Christof Innerhofer schildert tragischen Unfall von Matteo Franzoso - Ex-Weltmeister nach Todesfall "zerstört"

Der Tod des Italieners Matteo Franzoso hat in der Welt des alpinen Skisports tiefe Bestürzung ausgelöst. Mit Christof Innerhofer hat sich nun ein Teamkollege des verstorbenen 25-Jährigen zu Wort gemeldet. "Ich war zwei Minuten vor Matteo ins Ziel gekommen und wollte gerade zur zweiten Runde auf die Piste zurückkehren", erklärte der Super-G-Weltmeister von 2011 im Interview mit "La Repubblica".

Christof Innerhofer

Fotocredit: Getty Images

"Als ich im Ziel war, hörte ich, dass Matteo beim Sprung gestürzt war, aber ich wusste nicht wie, wo und was genau passiert war", erinnerte er sich an das Drama im chilenischen La Parva.
"Als ich mit dem Sessellift wieder hinauffuhr, sah ich, was passiert war, und war völlig außer mir. Ich sah die Menschen um ihn herum und begriff sofort die Schwere des Unfalls."
Wie Innerhofer hervorhob, wurde Franzoso offenbar eine Unebenheit auf der Piste zum Verhängnis. "Es war eine kleine Bodenwelle, bei der die Abfahrer etwas abhoben. Danach kam eine Linkskurve. Ich glaube, er ist geradeaus gefahren", schilderte er.
Um eine schwierige Passage habe es sich dabei nicht gehandelt. "Aber wenn du einen Fehler machst, auf die Kanten oder die Spitzen der Ski kommst, dann nimmst du in wenigen Hundertstelsekunden die falsche Richtung und landest neben der Strecke", so der 40-Jährige.

Innerhofer: "Ich habe keine Kraft"

Nach dem Unfall war Franzoso zunächst mit einem Rettungshubschrauber in ein Krankenhaus in der 50 Kilometer entfernten Hauptstadt Santiago de Chile gebracht und dort schließlich in ein künstliches Koma versetzt worden. Am Montag starb er, einen Tag vor seinem 26. Geburtstag.
Sofort zurück in den Alltag - das ist für Innerhofer zurzeit nicht möglich. "Es interessiert mich nicht, zu trainieren, ich könnte es auch gar nicht", meinte er. "Ich habe keine Kraft, wie soll ich da ans Skifahren denken?"
Weltcup, Ergebnisse oder gar der Gedanke an die Olympischen Spiele zählen "null im Vergleich zu einem verlorenen Leben", sagte der Südtiroler. "Ich bin ausgeflippt, ich kann nicht einmal schlafen. In der ersten Nacht bin ich bis vier Uhr morgens umhergelaufen, in der zweiten Nacht habe ich mich im Fitnessstudio ausgepowert. Ich bin zerstört."
In den kommenden Tagen will er den Angehörigen von Franzoso beistehen. "Ich will zu Matteos Beerdigung gehen und im Kleinen versuchen, seiner Familie beizustehen", so Innerhofer.
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Hirscher wieder auf Skiern - aber "noch ein langer, langer Weg"

Quelle: Eurosport


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