Nach Kritik von Superstar Marco Odermatt zum Schienbeinschoner-Verbot: FIS-Chef Michel Vion verteidigt Entscheidung

Marco Odermatt und einige andere Athleten aus dem Schweizer Ski-Team hatten gehofft, dass das FIS-Council das Schienbeinschonerverbot nicht bestätigen würde - vergeblich. Ab der kommenden Saison ist das Tragen der Schoner nur noch in gesundheitlichen Ausnahmefällen möglich. FIS-Chef Michel Vion verteidigte die Entscheidung des Weltverbands gegen Odermatts scharfe Kritik an dieser Entscheidung.

Marco Odermatt

Fotocredit: Getty Images

Als FIS müsse man "an das große Ganze denken", sagte Vion gegenüber der "Kronen Zeitung": "Wir haben wissenschaftliche Daten, die das erhöhte Verletzungsrisiko bestätigen, also ist es unsere Pflicht, dass wir eingreifen."
Eine Studie der Universität Innsbruck fand gemeinsam mit der Gesundheitsabteilung des Weltverbands heraus, dass die Karbonschoner eine direktere Rennlinie begünstigten, aber damit auch das Verletzungsrisiko erhöhe. Cyprien Sarrazin trug bei seinem schweren Sturz in Bormio jene Schoner.
Für Odermatt ein "Riesenseich" - grober Unfug - wie er gegenüber dem Schweizer "Blick" sagte. Er und andere Schweizer Athleten haben mit Entzündungen der Schienbeine zu kämpfen, die durch die Schoner gelindert werden konnten. Der Schweizer Superstar vermutete eine "Trotzreaktion" der Österreicher, die mit den Schonern keine besseren Zeiten erzielt hätten.
"Natürlich verstehen wir die Athleten, die so schnell wie möglich sein wollen und dieses Ziel über alles andere stellen", sagte Vion: "Und in manchen Fällen können diese Schoner auch einen positiven Effekt bei gesundheitlichen Problemen haben."

Ausnahmeregelungen aus gesundheitlichen Gründen möglich

Der Kongress der FIS hatte das Verbot vom März nun bestätigt. Dort wurde beantragt, dass im Reglement ab sofort festgehalten wird, dass im Skischuh keine zusätzlichen, starren Teile getragen werden dürfen.
Allerdings sind Ausnahmeregelungen aus gesundheitlichen Gründen erlaubt. Die Schoner dürfen dann nur aus weichem Material wie Gel oder Schaumstoff sein und die Höhe der Skischuhzunge nicht überschreiten.
Es gab vom FIS-Kongress noch eine weitere gute Nachricht für Odermatt und Co.: Das Mindestpreisgeld im Weltcup steigt um mindestens zehn Prozent bei allen Wettbewerben - maximal um 20 Prozent "auf freiwilliger Basis" der Veranstalter.
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Odermatt exklusiv: "Das war die größte Herausforderung"

Quelle: Eurosport


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