Skistars kämpfen gegen Airbag-Pflicht des Weltverbandes FIS - Angeblich 40 Ausnahmen vor erster Abfahrt beantragt
Publiziert 30/11/2024 um 16:25 GMT+1 Uhr
Im alpinen Skizirkus gilt ab dieser Saison in den Speed-Disziplinen Abfahrt und Super-G eine Airbagpflicht. Doch viele Sportlerinnen und Sportler sind von dem durch die FIS eingeführten Hilfsmittel nicht überzeugt. Wie der "Blick" berichtet, gibt es daher rund 40 Anträge für eine Ausnahmegenehmigung, um keinen Airbag tragen zu müssen. Alleine 16 soll der österreichische Skiverband beantragt haben.
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Quelle: Eurosport
Angeblich wollen auch die Speedasse Dominik Paris, Vincent Kriechmayr und Lara Gut-Behrami nicht mit dem Schutzsystem fahren. Laut Reglement erhalten Athletinnen und Athleten eine Ausnahmegenehmigung, wenn sie sich mit dem Airbag nicht sicher fühlen oder dieser nicht passt und daher die Bewegung einschränkt.
Auch Adrian Smiseth Sejersted vom norwegischen Team ist kein Fan der neuen Airbagpflicht. Der 30-Jährige erklärte gegenüber dem "NRK", man werde "unter Druck gesetzt, mit einem Airbag zu fahren".
Die Schweizerin Michelle Gisin wird dagegen bei den ersten Speedrennen in USA wohl mit einem Airbag fahren, auch wenn sie im "Blick" meinte: "Ich war nie gegen den Airbag, bin aber nach wie vor gegen ein Obligatorium. Weil wir noch nicht so weit sind, dass wir in jedem Fall eines Sturzes besser geschützt sind."
Bisher löste die Patrone des Airbags von Hersteller "Dainese" direkt an der Wirbelsäule aus. Viele Athleten fühlten sich dadurch nicht sicher. Besonders wenn der Airbag fälschlicherweise auslösen sollte. Nun gibt es einen neuen Hersteller ("In&Motion") und zumindest Gisin ist überzeugt.
Airbag-Größen machen auch Probleme
Ein weiteres Problem sind bisher auch die vorhandenen Größen, wie der österreichische Damen-Cheftrainer Roland Assinger erklärte.
Der Airbag stamme ursprünglich aus dem Motorradsport. Dort seien die Fahrer "zwischen 1,70 m und 1,75 m und 60 Kilo leicht. Im Skisport ist das ganz anders, die Körperform von Vincent Kriechmayr und Gut-Behrami kann man nicht vergleichen. Und weil wir nur S, M, und L haben, passt der Airbag halt einigen nicht."
Befürworter gibt es aber auch. Gesamtweltcupsieger Marco Odermatt fährt schon länger damit. In den kommenden Wochen wird das Thema wohl brisant bleiben. Ab 3. Dezember stehen die ersten Speed-Rennen in Beaver Creek auf dem Programm. Dann wird zu sehen sein, wer ohne Airbag fährt.
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