Kilde feiert Comeback nach 684 Tagen: Norweger holt in Copper Mountain Weltcuppunkte - Shiffrin-Tränen im Ziel

Aleksander Kilde jubelte im Zielraum wie nach einem seiner vielen Siege, seine Verlobte Mikaela Shiffrin schluchzte vor Glück und Erleichterung: Nach langer Leidenszeit hat der Norweger Kilde bei seinem Comeback im Ski-Weltcup nach 684 Tagen ein Ausrufezeichen gesetzt. Beim Super-G in Copper Mountain/USA war der frühere Gesamtweltcupsieger nur 1,25 Sekunden langsamer als Sieger Marco Odermatt.

Emotionen pur! Kilde fährt bei Weltcup-Comeback direkt in die Punkte

Quelle: Eurosport

Das war gleichbedeutend mit dem bemerkenswerten 24. Rang und Weltcuppunkten.
Im ersten Speedrennen der Saison schaute alles auf den Norweger, der nach seinem verhängnisvollen Rennunfall am 13. Januar 2024 in Wengen erst im unteren Teil der Strecke nennenswert Zeit einbüßte.
Kilde selbst war sichtlich erleichtert über sein gelungenes Comeback im Weltcup. "Es war Wahnsinn, so schön. Wie ein Traum eigentlich zu fahren. Ich habe nicht gedacht, dass es so gut wird. Es waren ein paar sehr gute Schwünge dabei und ein paar, die man besser machen kann", so der 33-Jährige im "ORF"-Interview.
Narben zieren seinen Körper seit dem lebensverändernden Sturz, die Beweglichkeit seiner Schulter wird nie mehr so sein wie in besten Zeiten, der Gewinner von je zwei Olympia- und WM-Medaillen saß phasenweise im Rollstuhl - und errang trotzdem "den größten Sieg meines Lebens", als ihm Weltcup-Rekordsiegerin Shiffrin im April 2024 die Ehe versprach.

Shiffrin durchlebt alle Emotionen

Auch die US-Amerikanerin durchlebte während des Comebacks ihres Verlobten eine Achterbahnfahrt der Gefühle.
"Ich war ziemlich nervös heute. Es war so ein großer Aufwand nötig, um hier zu stehen. Man wusste nicht, was rauskommt, aber es war unglaublich mitanzusehen", sagte sie, meinte aber auch: "Aleks ist so stark und ich bin so stolz auf ihn."
Nach wie vor tut sich Kilde schwer, seinen linken Arm bei der Abfahrtshocke in Position zu bringen. Trotzdem träumt der zweimalige Kitzbühelsieger schon wieder. Olympia 2026, sagte Kilde zuletzt, wäre "das i-Tüpfelchen".

Kriechmayr scherzt über Kilde

Sieger Odermatt ahnt jedenfalls, dass mit Kilde zu rechnen ist. "Er kann wieder sehr schnell werden", sagte der Schweizer dem "ORF": "Man hat heute schon super Schwünge gesehen. Im oberen Teil waren wir quasi gleich schnell. Dann hat man auch gesehen, dass noch ein bisschen Vorsicht mitfährt. Wenn er das im Kopf überwinden kann, wird er wieder ganz vorne dabei sein."
Der Zweite von Copper Mountain, Vincent Kriechmayr, scherzte im Ziel mit seinem österreichischen Teamkollegen Raphael Haaser (3.), "dass es eigentlich peinlich ist, dass der Kilde mit einer 'hinigen' (österreichischer Dialekt für 'kaputten', Anm. d. Red.) Schulter schneller ist am Start als wir."
Tatsächlich hatte der Norweger bei der ersten Zwischenzeit "nur" elf Hundertstel Rückstand auf Odermatt, während Kriechmayer zwölf und Haaser 14 Hundertstel langsamer waren.
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(mit SID)
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"Professor seines Fachs": Odermatt schnappt sich Sieg im Super-G

Quelle: Eurosport


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