"Ein Vorbild": Aleksander Aamodt Kilde lobt Rasmus Windingstad - Ex-Teamkollege macht bipolare Störung öffentlich
VonLukas Fegers
Publiziert 28/10/2025 um 17:41 GMT+1 Uhr
Für Rasmus Windingstad war der alpine Skisport lange "der wichtigste Teil meines Lebens", ehe er im Sommer mit 30 Jahren seine Karriere überraschend beendete. Nun gab der Norweger ein emotionales Interview - und machte öffentlich, dass er unter einer bipolaren Störung leidet. Die Resonanz, die Windingstad erfährt, ist groß. Auch sein Ex-Kollege Aleksander Aamodt Kilde meldete sich lobend zu Wort.
Rasmus Windingstad sprach erstmals öffentlich über seine psychische Erkrankung.
Fotocredit: Getty Images
Im Gespräch mit dem norwegischen Rundfunk "NRK" teilte Windingstad am Samstag seine Erkrankung erstmals mit der Öffentlichkeit. Schon lange habe er mit seiner psychischen Gesundheit zu kämpfen, doch erst vor zwei Jahren habe er schließlich die Diagnose erhalten: Bipolare-II-Störung.
Von Bipolar-II-Störungen betroffene Menschen leiden unter anderem an depressiven Episoden. Windingstad zufolge habe es bei ihm schon mit 19 Jahren erste Anzeichen gegeben, wenngleich die Krankheit damals noch nicht diagnostiziert worden war.
Ein- oder zweimal im Jahr verfalle er in eine depressive Episode, sagt Windingstad. Diese begleiteten ihn also auch während seiner aktiven Karriere - zuletzt von Februar bis April 2025. So könne er sich an den Heim-Weltcup im März dieses Jahres nicht mehr erinnern, auch nicht an Interviews, die er damals gegeben hatte.
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Den Weltcup im Februar 2023 in Palisades Tahoe/USA hat Windingstad ebenfalls nicht in guter Erinnerung - trotz seines dritten Platzes im Riesenslalom. "Da war ich richtig am Ende", berichtete er dem "NRK" und sprach von einem absoluten Tiefpunkt. Er habe Gedanken gehabt, "die bei einem Menschen eigentlich absolut nichts zu suchen haben".
Windingstad hatte Selbstmordgedanken
Damals habe er gute Laune vortäuschen müssen, sagte Windingstad, obwohl er diese überhaupt nicht empfand. Er sei feiern gegangen und habe Alkohol getrunken, um vergessen zu können.
Monate später hätten ihn irrationale Gedanken befangen. Er befürchtete, sich falsch verhalten zu haben und dass ihm sein Podestplatz wieder aberkannt würde. "Ich hatte das Gefühl, es überhaupt nicht verdient zu haben", erzählte Windingstad.
In jener Zeit habe er sogar daran gedacht, sich sein Leben zu nehmen.
Leben mittlerweile "viel besser"
Im "NRK"-Interview betonte der 31-Jährige, dass er zu 80 Prozent ein normales Leben führe. Doch die restlichen 20 Prozent könnten immer wieder die Hölle sein.
Seit der Diagnose vor zwei Jahren helfen ihm allerdings Medikamente und ein Psychiater - und natürlich sein persönliches Umfeld, das ihn unterstütze. "All das sorgt dafür, dass mein Leben viel besser geworden ist", so Windingstad.
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Schrecksekunde: Windingstad legt Spagat hin
Quelle: Eurosport
Teamkollegen loben Windingstad
Seinen Mitstreitern im norwegischen Ski-alpin-Team, darunter Aleksander Aamodt Kilde, hatte Windingstad seine psychischen Probleme bereits vor einigen Jahren mitgeteilt.
Dass er seine Diagnose nun auch in der Öffentlichkeit schilderte, sieht Kilde mehr als positiv. "Es ist großartig von ihm, das zu tun. Denn ich denke, das ist auch ein Vorbild für viele junge Menschen, die unter dem gleichen Problem leiden", sagte Kilde dem "NRK".
Ähnlich sieht es Atle Lie McGrath. "Ich denke, es bedeutet vielen sehr viel. Viele fühlen ähnliche Dinge. Ob sie nun bipolar sind oder nicht", betonte der norwegische Slalom-Spezialist im "NRK"-Interview: "Es ist nicht einfach, sich in den Medien zu präsentieren und darüber zu sprechen."
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Aleksander Aamodt Kilde (l.) lobt Rasmus Windingstad (r.). für seine öffentlichen Worte.
Fotocredit: Getty Images
Windingstad von Feedback überwältigt
Windingstad selbst ist von dem positiven Feedback für seine offenen Worte überwältigt. Die Resonanz sei "absolut unglaublich".
Positive Reaktionen habe er sowohl von Leuten erhalten, die selbst psychische Probleme haben oder auch von Menschen, die "sich einfach die Zeit nehmen, ihre Unterstützung zu zeigen".
Und auch Athleten haben sich Windingstad zufolge gemeldet, die aufgrund nicht diagnostizierter psychischer Probleme ihre Karrieren hätten aufgegeben müssen und ihre Erfahrungen mit ihm teilten.
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