Eurosport
Abfahrt in Cortina: Stephanie Vénier triumphiert, Mikaela Shiffrin schwer gestürzt - fünf Fahrerinnen auf Podium
Von
Publiziert 26/01/2024 um 13:09 GMT+1 Uhr
Stephanie Vénier hat die erste Abfahrt auf der Tofana in Cortina d'Ampezzo gewonnen. Die Österreicherin verwies Lara Gut-Behrami aus der Schweiz mit 0,39 Sekunden Vorsprung auf Rang zwei. Dahinter teilten sich mit Sofia Goggia (Italien), Christina Ager (Österreich) und Valerie Grénier (Kanada/jeweils +0,71) den dritten Rang. Die Gesamtweltcupführende Mikaela Shiffrin aus den USA stürzte schwer.
Starke Aufholjagd im Zielhang: Vénier rast zum Sieg
Quelle: Eurosport
Kira Weidle belegte mit einem Rückstand von 1,65 Sekunden Rang 16. Emma Aicher stürzte wie so viele Fahrerinnen in dieser Abfahrt, bei der ein Dutzend Athletinnen nicht ins Ziel kamen. Der DSV teilte am Freitagabend mit, dass Aicher sich "in Folge ihres Sturzes eine Schuhrandprellung zugezogen" habe und deshalb am Samstag "nicht am Start sein" werde.
Shiffrin humpelte mit schmerzverzerrtem Gesicht zum Rettungshubschrauber. Ihre Stöcke hatte die Ski-Königin zu Krücken umfunktioniert, um das offensichtlich schwer lädierte linke Knie zu entlasten. Die beste Skifahrerin der Geschichte ist das nächste prominente Sturzopfer in dieser Seuchensaison - und in einem völlig chaotischen Rennen in Cortina d'Ampezzo nicht das einzige. "Man muss schon fast froh sein, wenn man heil unten ist", sagte Weidle, die unmittelbar vor Shiffrin an der späteren Unfallstelle selbst große Probleme hatte.
Zudem kamen zahlreiche weitere Athletinnen zu Fall, darunter Aicher, Kombinations-Weltmeisterin Federica Brignone aus Italien oder Kombi-Olympiasiegerin Michelle Gisin (Schweiz). Sie alle kamen aber glimpflicher davon. Dennoch: Der zweite Weltcup-Erfolg von Vénier auf der ungewohnt welligen Tofana geriet angesichts all der Stürze zur Nebensache. Die Österreicherin setzte sich vor Super-G-Olympiasiegerin Lara Gut-Behrami (+0,39 Sekunden) durch, Weidle verpasste die Top 15.
Ein Fünffach-Podium hatte es im Weltcup zuletzt 2018 beim Super-G der Männer in Beaver Creek gegeben, Sieger war damals der Österreicher Max Franz, Shiffrins Lebenspartner Aleksander Aamodt Kilde gehörte zu den drei Drittplatzierten.
/origin-imgresizer.eurosport.com/2024/01/26/3873476-78702453-2560-1440.jpg)
Aicher stürzt in der Abfahrt und crasht in den Fangzaun
Quelle: Eurosport
Suter reißt sich das Kreuzband
Shiffrin wurde nach besagtem Sprung nach hinten gedrückt, stürzte kurz nach der Landung und krachte in den Fangzaun. Sie blieb etwa fünf Minuten auf der Piste liegen und wurde mit dem Helikopter geborgen.
Wie Shiffrin erwischte es nach dem Sprung vor einer Linkskurve auch Abfahrtsolympiasiegerin Corinne Suter. Die Schweizerin schrie nach harter Landung vor Schmerzen und griff sich ebenfalls ans linke Knie.
Am Freitagabend folgte die Diagnose. Wie der Schweizer Ski-Verband mitteilte hat sich Suter einen Riss des vorderen Kreuzbandes sowie eine Verletzung des inneren Meniskus im linken Knie zugezogen. "Corinne wird morgen Vormittag in der Klinik Hirslanden operiert. Bei planmässigem Heilungsverlauf wird sie nächsten Winter wieder ganz normal ins Renngeschehen einsteigen können", so Team-Arzt Walter O. Frey.
Für Shiffrin ist die Lage indes nicht derart prekär, auf die weiteren Rennen in Cortina und auch auf den Weltcup am Kronplatz muss die zweimalige Olympiasiegerin verzichten, wie sie am Freitag auf Instagram mitteilte.
Shiffrin und Suter reihen sich in lange Liste ein
Das Spitzen-Duo reihte sich ein in die immer längere Liste der Skistars mit schweren Unfällen in diesem Winter. Shiffrins Freund Aleksander Aamodt Kilde (Norwegen) fällt nach seinem Sturz in Wengen wie ihre große Slalom-Rivalin Petra Vlhova (Slowakei) für den Rest der Saison aus. Auch der Franzose Alexis Pinturault oder Marco Schwarz aus Österreich hatten sich schwer verletzt - all diese Athleten sind hoch dekoriert mit Medaillen bei Olympia und WM.
/origin-imgresizer.eurosport.com/2024/01/26/3873451-78701953-2560-1440.jpg)
"In Gottes Namen!" Jenal macht die Fluggrätsche
Quelle: Eurosport
In Cortina, sagte die Norwegerin Kajsa Vickhoff Lie, war es in diesem Jahr "gefährlicher" als sonst. Shiffrin erlebte deshalb schon beim einzigen Training "einige Schreckmomente", wie sie berichtete. "Es ist ein bissl anders", sagte auch Weidle, "mehr Sprünge, mehr Terrain. Wenn die Richtung oder Bewegung darüber nicht stimmt, kriegt man große Probleme." Aicher sagte im "ZDF": "Man ist jedes zweite Tor in der Luft, es ist überall ein Hügel oder irgendwas."
Weidle reagierte im Ziel der Strecke, auf der sie 2021 hinter Suter WM-Silber gewonnen hatte, mit einem ratlosen Kopfschütteln. Dabei hatte sie aber eher ihre eigene Leistung im Blick. "Fehler passieren, es war ein solides Rennen", sagte sie später: "Morgen gibt es nochmal eine Chance." Dann steht auf der Tofana die nächste Abfahrt an - ohne Shiffrin und Suter.
Das könnte Dich auch interessieren: Shiffrin stürzt in der Abfahrt schwer: US-Star humpelt von der Piste
(SID)
/origin-imgresizer.eurosport.com/2024/01/26/3873369-78700308-2560-1440.jpg)
Böser Crash in der Abfahrt! Shiffrin humpelt verletzt von der Piste
Quelle: Eurosport
Ähnliche Themen
Werbung
Werbung