Lara Gut-Behrami erklärte ihren rätselhaften Auftritt im "SRF". Das Verletzungsrisiko sei ihr zu hoch gewesen sei, da sie sich nicht komplett fit gefühlt habe: "Es war mir lieber, vor dem dritten Tor abzuschwingen, anstatt beim siebten zu stürzen und dass etwas Schlimmes passiert."
Eine Entscheidung, die für Aufsehen sorgte.
Besonders, weil Gut-Behrami im Zielauslauf nicht Stellung bezog und die Expertinnen und Experten ratlos zurückließ.
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Nach der Aktion war deshalb schnell davon die Rede, dass die Schweizerin mit ihrem Abbruch protestiert haben könnte. Dieser Darstellung widersprach der Skistar allerdings.

Merkwürdige Szene: Gut-Behrami schwingt nach nur drei Toren ab

Didier Plaschy, der während seiner Karriere in Kranjska Gora und Vail zwei Weltcup-Slaloms gewinnen konnte, machte im Interview mit dem "Blick" klar, dass er kein Verständnis für die Aktion habe.

Plaschy über Gut-Behrami: "Ein Kartenhaus ..."

"Wer A sagt, muss auch B sagen. Als Familienvater, Trainer, TV-Experte und Pädagoge habe ich große Probleme damit, wenn jemand ein Rennen einfach aufgibt. Wie soll ich das den jungen Menschen erklären? Im Leben geht es doch darum, dass man sich durchkämpft. Manchmal gibt es Hochs, manchmal Tiefs - alles gehört dazu."
Der ehemalige Slalom-Spezialist, der seine Karriere 2006 beendete, könne allerdings die Argumentation der 29-Jährigen teilweise verstehen: "Der Starthang in Lenzerheide ist sehr steil. Lara merkte, dass sie die nötige Spannung nicht hatte. Es war wie ein Kartenhaus, das zusammenbrach", erklärte der 47-Jährige.
Gut-Behramis Verhalten nach der Aufgabe habe ihn irritiert, so Plaschy: "Wieso geht sie nicht sofort zu den Medien und erklärt ihre Sicht der Dinge? Sie hätte sagen können: 'Sorry, liebe Schweiz, aber es ging einfach nicht!' Da wäre bei vielen das Herz aufgegangen. So aber blieb ein ungutes Gefühl und viel Unverständnis. Schade."

Plaschy zieht Vergleich zu Federer

Es sei aus seiner Sicht normal, dass sich Sportlerinnen und Sportler gerade nach Niederlagen erklären würden. Das sei auch bei Tennis-Legende Roger Federer der Fall. Der große Unterschied sei, dass der 39-Jährige dies "sofort nach dem Match" tue.
Generell hat Plaschy aber großen Respekt vor den Leistungen von Gut-Behrami, die in diesem Winter wieder zur alten Stärke finden konnte. Die Schweizerin gewann unter anderem nacheinander vier Weltcuprennen im Super-G und wurde in Cortina d'Ampezzo Doppel-Weltmeisterin im Super-G und im Riesenslalom.
"Auf den Ski ist sie genial. Daneben polarisiert sie", lautete das Fazit des 47-Jährigen.
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"Die engste Linie!" Abfahrts-Demonstration von Gut-Behrami

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