Ski Alpin - Marco Odermatt stichelt gegen Ex-Dominator Marcel Hirscher: "Gewinne lieber eine Kugel weniger"

Im Sommer sorgte Marcel Hirscher mit einer Abrechnung des alpinen Ski-Weltcups für Aufsehen. Dabei sagte er unter anderem, dass er während seiner Karriere mitunter ein "Leibeigener" von anderen gewesen sei. Marco Odermatt kann diese Kritik jedoch nicht nachvollziehen. "Vielleicht schaut Marcel auch etwas verbittert auf seine grandiose Karriere zurück", erklärte der Schweizer dem "Blick".

Trotz Fehlern im Finale: Odermatt in Sölden erneut nicht zu schlagen

Quelle: Eurosport

Den Grund für diese mögliche Verbitterung sieht Marco Odermatt in Marcel Hirschers sehr großem Ehrgeiz.
"Er hat sehr wahrscheinlich gar nie einen Sieg spontan gefeiert. Er konnte das nicht, weil er im Fokus bereits beim nächsten Rennen war", sagte der Gesamtweltcupsieger der vergangenen Saison im Doppel-Interview mit Hermann Maier gegenüber dem "Blick".
Er selbst ticke da jedoch anders. "Ich will einen besonderen Erfolg sofort auskosten", erklärte der 25-Jährige und ergänzte: "Nach der Saison kann ich keine Feier nachholen, weil die Emotionen dann ja nicht mehr frisch sind."
Grund zum Feiern hatte Odermatt in der vergangenen Saison genug. Der Athlet aus Stans triumphierte nicht nur im Gesamtweltcup, sondern sicherte sich auch die kleine Kristallkugel im Riesenslalom. Zudem krönte er sich in Peking zum Riesenslalom-Olympiasieger.

Hermann Maier lobt Odermatts lockere Einstellung

Viele Fans und Experten gehen davon aus, dass bei Odermatts Anlagen in den kommenden Jahren noch einige Kugeln und Medaillen hinzukommen dürften. Doch bei allem Ehrgeiz soll der Spaß auch in Zukunft nicht zu kurz kommen. "Etwas überspitzt formuliert gewinne ich lieber eine Kristallkugel weniger, wenn ich dafür den einzelnen Erfolg gebührend feiern kann", erklärte Odermatt.
Dafür gab es Zustimmung von Maier. "Deine Einstellung gefällt mir", lobte der "Herminator", der selbst vier Mal die große Kristallkugel gewinnen konnte. "Eine zünftige Feier im richtigen Moment kann für einen Rennfahrer gewinnbringend sein. Vor allem die schnellen Disziplinen stellen auch psychologisch eine enorme Herausforderung dar", so der 49-Jährige.
Hirschers "Leibeigener"-Aussage kommentiert auch Maier mit einem Augenzwinkern: "Wenn man es gewöhnt ist, mit dem Privatjet zu fliegen und der Pilot landet statt in Grenoble in Barcelona, könnte man sich vielleicht schon ein bisschen ausgeliefert vorkommen ..."
Auch wenn Odermatt und Hirscher bezüglich ihrer Lebensgestaltung abseits der Piste offenbar unterschiedliche Vorstellungen haben, so sind sie sich in ihrer Dominanz auf der Piste durchaus ähnlich. Der 25-jährige Schweizer siegte im vergangenen Winter dank sieben Saisonsiegen im Gesamtweltcup mit 467 Punkten vor dem Norweger Henrik Kristoffersen.

Sölden: Odermatt mit starkem Saisonauftakt

Und beim Saisonauftakt am Sonntag in Sölden machte Odermatt genau dort weiter. Trotz Fehlern im zweiten Lauf gewann er mit 0,76 Sekunden Vorsprung vor Zan Kranjec aus Slowenien. Damit wiederholte er seinen Erfolg aus dem Vorjahr.
Nach der Absage der Matterhorn-Abfahrt steigt das nächste Rennen für die Männer am 13. November in Lech/Zürs. Dort wird ein Parallel-Wettbewerb ausgetragen. Übrigens eine Disziplin die Odermatt eigentlich gerne abschaffen würde.
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Odermatt dominiert im 1. Lauf: Bestzeit beim Auftakt in Sölden

Quelle: Eurosport

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