Ski Alpin - Eurosport-Experte Fritz Dopfer exklusiv: "Traue Romed Baumann in der Abfahrt alles zu"
Für Fritz Dopfer gehört Romed Baumann zu den heißen Eisen des Deutschen Skiverbandes im Olympia-Winter. "Sobald er die hundertprozentige Sicherheit in das, was er kann, hat, kann er ganz vorne mitfahren", schwärmt der ehemalige Slalom-Star im Exklusiv-Interview. Des Weiteren äußert sich der Eurosport-Experte zu den Erfolgen von Lena Dürr und den Plänen der FIS, den Skisport populärer zu machen.
Romed Baumann will in der Olympia-Saison noch einmal durchstarten
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Das Experten-Team von Eurosport für die Olympischen Winterspiele Peking 2022 erhält weiteren Zuwachs.
Ski-Alpin-Star Fritz Dopfer, Vize-Weltmeister im Slalom 2015, verstärkt das Team mit seiner Expertise und den noch frischen Eindrücken aus seiner aktiven Karriere.
Dopfer ist bereits im Weltcup on air und begleitet die Reise der Athleten zu Olympia am Eurosport-Mikrofon.
Fritz Dopfer feiert seine Premiere als Eurosport-Experte beim Weltcup der Herren in Beaver Creek, den er gemeinsam mit Guido Heuber kommentieren wird.
Das Interview führte Thomas Janz.
Lena Dürr fährt im Slalom mit zwei dritten Plätzen in Levi und Rang fünf in Killington in der Weltspitze mit. Worin sehen Sie die Gründe für ihre neue Stabilität, auch wenn die Saison noch jung ist?
Fritz Dopfer: Der Skirennsport ist extrem komplex. Es gibt viele Puzzleteile, die ineinandergreifen müssen, damit man als Rennfahrer oder Rennfahrerin erfolgreich sein kann. Aus der Ferne betrachtet gefällt es mir sehr gut, wie sie sich technisch weiterentwickelt hat. Lena hat an den Fehlern, die sie noch vergangenen Winter gemacht hat, gearbeitet und ist stabiler geworden. Offenbar passt auch das Material wieder mehr zu ihrer Fahrweise. Wenn sich dann noch zusätzlich die Erfolge einstellen und bereits die ersten Durchgänge erfolgreich absolviert werden, löst das die positiven Emotionen und Gefühle aus. Insgesamt waren es in dieser Saison schon sechs Läufe, in den sie durchgehend in den Top 5 zu finden war. Das sind optimale Voraussetzungen für die nächsten Rennen.
Dürr fährt seit zwölf Jahren im Weltcup. Hat sie nun auch im mentalen Bereich Ihre Ruhe und die Balance aus Attacke und bei sich zu bleiben gefunden?
Dopfer: Lena hat bereits 2013 einen Weltcupsieg gefeiert. Das muss man erst einmal erreichen. Das bedeutet gleichzeitig, dass sie die Qualität auf dem Ski immer in sich getragen hat. Oftmals ist es aber auch wichtig, diese Qualität auf dem Punkt abzurufen. Ein wesentlicher Faktor ist der mentale Bereich. Wenn man bei einem Slalomrennen am Start steht, muss man in Millisekunden Entscheidungen treffen, die sich positiv, aber auch negativ auswirken können. Trifft man am Saisonanfang vorwiegend gute Entscheidungen über einen ganzen Lauf hinweg, werden positive Emotionen ausgelöst, die zum Selbstläufer werden. Man vertraut sich selbst und schlägt in Grenzsituationen den richtigen Weg ein. Vor diesem Hintergrund spielt die mentale Komponente eine zentrale Rolle, die ein Garant für den derzeitigen Erfolg von Lena Dürr ist.
