Matterhorn-Abfahrt: Spektakel droht Absage - Kritik am Mega-Event reißt nicht ab
Der heftig in der Kritik stehenden Weltcup-Abfahrt am Matterhorn droht bei der Premiere die Absage. Der Grund: Aufgrund des angekündigten Wetters und des Zustandes der Gletscherpassagen könnte das Mega-Event vom 26. bis 30. Oktober ausfallen. Start des Rennens auf der Gran-Becca-Piste ist in der Schweiz, das Ziel würden die Aktiven in Italien erreichen - ein Novum, das nun auf der Kippe steht.
Mega-Abfahrt am Matterhorn: Testfahrt liefert erste Einblicke
Quelle: Eurosport
Vom Start in 3700 Metern, ursprünglich sollt es sogar auf 3899 m losgehen, über dem Meeresspiegel geht es aus dem Schweizer Kanton Wallis hinab ins knapp 900 Höhenmeter tiefer gelegene Ziel im italienischen Aostatal. Ein Weltcup-Rennen in solcher Höhe und über Ländergrenzen hinweg gab es noch nie - und das vor der Traumkulisse des Matterhorns, das als meistfotografierter Berg der Welt gilt.
So stellen sich die Organisatoren die Rekord-Abfahrt vor.
Keine Frage: Die Weltcup-Rennen am 29. und 30. Oktober (Männer) sowie am 5. und 6. November (Frauen) werden Bilder produzieren, die es so noch nie gab. Falls überhaupt gefahren wird.
"Wenn wir in den nächsten Wochen nicht die nötige Unterstützung von der Natur erhalten, wird es Ende Monat keine Weltcuprennen geben", erklärte FIS-Speed-Chef Hannes Trinkl. Im letzten Drittel der Piste sei man "auf tiefe Temperaturen angewiesen, damit genügend Kunstschnee produziert werden kann. Und auf dem Gletscher im Mittelteil wird noch eine Portion Naturschnee benötigt."
Kein Kunstschnee auf den Gletscherpassagen
Denn: "Wir haben aus ökologischen Gründen von Anfang an vereinbart, dass die Gletscher-Passagen auf dieser Abfahrt nicht künstlich beschneit werden dürfen", betonte Trinkl. Nach Angaben von Meteorologen könnten Ende Oktober aber noch einmal verhältnismäßig warme Temperaturen im Wallis auftreten, was zur Absage führen könnte.
Währenddessen reißt die Kritik an der Matterhorn-Abfahrt nicht ab. "Ich glaube nicht, dass es der Sicherheit dient, wenn man zu Beginn eines Weltcup-Winters auf einer Höhe von 4000 Metern eine Abfahrt startet, deren Laufzeit zweieinhalb Minuten beträgt", monierte etwa Dominik Paris, Super-G-Weltmeister von 2019 und WM-Silbermedaillengewinner in der Abfahrt 2013.
ÖSV-Coach äußert massive Sicherheitsbedenken
Seit Jahren werde "davon gesprochen, dass der Skisport sicherer werden muss. Dann wird ein Rennen zu einem Zeitpunkt angesetzt, an dem sich die Damen vor der Nordamerikatournee nochmals erholen und einen Trainingsblock einschieben können", kritisierte ÖSV-Coach Christoph Alster die Ansetzung gegenüber der österreichischen "Krone".
Ob das Rennen am Ende stattfindet oder nicht - es wird Schlagzeilen geben, so oder so.
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Quelle: Longines Alpine Skiing
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