Gehirnerschütterung, Bruch des rechten Schlüsselbeines, Riss des Kreuz- und Innenbandes im rechten Knie - Urs Kryenbühl musste seinen Sturz bei der ersten von zwei Weltcup-Abfahrten auf der berühmtesten Piste der Welt teuer bezahlen.
Für Urs Lehmann ein sportliches Drama fast mit Ansage.
"Dieser Sprung ist ein sogenannter Null-Toleranz-Sprung", erklärt der Abfahrtsweltmeister von 1993 und wird noch deutlicher. "Null-Toleranz-Sprung bedeutet, dass du schon beim kleinsten Fehler mit deiner Gesundheit spielst. So einen Sprung nach einer Fahrzeit von etwas mehr einer Minute und 50 Sekunden einzubauen, ist unnötig."
Kitzbühel
Nach schwerem Sturz auf der Streif: Diagnose bei Kryenbühl steht
22/01/2021 AM 16:42
Schließlich gehe der Sprung "rund 80 Meter" weit, das Gefahrenpotenzial ist enorm hoch.

Klare Kante von Lehmann: "Der Sprung muss weg"

Für den Präsident von Swiss-Ski, der auch als TV-Experte für Eurosport arbeitet, steht klipp und klar fest: "Das darf nicht passieren! Der Sprung muss weg, aber leider lernt man nicht aus der Vergangenheit", moniert Lehmann und verweist auf den furchtbaren Sturz von Daniel Albrecht im Jahr 2009, ebenfalls beim Zielsprung.
Lehmann hat indes reagiert. "Ich habe heute nach der Abfahrt Renndirektor Hannes Trinkl angerufen und ihm gesagt, dass er aus meiner Sicht den Zielsprung rausnehmen oder zumindest stark entschärfen sollte." Denn, und das ist in diesem Winter das Besondere, am Samstag steht erneut eine Streif-Abfahrt auf dem Programm. Grund ist des Rennens von Wengen, das am Freitag in Kitzbühel nachgeholt wurde.
Beim Event am Samstag, der eigentlichen Streif-Abfahrt, hofft Lehmann nun auf eine entschärfte Zielpassage. "Das Rennen ist auch ohne diesen Sprung attraktiv", befindet der ehemalige Skiprofi.

"Feuz der König der Abfahrt"

Gefreut hat sich Lehmann derweil über den Sieg seines Landsmanns Beat Feuz, der nach vier zweiten Plätzen endlich die Kitzbühel-Lücke in seiner Erfolgsbilanz schließen konnte.
"So ein Sieg auf der Streif ist das Ausrufezeichen einer Karriere und nach den Olympischen Spielen und der Weltmeisterschaft der prestigeträchtigste Wettbewerb in unsere Sport. Beat ist nun endgültig der König der Abfahrt und hat seiner Krone das fehlende Steinchen hinzugefügt."
Doch auch der König kam nicht umhin, den Zielsprung zu kritisieren. "Er geht einfach zu weit. Man hat nur die letzten zwei, drei Meter entschärft. So entschärft man ihn nicht", stellte der 33-Jährige klar und ergänzte: "Solche Bilder will man nicht sehen."
Da dürfte ihm keiner in der Szene widersprechen ...
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