Weltcup-Slalom in Kitzbühel: Manuel Feller und Linus Straßer lassen vor Olympia aufhorchen - Totgesagte leben länger
VonJan Zesewitz
Publiziert 26/01/2026 um 00:35 GMT+1 Uhr
Linus Straßer und Manuel Feller erleben jeweils eine schwierige Saison. Noch vor zwei Jahren waren sie Erster (Feller) und Zweiter (Straßer) in der Slalom-Wertung, 2025/26 sind Top-Ergebnisse für beide Mangelware. In Kitzbühel platzte bei beiden der Knoten, der Deutsche feierte sein erstes Podium und Feller konnte sein Heimrennen sogar gewinnen. Ein gutes Vorzeichen Richtung Olympische Spiele.
Highlights: Straßer sensationell - Feller feiert Heimsieg
Quelle: Eurosport
"Ich hatte einen so furchtbaren Saisonstart, auch privat war es eine sehr schwierige Phase", sagte ein sichtlich emotionaler Feller im Eurosport-Interview. "Man muss immer weiterkämpfen und heute hat sich das alles ausgezahlt."
Der 33-Jährige feierte quasi aus dem Nichts seinen siebten Weltcup-Sieg - den ersten auf dem Ganslernhang in Kitzbühel, an dem er praktisch aufgewachsen ist. Noch nie stand er bei seinem Heimrennen auf dem Podium. Zuvor war ein fünfter Platz in Adelboden sein einziges Top-Ten-Ergebnis der Saison.
Endlich konnte er diesen Hang entschlüsseln. "Ich wollte hier in der Vergangenheit immer zu viel", sagte er. "Aber die beste Taktik hier ist es, solides Skifahren zu zeigen, den Ski kommen zu lassen. Ich habe heute den perfekten Flow gefunden."
Dem kam auch Straßer näher. Nach dem ersten Durchgang war der Deutsche noch Zehnter gewesen, mit einer Topfahrt schaffte er es noch aufs Podium. Erst Feller - nach dem ersten Lauf Vierter - konnte die Zeit des 33-Jährigen schlagen, Loic Meillard schob sich noch zwischen die beiden.
Straßers Materialwechsel könnte sich nun auszahlen
"Ich kann mich jetzt endlich rasieren. Ich habe mir selber das Ziel gesetzt: Ich rasiere mich erst, wenn ich wieder auf dem verdammten Podium stehe", berichtete Straßer im "ARD"-Interview.
"Das Timing" für den ersten Podestplatz seit März 2024 hätte also "schlechter sein können. Für mich war es aber nur eine Frage der Zeit", sagte Straßer. Im bisherigen Saisonverlauf war ein achter Rang im ersten Slalom des Winters in Levi sein bestes Resultat gewesen.
In den vergangenen Wochen hatte er immer wieder mit seinem Material gekämpft, das er vor diesem Winter gewechselt hatte - um mit Blick auf Olympia "das Letzte" aus sich "herauszukitzeln".
In den Tagen vor dem Rennen war Straßer, Kitzbühel-Sieger von 2024, jedoch schon optimistischer gewesen, das Zutrauen ins Material sei größer geworden - allein ein Aha-Ergebnis im Rennen fehle ihm noch, versicherte er. Platz drei sei nun "am Schluss die Kirsche obendrauf. Aber der Weg dorthin, die Zweifel zu überwinden, das ist es, was Spaß macht, das ist geil", sagte er im Interview mit der "ARD".
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"Sensationelle Fahrt": Straßer rast von zehn aufs Podest
Quelle: Eurosport
Kommen die "Alten" rechtzeitig vor Olympia in Fahrt?
Vor dem Rennen in Kitzbühel lagen die beiden auf Platz 15 (Feller) beziehungsweise 18 im Slalom-Weltcup. Die Weltspitze ist enorm zusammengerückt, aber den Ton gaben andere an: Frankreichs Shootingstar Paco Rassat, die Norweger Atle Lie McGrath und Timon Haugan, der brasilianische Paradiesvogel Lucas Pinheiro Braathen - sie schienen den "Arrivierten" den Rang abzulaufen.
Zwei Wochen vor den Olympischen Spielen platzte der Knoten bei Feller und Straßer vielleicht zur rechten Zeit, um ihren jüngeren Konkurrenten den Staffelstab noch nicht vollends zu überlassen. Totgesagte leben länger, heißt es. Seit ihrem besten Jahr 2024 kamen beide zusammengenommen dreimal aufs Podium - bis zu diesem magischen Tag am Ganslernhang.
Weiteres Selbstvertrauen tanken könnten sie schon unter der Woche in Schladming auf der Planai (Mittwoch, 28. Januar ab 17:45 Uhr live auf Eurosport und HBO Max). Es ist die Generalprobe für Olympia.
Straßer ist sich auf jeden Fall sicher, dass der Pfeil jetzt in die richtige RIchtung zeigt: "Es geht weiter, es ist noch Luft", sagte der WM-Dritte des vergangenen Jahres.
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(mit SID)
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"Gänsehaut pur": Feller bei Siegerehrung von Emotionen übermannt
Quelle: Eurosport
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