"Im Endeffekt kann man mit der Bronzemedaille ganz zufrieden sein", sagte Wellbrock. Zwischendrin habe er "ein paar taktische Fehler" gemacht. Nach seiner langen Führungsarbeit habe er sich "blöderweise nach hinten fallen lassen, was kurz vor Schluss nicht so clever war."
Für Heimtrainer Bernd Berkhahn zeigte der 23-Jährige in der entscheidenden Phase "ein bisschen zu wenig Gegenwehr." Am Ende habe sein Schützling sich aber wieder freischwimmen können, "das hat er stark gemacht."
Doch Wellbrocks Dauerrivale Gregorio Paltrinieri, der schon über 5 km triumphiert hatte, war jedoch deutlich stärker. Der Italiener schwamm ein taktisch hervorragendes Rennen und distanzierte Wellbrock am Ende klar um 11,4 Sekunden. Beim Anschlag hatte Wellbrock auch noch gegenüber dem Olympia-Dritten Marc-Antoine Olivier (Frankreich) knapp das Nachsehen. Wellbrocks Magdeburger Teamkollege Rob Muffels wurde 13. hinter Oliver Klemet.
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EM in Budapest: Wellbrock mit Fokus auf Olympia

Wellbrock hatte zu Beginn die Initiative ergriffen. Mit seinen ruhigen und kräfteschonenden Armzügen diktierte der Magdeburger früh das Tempo und hielt sich aus dem größten Getümmel heraus. Seine Rivalen lauerten meist im Windschatten - und fuhren auf der letzten Runde mit Erfolg Attacke.
Wellbrock schwamm diesmal im Neoprenanzug, nachdem er am Tag zuvor über die halbe Distanz darauf verzichtet hatte. Ohne die schützende und auftriebgebende Wirkung des Neoprenanzugs war er nur auf Platz neun gelandet - doch das war einkalkuliert. Wellbrock wollte vor Olympia in Tokio, wo Wassertemperaturen um die 30 Grad erwartet werden, unbedingt noch einmal in einem ärmellosen Open-Water-Anzug schwimmen.
Die Ergebnisse in Budapest will Wellbrock daher ohnehin "nicht auf die Goldwaage" legen. "Alles ist auf Olympia ausgerichtet", betonte Wellbrock. Sollte er ohne EM-Titel nach Hause fahren, wäre das "kein Weltuntergang".

EM in Budapest: Wellbrock noch mit Gold-Chance im Team-Event

In Budapest bleibt Wellbrock noch eine Chance auf Gold, er startet auch im Team-Event am Samstag - sofern der Wettbewerb denn stattfindet. Die Temperaturen im Lupa-See sind wieder gesunken, die Regeln geben eine Mindestgrenze von 16,0 Grad vor. Am Freitag soll eine Entscheidung fallen.
Bei den Frauen landete Lea Boy im 10-km-Rennen auf Platz 16. Die 21-Jährige aus Würzburg konnte in den Kampf um die Medaillen wie erwartet nicht eingreifen. Gold sicherte sich wie schon über 5 km Olympiasiegerin Sharon van Rouwendaal, die seit August in Magdeburg trainiert.
Olympiastarterin Leonie Beck, die am Mittwoch über die halbe Distanz auf Rang fünf geschwommen war, hatte kurzfristig auf einen Start verzichtet. Die WM-Dritte klagte über Unwohlsein, eine Teilnahme am Team-Event ist aber nicht ausgeschlossen.
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(SID)

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