Ski-Star Marco Odermatt zieht Zorn von Greenpeace auf sich: "Ernst der Lage nicht verstanden"

Der alpinen Doppelweltmeister Marco Odermatt hat den Zorn der Umweltorganisation Greenpeace auf sich gezogen. Grund dafür ist ein offener Brief des österreichischen Speedspezialisten Julian Schütter an die FIS, in dem er den Weltverband zu mehr Nachhaltigkeit aufforderte. Während etliche Weltcup-Fahrer das Schreiben mit ihrer Unterschrift unterstützten, fehlte Odermatts Name auf der Liste.

Highlights: Odermatt holt im Riesenslalom das WM-Double

Quelle: Eurosport

"Ich wollte meinen Namen nicht an die vorderste Stelle setzen, weil ich den Forderungen nicht zu 100 Prozent gerecht werden kann", begründete Odermatt gegenüber "CH Media" seine Haltung.
Der 25-jährige Schweizer, der sich jüngst bei der alpinen Ski-WM in Courchevel und Méribel zum Doppelweltmeister (Riesenslalom und Abfahrt) kürte, hatte anders als viele Weltcup-Fahrer während der Weltmeisterschaft darauf verzichtet, einen offenen Brief seines österreichischen Kollegen Julian Schütter an den Weltverband FIS mit seiner Unterschrift zu unterstützten.
In dem Schreiben hatte der Speedspezialist die FIS um Präsident Johan Eliasch zu mehr Klimaschutz aufgerufen. Er forderte darin unter anderem einen transparenteren Umgang mit dem Thema Nachhaltigkeit sowie die Erfüllung von Klimaneutralität bei FIS-Events bis 2035.
Als einer der Topfahrer im alpinen Weltcup habe er jedoch keine andere Wahl als viel zu fliegen, erklärte Odermatt. Allerdings sollte man "so gut wie möglich planen", das sei wichtig, so der 25-Jährige. "Es gibt hunderte Wege, wie man seinen Beitrag leisten kann. Wir fahren im Weltcup. Wenn man nicht mehr so weit reisen will, kann man im Europacup starten", ergänzte er.

Greenpeace kritisiert Odermatt

Der Umweltorganisation Greenpeace reichte diese Begründung jedoch bei Weitem nicht aus.
"Marco Odermatt scheint den Ernst der Lage noch nicht ganz begriffen zu haben. Er ist sich seiner Vorbildfunktion in der ganzen Nachhaltigkeits-Debatte offenbar nicht bewusst", polterte Nathan Solothurnmann, seines Zeichens Klima-Experte von Greenpeace, gegenüber "CH Media".
Klimaschutz bedeute mehr, "als nur auf ein paar Flüge zu verzichten", so Solothurnmann weiter. "Wenn sie als gutes Beispiel vorangehen, können sie darum viel mehr bewirken, als nur die eigenen Emissionen zu senken", nahm der Aktivist Odermatt in die Pflicht.
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Odermatt: "Dachte wirklich nicht, dass es reicht"

Quelle: Eurosport

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