Olympia 2026 - Ski Alpin: Mikaela Shiffrin im exklusiven Interview über mentale Vorbereitung auf Cortina d'Ampezzo
Publiziert 21/02/2026 um 09:02 GMT+1 Uhr
Mikaela Shiffrin hat bei Olympia 2026 in Cortina d'Ampezzo die Goldmedaille im Slalom erobert und damit Geister einer dunklen Vergangenheit vertrieben. Im exklusiven Interview mit Eurosport gibt die US-Amerikanerin bemerkenswerte Einblicke in die mentale Vorbereitung auf diese Winterspiele und zeigt auch die positiven Nebenwirkungen ihres tiefen Falls von vor vier Jahren bei Olympia in Peking auf.
Highlights Slalom-Drama: Dürr vergibt Medaille - Shiffrin zaubert
Quelle: Eurosport
Fluch, Trauma, Rätsel - was war vor den Olympischen Spielen nicht alles mit den vergangenen Auftritten von Mikaela Shiffrin im Schein der fünf Ringe in Verbindung gebracht worden.
Das bittere Abschneiden der achtmaligen Weltmeisterin bei den Winterspielen in Peking verfolgte sie in den zurückliegenden vier Jahren, immer wieder wurde das Thema aufgekocht. Damals ging Shiffrin in sechs Disziplinen an den Start, schied dreimal aus und verließ China ohne Medaille.
In Cortina d'Ampezzo wurde der Superstar mit diesen Fragen - natürlich - erneut konfrontiert. Ein Umstand, der nicht spurlos an Shiffrin vorbeiging.
"An manchen Tagen habe ich den Druck enorm verspürt, an manchen wiederum weniger", blickt Shiffrin im exklusiven Interview mit Eurosport einen Tag nach ihrem Olympiasieg im Slalom zurück und schiebt nach: "Tatsächlich war das im Sommer viel mehr der Fall, als ich daheim war und nicht Skifahren konnte."
Shiffrin: "Ich habe nur geweint"
Die Gedankenflut, die sie damals hinsichtlich der nahenden Olympischen Spiele in Cortina überkam, bewältigte sie nicht allein.
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"Ich hatte viele Gespräche mit meiner Psychologin. Im Juli haben wir erstmals spezifisch über Olympia und meine Gefühle dazu gesprochen - und ich habe nur geweint", erinnert sie sich.
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Augen zu und genießen: Shiffrin saugt auf dem Podium alles in sich auf
Quelle: Eurosport
In diesen Sitzungen habe sie versucht, sich vorzustellen, wie es sich anfühlen würde, die Ziellinie zu überqueren und olympisches Gold zu gewinnen - wie es schon 2014 in Sotschi (Slalom) und 2018 in Pyeongchang (Riesenslalom) der Fall war. "Wir haben herausgefunden, dass ein Teil von mir das gar nicht erreichen wollte", so Shiffrin.
Dafür sei vor allem der Verlust ihres Vaters im Februar 2020 verantwortlich. "Alle Dinge in deinem Leben werden zu neuen Erfahrungen - weil diese Person nicht mehr da ist. Und dieser Teil von mir wollte nicht wissen, wie es sich anfühlt, eine Medaille bei den Olympischen Spielen zu gewinnen, ohne diesen Moment mit ihm teilen zu können", merkt die 30-Jährige an. "Seit dem Tod meines Vaters ist alles wieder ein erstes Mal."
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Überlegen zu Gold! Ski-Königin Shiffrin besiegt Olympia-Fluch
Quelle: Eurosport
Dieser Aspekt sei nur einer von vielen gewesen, die sie mit ihrer Psychologin besprochen habe. "Wir haben uns sehr viel ausgetauscht, mit meinem Team gesprochen - einfach um offen, ehrlich und auch verwundbar zu sein", hebt die Ausnahmesportlerin hervor. "Das war meine Taktik, um zu diesen Winterspielen zu kommen und bereit zu sein."
Shiffrin: Peking war eine wichtige Erfahrung
Mit zwei fantastischen Läufen und einem Vorsprung von 1,50 Sekunden auf die Schweizer Silbermedaillengewinnerin Camille Rast krönte sich Shiffrin schließlich zum dritten Mal in ihrer Karriere zur Olympiasiegerin.
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Auch, weil sie einem simplen Ansatz folgte. "Am Ende ist es ziemlich einfach: Es ist nur Skifahren", unterstreicht die Rekordweltcupsiegerin aus Vail im US-Bundesstaat Colorado. Nach ihrem Gold in Sotschi "war ich auf vieles nicht vorbereitet, und der einzige Weg, das zu sein ist: Die Erfahrungen zu machen".
Dies sei über die vergangenen zwölf Jahre ein Prozess gewesen. "Über Südkorea, über Peking. Und es gibt wahrscheinlich immer noch sehr viele Dinge zu lernen." Was Shiffrin wichtig ist, zu betonen: Ohne jene schicksalhafte Reise nach Peking wäre all dies nicht möglich gewesen.
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Shiffrin bricht die Stimme: Moment bei Siegerehrung als Gedenken
Quelle: Perform
"Es sind manchmal nicht die Siege, sondern die Rennen, in denen man zwar nicht gewinnt, aber man sich verbessert und spürt: Ich komme meinem Ziel näher. Diese Momente sind besonders. Man muss ein Tief erleben, um wieder Höhen erleben zu können."
Peking sei "ein Auslöser für viel Wachstum in meinem Leben" gewesen, erkennt sie heute. "Seitdem wurde mein Leben in vieler Hinsicht besser, auf eine Art, wie es ohne diese Erfahrung niemals möglich gewesen wäre."
Als positiv wolle sie ihr tragisches Scheitern damit aber nicht darstellen. "Ich will nicht mehr daran denken," stellt Shiffrin klar. "Es war keine gute Erfahrung - aber ich bin nur mein heutiges Ich, weil das ein Teil meiner Reise war."
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Eigene Liga: Shiffrin deklassiert Slalom-Konkurrenz im ersten Lauf
Quelle: Eurosport
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