereits Lenny Martinez von Bahrain Victorious. Der Franzose wuchs auf der 5. Etappe von Paris-Nizza über sich hinaus und düpierte mit einem furiosen Kletter-Finish dort die komplette Konkurrenz.
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Martinez düpiert Favoriten - Vingegaard abgeschlagen

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Ob Pogacar, Evenepoel, Skjelmose oder doch ein unerwarteter Name wie Nys oder Martinez - der Sieger beim Wallonischen Pfeil wird sich gegen stärkste Konkurrenz durchgesetzt haben.
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Evenepoel verrät: Sturz hat mich wohl den Sieg gekostet

Quelle: Eurosport


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