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Die Schultern halten: Dreßen plant Start in Norwegen

Die Schultern halten: Dreßen plant Start in Norwegen
Von Eurosport

05/03/2020 um 15:31

Die Schultern schmerzen - doch Thomas Dreßen beißt sich durch: Der beste deutsche Abfahrer plant trotz seiner neuerlichen Verletzung einen Start auf einer seiner Lieblingsstrecken in Kvitfjell. "Ich hatte zwar noch etwas Schmerzen in den Schultern, aber es ist insgesamt gut gegangen", erklärte Dreßen. Nach drei Saisonsiegen meinte der 26-Jährige aber: "Alles, was jetzt noch kommt, ist Zugabe."

Thomas Dreßen ging auf Nummer sicher. Seine erste Trainingsfahrt auf dem Olympiabakken von Kvitfjell glich einer besseren Besichtigung, nur mit äußerster Vorsicht tastete er sich ans Renntempo heran.

Der Rückstand von 3,71 Sekunden auf die Bestzeit des Norwegers Aleksander Aamodt Kilde und Platz 55? Völlig egal! Die bei seinem Sturz am vergangenen Samstag in Hinterstoder lädierten Schultern hielten, das war für Dreßen das alles Entscheidende.

"Nach meinem Sturz habe ich mich einige Tage geschont", berichtete der beste deutsche Abfahrer - und das scheint die richtige Strategie gewesen zu sein.

Dreßen hat medizinische Freigabe

Am Mittwoch war er mit den Kollegen im norwegischen Winterwunderland beim Tiefschneefahren, "um zu sehen, wie es geht. Ich hatte zwar noch etwas Schmerzen in den Schultern, aber es ist insgesamt gut gegangen. Daher habe ich entschieden, das Training zu fahren".

Und auch da ging offenbar alles gut aus. Vorbehaltlich des zweiten Trainings am Freitag kann Dreßen damit wohl bei den Rennen am Samstag (Abfahrt) und Sonntag (Super-G) an den Start gehen. Die medizinische Freigabe dafür hat er, wie Cheftrainer Christian Schwaiger berichtete. Und wenn die Ärzte nichts dagegen hätten, "dann machen wir's auf jeden Fall", ergänzte er.

Kvitfjell und Dreßen - das passt. Im Februar 2017 fuhr er auf der Piste, auf der Markus Wasmeier 1994 seine erste von schließlich zwei olympischen Goldmedaillen gewann, als Sechster erstmals in die Top 10 im Weltcup.

Thomas Dreßen in Saalbach

Thomas Dreßen in SaalbachGetty Images

Rest der Saison "ist Zugabe"

Im März 2018 bewies er mit seinem zweiten Triumph wenige Wochen nach dem sensationellen Kitzbühel-Sieg, dass er kein "One-Hit-Wonder" ist. Damals kam sich Dreßen auf dem "Stockerl" zwischen seinen einstigen "Heroes" Aksel Lund Svindal und Beat Feuz noch etwas seltsam vor, inzwischen ist er dort Stammgast.

Fünf Siege hat der erfolgreichste deutsche Abfahrer der Weltcup-Geschichte inzwischen auf seiner Visitenkarte stehen, drei davon fuhr er in der aktuellen Comeback-Saison nach "Totalschaden" im Knie und Schulter-OP ein.

Dazu kommen drei weitere Podestplätze bei insgesamt 14 Rennen. "Ich habe in diesem Winter schon mehr geschafft, als ich mir je erträumt hätte", sagte er zuletzt, "alles, was jetzt noch kommt, ist Zugabe."

Thomas Dreßen raste mehrfach aufs Podium

Thomas Dreßen raste mehrfach aufs PodiumSID

WM und Olympia große Ziele von Dreßen

Einen Sturz wie neulich in Hinterstoder hatte er damit nicht gemeint, zwischenzeitlich war sogar das vorzeitige Saison-Aus zu befürchten. "Aber ich habe ja Erfahrung damit", sagte Dreßen über die ausgekugelten Schultern. Sein Knie, das kurz vor dem Jahreswechsel so sehr zwickte, dass er in Bormio auf eine Abfahrt verzichten musste, hat er "seit Neujahr nicht mehr gespürt".

Ziele hat er noch genug - auch über den zu Ende gehenden Winter mit noch höchstens vier Rennen hinaus. In den beiden kommenden Saisons steht mit WM und Olympia jeweils ein Großereignis auf dem Programm, Dreßen wird dann ein Medaillenkandidat sein.

Allzu forsch will er seine Ansprüche aber nicht formulieren. "Ich möchte konstant und technisch gut Ski fahren", sagte er. Der Rest komme von alleine - solange nicht die Schulter zwickt. Oder das Knie.

(SID)

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