Impfstreit bei Österreichs Ski-Damen: Julia Scheib kritisiert Teamkollegin Franziska Gritsch wegen Impfverzicht

Die Impf-Diskussion hat auch die österreichischen alpinen Ski-Damen erreicht. Franziska Gritsch verweigert eine Coronaschutzimfpung. Ihre Teamkollegin Julia Scheib zeigt dafür wenig Verständnis, wie sie dem "Standard" erläuterte: "Wenn man unsicher ist, sollte man sich eine zweite Meinung einholen. Man sollte sich aufklären lassen. Aber nicht von einem Nachbarn, sondern von einem Experten."

Julia Scheib ist eine Befürworterin der Corona-Impfungen

Fotocredit: Imago

Kurz zuvor hatte Gritsch bei Instagram erklärt, weshalb sie sich im Moment nicht impfen lassen will: "Es ist und war für mich nicht die leichteste Entscheidung, aber wenn ich etwas aus meiner Vergangenheit gelernt habe, steh hinter dem, wovon du überzeugt bist."
Dadurch verpasste die 24-Jährige zuletzt auch die Rennen in Nordamerika, bei denen nur geimpfte Sportlerinnen antreten durften. Auch ihre Teilnahme an den Olympischen Spielen in Peking im Februar ist damit so gut wie ausgeschlossen.
Scheib selbst war im vergangenen Jahr an Corona erkrankt und litt trotz eines milden Verlaufs zwei Wochen lang an Rückenschmerzen und Atemproblemen.
Auch ihren Geruchs- und Geschmackssinn habe sie für rund sechs Wochen verloren. Daher ließ sie sich, sobald es möglich war, auch impfen.

Scheib: Vertraue auf Mediziner und Experten

Ihre Entscheidung erklärte sie in dem Interview wie folgt: "Wie im Sport vertraue ich auch hier auf jene Personen, deren jahrzehntelange Arbeit in diesem Gebiet für sich spricht und die mir nachvollziehbar auf Basis der aktuellen, gesicherten Erkenntnisse sagen: Die Impfung ist sicher. Sie wirkt. Und sie schützt - mich und andere."
Mit Blick auf die Aussage von Gritsch meinte sie: "Es gibt viele Lebenslagen, in denen man auf sein Herz hören sollte. Eine weltweite Pandemie gehört für mich nicht dazu. Wir leben in schwierigen Zeiten."
Die 23-Jährige erinnerte zudem an die schwierige Situation für das medizinische Personal: "Die Krankenhäuser gehen über, das Pflegepersonal rackert sich seit zwei Jahren ohne Pause ab. Es ist der reine Wahnsinn. Man muss an die Allgemeinheit denken." Sie wolle zwar "niemanden angreifen: nicht meine Kollegin, nicht die Ungeimpften". Aber: "Man sollte in diesen Tagen an das große Ganze denken. Verantwortung darf für einen Spitzensportler kein Fremdwort sein."
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Quelle: Eurosport

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