Olympia 2026 - Ski Alpin: Lena Dürr exklusiv über Einfädel-Drama im Slalom: "Man denkt, man kriegt noch eine Chance"

Lena Dürr hat im zweiten Durchgang des Slaloms bei Olympia 2026 in Cortina d'Ampezzo ein Drama erlebt. Als Vorletzte startete sie mit Medaillenaussichten, ihr Lauf dauerte kaum eine Sekunde: Die DSV-Athletin fädelte am ersten Tor ein und schied aus. Es war ein weiterer olympischer Rückschlag für die Münchnerin, aber wohl der schlimmste bisher. Im Interview versuchte sie sich an einer Erklärung.

Exklusiv: Das sagt Dürr zum Drama im Slalom

Quelle: Eurosport

"Ich habe mir eigentlich nicht viel gedacht am Start", begann Lena Dürr am Eurosport-Mikrofon im Gespräch mit Viktoria Rebensburg. "Ich hatte eine Idee, einen klaren Plan. Und dann geht das so schnell, dass man es echt gar nicht versteht. Deswegen bin ich auch erstmal stehen geblieben dort oben. Man denkt erst einmal: 'Ah ja, jetzt kriege ich ja noch eine Chance!' Das kommt irgendwie nicht im Kopf an und ist es wahrscheinlich jetzt auch noch nicht."
Als der Medaillentraum geplatzt war, verdrängte Dürr das "beschissene Gefühl" ihres brutalen Einfädlers und zeigte Größe. "Das werde ich in meinem Leben nicht mehr sehen", sagte die 34-Jährige und klatschte nach ihrer Olympia-"Katastrophe" tapfer Beifall für die Slalom-Siegerinnen um die goldene Mikaela Shiffrin.
Während die Ski-Königin sich von ihrem Winterspiele-Fluch erlöste, schrieb Dürr das nächste und wohl letzte dunkle Kapitel ihres ganz persönlichen Olympia-Dramas.
"Katastrophe, worst case", stöhnte sie über das Aus am ersten Tor des zweiten Laufs, in den sie als "Halbzeit"-Zweite gegangen war.
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Am ersten Tor eingefädelt! Drama um Dürr im Slalom

Quelle: Eurosport

Im Gespräch mit Eurosport-Expertin Rebensburg konnte Dürr das Geschehene schon wieder besser einordnen: "Einfach dort oben zu stehen mit der besten Ski-Version von mir selbst - ich denke, ich bin selten so gut Ski gefahren wie heute und im Riesenslalom. Das ist schon ein kleiner Sieg, von dem man sich auf der Ergebnisliste aber nichts kaufen kann."

"Du hättest eine von denen sein können"

Weiter sagte sie: "Es geht so schnell und dann denkt man: 'Oh, was ist jetzt los?' So geht's mir auch jetzt noch ein bisschen. Ich hätte es wieder versucht, war vorne dabei - und allein schon zu wissen, da vorn mitzukämpfen an so einem Tag, ist schon ein gutes Gefühl."
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Highlights Slalom-Drama: Dürr vergibt Medaille - Shiffrin zaubert

Quelle: Eurosport

Bei der Siegerehrung fand sie Trost an der Schulter der Schwedin Sara Hector. "Schade, du hättest auch eine von denen sein können", gab sie deren Worte wider. Doch weil Dürr dieser "dämliche" Fehler unterlaufen war, schaute die Team-Zweite von 2022 nur zu.
Diese Chance kommt wohl nicht wieder. "In vier Jahren noch mal die Ringe zu sehen, das ist absolut unwahrscheinlich", sagte sie, auch wenn sie ihre Karriere fortsetzen will nach diesem Fehler, der sie "bei einem FIS-Rennen vor 15 Jahren" vielleicht mal ereilt habe.
"Ihre" Silbermedaille ging an Weltmeisterin Camille Rast aus der Schweiz, die stolze 1,50 Sekunden hinter Dominatorin Shiffrin lag. Die US-Amerikanerin sicherte sich nach acht Olympia-Rennen in Serie ohne Podestplatzierung und einer Reihe von Pleiten, Tränen, Pech und Pannen zum zweiten Mal nach 2014 Slalom-Gold. Bronze holte bei perfekten Bedingungen die Schwedin Anna Swenn Larsson.
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Rebensburg über Dürr-Aus: "Vorgeschichte auszublenden extrem schwer"

Quelle: Eurosport

Dürr-Drama: Erinnerung an Peking 2022

Schon im Riesenslalom war Dürr am vergangenen Sonntag Zweite nach dem ersten Durchgang gewesen. Im Finale lag sie bis kurz vor dem Ziel auf Medaillenkurs, fiel aber auf Rang neun zurück. Ähnlich bitter war der Olympia-Slalom in Peking 2022 verlaufen: Damals ging sie als Führende in den zweiten Lauf, fiel aber auf Platz vier zurück. 0,07 Sekunden fehlten zu Bronze, nur 0,19 s zu Gold.
Auch daran wurde Dürr an diesem schwarzen Tag in Cortina erinnert: "Ich habe noch lange mit Petra (Vlhova) geredet und da haben wir an die Situation vor vier Jahren gedacht, wo ich daneben stand als Vierte und sie gewonnen hat. Sie hat mich oben vor dem zweiten Durchgang umarmt und wollte mir ihre Energie von damals mitgeben. Das ist das, was es auch ausmacht - wenn man sieht, wer dort unten steht, mit dir leidet und es dir gewünscht hätte. Dann hat man als Mensch wohl was richtig gemacht."
(mit SID)
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Augen zu und genießen: Shiffrin saugt auf dem Podium alles in sich auf

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