Kitzbühel: Thomas Dreßen verzichtet wegen Knieproblemen auf das zweite Abfahrtstraining
VonThomas Gaber
Publiziert 17/01/2024 um 13:05 GMT+1 Uhr
Thomas Dreßen hat am Mittwoch auf das zweite Abfahrtstraining auf der Streif in Kitzbühel verzichtet. Laut "ORF" macht das lädierte rechte Knie wieder Probleme. Im ersten Training für den Klassiker am Dienstag war der Streif-Sieger von 2018 auf dem 39. Platz mit 3,61 Sekunden Rückstand auf den Schnellsten Cameron Alexander/CAN gelandet - und sich anschließend relativ optimistisch gezeigt.
"Richtig brutal": Verzweifelter Dreßen fährt aufrecht ins Ziel
Quelle: Eurosport
Das zweite Training in Kitzbühel ließ Thomas Dreßen vorsichtshalber aus. "DNS" stand hinter seinem Namen, "did not start". Sein ramponiertes rechtes Knie hatte er bereits am Dienstag bei der ersten Probefahrt getestet.
Weil am Freitag und Samstag (jeweils 11.30 Uhr live auf discovery+) gleich zwei Abfahrten auf der legendären Streif stattfinden, wollte er nichts riskieren. "Ich möchte mein Knie schonen, ich habe mir gestern alles angeschaut und weiß wo die Kriterien liegen", sagte er.
Nach seinem emotionalen Ausbruch am vergangenen Samstag in Wengen, bei dem er ob seiner körperlichen Probleme geradezu verzweifelt wirkte, scheint der 31-Jährige gewillt, sich auf die Streif zu stürzen - sechs Jahre nach seinem sensationellen Sieg an gleicher Stelle.
"Das Knie hat sich gut angefühlt. Es war eine kontrollierte Fahrt von mir, ich habe mir das alles angeschaut und in der einen oder anderen Passage bewusst ein bisschen Luft gelassen", sagte er zu seiner Fahrt am Dienstag.
Harte Kritik von Alpinchef Maier
Dreßens rechtes Knie ist eine allzu große, allerdings nicht die einzige Baustelle in einer Mannschaft, die den besten deutschen Abfahrer der Weltcup-Geschichte gesund und in guter Form dringend brauchen könnte. Ein neunter Rang von Romed Baumann Mitte Dezember in Gröden - mehr haben die noch vor zwei Jahren so starken deutschen Schnellfahrer bislang nicht zustande gebracht in diesem Winter.
Alpinchef Wolfgang Maier zieht vor dem Saisonhöhepunkt deshalb ein ernüchtertes Zwischenfazit in der einstigen Vorzeigesparte. Die bisherigen Saisonleistungen in der Königsdisziplin seien "mehr als enttäuschend", sagte er: "Wir hatten immer wieder mal einen Durchhänger, aber dass wir kollektiv so hinterherfahren - ich weiß nicht, wann das in meiner langen Zeit mal der Fall war."
Über die Gründe für die Misere rätselt der erfahrene Maier. "Sind wir zu alt? Sind wir noch bereit, dieses Risiko einzugehen, das im Augenblick gefordert ist? Sind wir noch bereit, so zu fahren, wie man es tun muss, um erfolgreich zu sein?" Schnelle Lösungen gibt es nicht, als umso bitterer empfindet Maier deshalb die anhaltenden Probleme von Dreßen. "Wir kriegen es leider nicht in den Griff", sagte er, "dabei bräuchten wir einen Leader wie den Tom."
Sander im zweiten Training auf Rang zwölf
Nicht zuletzt Baumann ist gewillt, den Trend umzukehren - wenn auch ausgerechnet auf der Streif. "Der Plan war, dass ich hier einen Schlussstrich ziehe und mich von der ersten Fahrt weg wieder aufs Wesentliche konzentriere", sagte Baumann, "im ersten Training ist es mir ganz gut gelungen." Bei besagter erster Fahrt kam er als Zehnter ins Ziel, bei der zweiten nur als 47., aber "da bin ich ein bisschen ausgerutscht", sagte er.
Auch Andreas Sander, vor drei Jahren WM-Zweiter, wünscht sich nichts sehnlicher als einen Neustart. Nach seinem zwölften Rang im zweiten Training, das zugleich das letzte war (am Donnerstag ist Ruhetag), sagte er: "Man hofft. Aber Hoffen hilft momentan nicht. Das reicht nicht."
Sander will bis Freitag noch am Material tüfteln, "aber das", gibt er zu, "ist nicht mein Problem." Sondern? "Das Selbstvertrauen stimmt nicht."
Ein Coup auf der Streif käme da gerade recht.
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(mit SID)
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