Marcel Hirscher erhitzt vor seiner Rückkehr in die Ski-Saison die Gemüter - Eine neue Regel der FIS soll ihn bevorzugen

Eine Regeländerung des Weltverbands FIS stellt die Skiwelt auf den Kopf. Nachdem Marcel Hirscher 2019 seinen Abschied verkündet hatte, will er in der kommenden Saison für die Niederlande an den Start gehen. So weit, so gut. Allerdings hat die FIS eine neue Regel eingeführt, um ihm den Restart so angenehm wie möglich zu machen. Seine Mitstreiter halten von der Sonderbehandlung ziemlich wenig.

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Quelle: SID

Nach der neuen Regel der FIS darf jeder Athlet, der in der Vergangenheit den Gesamtweltcup, den Disziplinen-Weltcup, WM- oder Olympia-Gold gewonnen hat und nach einer Pause von zwei bis zehn Jahren in den Wettkampf zurückkehrt, eine Wildcard beanspruchen.
Diese Wildcard berechtigt dem Rückkehrer den Startplatz 31. Normalerweise müssen Athleten, die nicht zu den Topleuten gehören, eine Startnummer um den sechzigsten Platz überziehen.
Zufälligerweise kommt nun mit Hirscher ein Athlet aus einer solchen Wettkampfpause zurück, auf den die neuen FIS-Regularien zutreffen.
Die Regeländerung ist der Konkurrenz natürlich nicht entgangen und hat zahlreiche Reaktionen hervorgerufen.

Leitner: "Absolute Frechheit"

"Das ist eine absolute Frechheit", verschaffte der Österreicher Christian Leitner seinem Ärger gegenüber der Schweizer Zeitung "Blick" Luft. Der ehemalige Trainer schimpfte weiter: "Diese neue Regel ist eine Ohrfeige für jeden jungen Athleten, der sich den Platz im ersten Drittel der Startliste knallhart erkämpfen muss."
Ein weiterer Fakt, der den 59-Jährigen besonders zur Weißglut treibt, ist, dass Hirscher ohne "große sportlichen Ambitionen, sondern aus purer Freude in den Rennsport" zurückkehren würde.
Aber auch aktuelle Konkurrenten sehen in der Wildcard eine Bevorzugung des Neu-Niederländers. So äußerte sich der Schweizer Justin Murisier: "Die Vertreter vom internationalen Ski-Verband betonen ja immer wieder gerne, dass bei jeder Regel die Fairness im Mittelpunkt stehen muss."
Für Hirscher werde nun "eine Regel verändert, die definitiv nicht fair ist", erklärte der Speed-Spezialist.

Sportler kritisieren Kommunikation der FIS

Durch die Art und Weise der Kommunikation auf der Webseite der FIS fühlten sich die Sportler übergangen. Sowohl Slalom Vizeweltmeister AJ Ginnis als auch der Schweizer Daniel Yule bemängelten eine fehlende Absprache mit den Fahrern.
Obwohl in der offiziellen Ankündigung eindrücklich betont wurde, dass die Änderung mit den Sportlern abgesprochen sei, erklärte Yule, dass "mit mir diesbezüglich vor dem FIS-Kongress niemand gesprochen hat".
Auch der Grieche Ginnis widerspricht dem Weltverband: "Wenn die FIS sagt, dass das mit den Athleten abgesprochen wurde, ist das nicht die Wahrheit."
In den zwölf Wochen bis zum Start der Saison in Sölden hat die Skiwelt also noch einiges zu diskutieren. Hirscher selbst hat sich bis jetzt nicht zu Wort gemeldet.
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Quelle: Eurosport


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