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Kira Weidle
Fotocredit: Getty Images
In der Abfahrt ist Kira Weidle das Aushängeschild des DSV. Was trauen Sie ihr in dieser Saison zu, auch der Starnbergerin fehlt nach drei Podestplätzen in ihrer Laufbahn im Weltcup noch der Sprung nach ganz oben?
Dopfer: Kira hat trotz ihres jungen Alters im Speedbereich in den letzten beiden Jahren extrem große Schritte nach vorne gemacht. Allein das weckt schon Hoffnungen für diese Saison und für die Zukunft. Sie steht sehr sauber und stabil auf dem Ski. Aus dieser Grundposition ist viel möglich. Parallel dazu hat sie sich im technischen Bereich weiterentwickelt. Deshalb traue ich ihr auch in dieser Saison sehr viel zu und bin davon überzeugt, dass sie die nächsten Schritte macht und ganz vorne mitfährt.
Romed Baumann ist das Ass des DSV in der Abfahrt in Abwesenheit von Thomas Dressen. Dem gebürtigen Österreicher haben in Lake Louise fünf Zehntel auf das Podium gefehlt. So auch ein paar Mal im vergangenen Winter. Kann der 35-Jährige noch einmal in die Phalanx von Matthias Mayer, Vincent Kriechmayr und Beat Feuz einbrechen?
Dopfer: Grundsätzlich traue ich Romed alles zu. Er ist ein überaus intelligenter und erfahrener Rennläufer, der sich und seine Fähigkeiten sehr klar und gut einschätzen kann. Sobald er die hundertprozentige Sicherheit in das, was er kann, hat, kann er ganz vorne mitfahren. Der Auftakt in Lake Louise löst in ihm viel Positives aus. Romed wird ein zentraler Baustein der starken DSV-Truppe sein, die das kommende Jahr prägen kann.
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Romed Baumann
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Pläne Monsterabfahrt vom Matterhorn, Weltcup in der Shopping Mall von Dubai. Was halten Sie von den Plänen der FIS, den alpinen Skisport populärer zu machen?
Dopfer: Es gibt immer wieder Diskussionen über die Thematik, wie man den Skirennsport noch attraktiver gestalten kann. Da gibt es aus meiner Sicht viele unterschiedliche Handlungsfelder, die zusammenpassen müssen. Allerdings muss auch klar sein, dass innerhalb des Skirennsports verschiedene Interessen und Zielstellungen bestenfalls unter einen Hut gebracht werden müssen. Ich bin jemand, der auf die Kontinuität in den Basisdisziplinen als zentralen Baustein des Ski-Weltcups zählt. Gleichzeitig ist der Parallelslalom, wenn er in einem moderaten Rahmen ausgetragen wird, durchaus zukunftsfähig. Ich sehe hier drei bis vier Events pro Saison, sinnvollerweise eingebettet in einen Weltcup-Kalender, der ausgewogen ist. Damit stärken wir die traditionellen Wurzeln sowie die modernen Kräfte und verringern die Distanz zwischen Fans und Athleten. Hier gibt es noch Möglichkeiten hinsichtlich des Modus' und der medialen Darstellung. Das Thema Storytelling und das Herausschälen der verschiedenen Charaktere der Athleten und Athletinnen sind wesentliche weitere Aspekte, die man in den Vordergrund stellen muss.
Wie steht es um die Vorbereitung der DSV-Slalom-Crew um Linus Strasser?
Dopfer: Die Slalom-Jungs waren zehn Tage in Schweden, haben sich dort vorbereitet und konnten vereinzelt Renntrainings simulieren. Linus & Co. haben gut trainiert und konnten gute Umfänge absolvieren. Das stimmt mich positiv, dass die Slalom-Herren weitere Schritte nach vorne machen. Speziell Julian Rauchfuss hat beim Parallelslalom in Lech sehr gute Ansätze gezeigt und mit Toni Tremmel rückt ein starker Läufer nach.
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"Sehr sauber": Dürr fährt nächstes Spitzenergebnis ein
Quelle: Eurosport
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