Gehirnerschütterung, Bruch des rechten Schlüsselbeines, Riss des Kreuz- und Innenbandes im rechten Knie - Urs Kryenbühl musste seinen Sturz vor zehn Tagen bei der ersten von zwei Weltcup-Abfahrten auf der berühmtesten Piste der Welt teuer bezahlen.
Umso überraschender ist daher die Tatsache, dass "in Absprache mit meinen Ärzten eine Operation nicht notwendig" wird, wie der Schweizer gegenüber dem "Blick" erläuterte. "Der Meniskus und der Knorpel sind nicht beschädigt, ich habe einen sogenannt isolierten Kreuzbandriss. Und gemäß den Experten liegt das Kreuzband so günstig, dass es wieder zusammenwachsen wird." Er wolle sich nun einer "alternativen Therapieform" unterziehen.
Vonseiten der Aktiven und Experten hatte es indes massive Kritik am Zielsprung gegeben, bei dem die Fahrer bis zu 80 Meter weit durch die Luft getragen wurden.
Kitzbühel
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"Dieser Sprung ist ein sogenannter Null-Toleranz-Sprung", stellte Urs Lehmann im Exklusiv-Interview mit Eurosport.de klar. Der Präsident des Schweizer Skiverbands Swiss-Ski verband seine Aussagen überdies mit einer Forderung: "So einen Sprung nach einer Fahrzeit von etwas mehr einer Minute und 50 Sekunden einzubauen, ist unnötig. Der Sprung muss weg!"
Kryenbühl gab an, "ungefähr in der Mitte des Sprunges gemerkt" zu haben, "dass ich mich nicht mehr halten kann. Ab diesem Moment habe ich eine Erinnerungslücke."
Immerhin: Bei der zweiten Streif-Abfahrt am Tag danach entschärften die Veranstalter die Passage tatsächlich. Kryenbühl half das freilich nichts mehr.

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Kyrenbühl: "EKG hat Alarm geschlagen"

Der Speed-Spezialist konfrontierte sich indes noch am Tag des Sturzes mit dem Sturz. "Ich habe mir dieses Video bereits in der ersten Nacht nach dem Sturz angeschaut", so Kyrenbühl.
Das habe allerdings Folgen gehabt. "Mein EKG hat Alarm geschlagen, weil mein Puls aufgrund von meinen Sturz-Bildern derart in die Höhe geschossen ist. Deshalb ist sofort eine Krankenschwester in mein Zimmer gekommen und hat mich ganz aufgeregt gefragt, was denn los sei? Als ich ihr gestanden habe, dass ich mir soeben meinen Sturz angeschaut habe, hat sie mich gebeten, dass ich das bleiben lassen soll", verriet Kryenbühl.
So scherzhaft der 27-Jährige über den Abflug inzwischen spricht, so wachsam will er künftig bei der Pistenbesichtigung sein. "In Zukunft werde ich mich in einer vergleichbaren Situation anders verhalten, weil ich sehr wohl meine Lehren aus diesem Sturz gezogen habe."
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