FIS-Chef Johan Eliasch wehrt sich gegen neuen offenen Brief der Athleten: "Diese Briefe sind nicht ernstzunehmen"
VonNiklas Bien
Update 13/12/2024 um 11:20 GMT+1 Uhr
Der Konflikt um einen möglichen Investorendeal der FIS mit dem Finanzunternehmen "CVC" geht in die nächste Runde. Nach dem zweiten offenen Brief, den 71 Athleten unterschrieben hatten, äußerte sich FIS-Boss Johan Eliasch nun mit deutlichen Worten. Die Athleten ließen sich instrumentalisieren, einige wüssten gar nichts von den Schreiben, andere seien bedrängt worden, ihre Unterschrift zu setzen.
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Quelle: Eurosport
Es ist bereits die vierte Runde in dem Streit, dessen Ursprung zum einen in einem Angebot des Finanzunternehmens "CVC" für 400 Millionen Euro bei der FIS einzusteigen liegt.
Zum anderen richtet sich die Kritik der Athleten gegen die Pläne von Präsident Eliasch, die Medien- und Marketingrechte mit dem Vermarkter "Infront" zentral zu vermarkten.
Es war bereits das zweite Schreiben der Athleten, das unter anderem die Superstars Mikaela Shiffrin und Marco Odermatt unterzeichneten - Eliasch reagierte erneut und erklärte dem "Blick" die Gründe für den gescheiterten Deal mit "CVC".
"Sie haben eindeutig ihre Hausaufgaben nicht gemacht. Als ich mich mit ihnen traf, wussten sie nichts über unseren finanziellen Status, unsere Bilanz, unsere Gewinn- und Verlustrechnung. Sie haben unseren Strategieplan noch nie gesehen, obwohl er auf unserer Website steht", betonte der schwedisch-britische Unternehmer.
Eliasch: Brief stammt nicht von den Athleten
Die Athleten seien teilweise instrumentalisiert worden, Stimmung zu machen. "Ich glaube nicht, dass diese Briefe von Athleten geschrieben wurden, sondern von jemand anderen, dessen Interessen nicht ihren Interessen oder jenen der FIS entsprechen", sagte der 62-Jährige der "Deutschen Presse-Agentur".
Der FIS-Chef habe das Gespräch zu Athleten gesucht, die zum Teil "gar nicht wussten, dass ihre Namen unter die Briefe gesetzt worden", so Eliasch: "Wieder andere sagten: Ich tat es, weil ich dazu gedrängt wurde, aber ich weiß gar nicht, worum es geht."
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Mikaela Shiffrin veröffentlichte den Wortlaut des Briefs an die FIS in ihrer Instagram-Story // Quelle: instagram.com/mikaelashiffrin
Fotocredit: Instagram
Durchaus schwerwiegende Vorwürfe. "Diese Briefe sind einfach nicht ernstzunehmen", betonte der Funktionär.
Über den Empfänger der Kritik wollte Eliasch mit der "dpa" nicht sprechen: "Darüber werde ich nicht spekulieren, aber ich denke, dass jeder Insider genau weiß, wer sie geschrieben hat - und das war sicher nicht die Athletenkommission."
Gibt es die fünfte Runde?
Die Pläne zur Zentralisierung der Medien- und Marketingrechte werde man beim FIS indes nicht verwerfen.
Fremdkapital schließe der Weltverband ebenfalls nicht aus - dies solle allerdings in einem "breiten, transparenten Prozess" geschehen.
Die deutliche Kritik von Eliasch dürfte aller Voraussicht nach nicht deeskalierend wirken - der nächste offene Brief ist möglicherweise schon auf den Weg.
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