Rad-WM: Frankreich-Coach Thomas Voeckler fordert Tadej Pogacar: "Man hält mich vielleicht für einen Idiot, aber ..."
VonJan Zesewitz
Update 27/09/2025 um 21:32 GMT+2 Uhr
Thomas Voeckler schickt als Cheftrainer der französischen Nationalmannschaft acht Fahrer in das Straßenrennen der Männer bei der WM in Kigali. Angeführt werden die Franzosen vom zweifachen Weltmeister Julian Alaphilippe und von Youngster Paul Seixas. Im Interview mit Eurosport erklärte der Ex-Profi sein Aufgebot und gibt sich auch Richtung des großen Topfavoriten Tadej Pogacar angriffslustig.
Highlights: Alaphilippe düpiert die Konkurrenz um Pogacar in Québec
Quelle: Eurosport
"Man hält mich vielleicht für einen Idiot, aber wir werden versuchen, Weltmeister zu werden", sagte Voeckler bei Eurosport Frankreich.
Eine Ansage in Richtung Pogacar, der als alles überragender Topfavorit auf die anspruchsvolle, mehr als 5000 Höhenmeter aufweisende Strecke rund um die Hauptstadt Ruandas geht.
Kapitän Julian Alaphilippe bewies zuletzt in Kanada seine starke Form: Er gewann den Grand Prix von Quebec - sein erster Sieg seit mehr als einem Jahr. Rechtzeitig zur WM scheint er wieder in Topform zu sein.
Voeckler ist durchaus Realist, im direkten Duell gegen Pogacar im Finale des Rennens sieht er seine Fahrer nicht vorne. Der als Fahrer wie Auswahlcoach für seine taktische Cleverness bekannte Franzose setzt darauf, dass seine Mannschaft "an die Möglichkeit glaubt, vielleicht ist sie auch nicht einmal ein Prozent groß", dass sie für eine Überraschung sorgen kann. Unmöglich ist das tatsächlich nicht, wie die WM-Sensation im Frauenrennen bewies.
"Wir werden versuchen, Weltmeister zu werden", betonte Voeckler daher gleich mehrfach und machte auch klar, dass er bereits einen klaren Plan habe, wann man etwas versuchen werde. Seine Herangehensweise sei, lieber am Ende abgeschlagen zu landen, aber davor alles versucht zu haben.
Seixas ist Frankreichs Trumpf für die Zukunft
Ein Trumpf könnte dabei Youngster Paul Seixas sein. Der während der WM 19 Jahre alt gewordene Profi vom Team Decathlon-AG2R gilt als eines der größten Talente der Grande Nation seit Jahrzehnten und wird als zukünftiger Tour-Sieger aufgebaut. "Ich zähle auf ihn, ich weiß, was ich von ihm erwarte. Wir müssen an die Zukunft denken, die Julians werden nicht ewig da sein", sagte Voeckler über das generationen-übergreifende Aufgebot Frankreichs.
Ist eine Elite-WM vielleicht zu viel für einen so jungen Fahrer? "Wir alle dachten, Radsport sei ein Sport, in dem man erst später reift: mit 27 bis 32 Jahren", erklärte der Trainer. "Wir haben verstanden, dass das nicht mehr stimmt. Ich bin überzeugt, dass eine WM einen 19-Jährigen nicht ausbrennt. Paul Seixas ist für mich ein Fahrer wie jeder andere, aber mit einem Talent, das wir in Frankreich bisher nicht kannten."
Der junge Franzose gewann zuletzt die Tour de l'Avenir, die Tour de France für Nachwuchsfahrer und wurde im Juni Achter beim Critérium du Dauphiné - was noch nie einem Fahrer seinen Alters gelang.
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WM-Strecke: Profil und Kurs in Kigali - 267 Km auf dem Weg zu Gold
Quelle: Eurosport
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