Eigentlich müssten Sofia Goggia und Federica Brignone happy sein. Beide Stars der italienischen Ski-Mannschaft holten bei den Olympischen Spielen in Peking eine Medaille.
Goggia gewann in der Abfahrt Silber, Brignone wurde Zweite im Riesenslalom.
Doch es rumort kräftig im Lager der Italienerinnen - genauer gesagt zwischen Goggia und Brignones Mutter, Maria Rosa Quario.
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Quario, selbst ehemalige Skifahrerin, war Goggia in ihrer Funktion als Journalistin während Olympia angegangen. Zunächst spielte sie Goggias Verletzung am linken Kreuzband herunter.

Mama Brignone: "Sofia und Federica waren noch nie Freundinnen"

"Sofia sieht sich im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit, das genießt sie. Sie sucht höllisch nach Anerkennung. Federica ist dagegen schüchtern und sie interessiert es nicht, was die Leute über sie denken“, sagte die 60-Jährige bei "Radio Capital" "Die zwei waren noch nie Freundinnen. Auch als sie noch niemand kannte, konnten sie nicht gut miteinander."

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Nach der Abfahrtsmedaille für Goggia in Peking legte Brignones Mama nach.
"Bis gestern meinte ich, dass sie eine menschliche Skifahrerin ist. Doch ich habe mich geirrt", schrieb Quario in einem Artikel für die Zeitung "Il Giornale". "Wirkt ein Mensch nicht egozentrisch, wenn er wenige Stunden nach dem Rennen zu Hause anruft, aber nicht, um seine Freude und seinen Stolz zu teilen, sondern um zu erfahren, wie die Reaktionen auf seine Medaille in Italien waren?"
Goggia ließ die Anschuldigungen nicht auf sich sitzen - die Speed-Spezialistin schoss ein paar Tage später zurück.
"Es ist das erste Mal, dass ich offen und klar darüber spreche. Ich will diesen Konflikt nicht weiter schüren“, sagte sie gegenüber "RTL". "Die Worte von Quario sind aber nicht nur ein Affront gegen mich, sondern gegen alle, die sich um mich gekümmert haben und es für alle anderen Athleten weiter tun. Denn ich, die Ärzte sowie die Trainer wissen genau, wie es um mich wenige Tage vor Olympia stand."

Täglich 15 Stunden schuften für den Olympia-Traum

Um sich ihren Traum von der Olympia-Teilnahme realisieren zu können, habe Goggia nach ihrer Ende Januar in Cortina d'Ampezzo erlittenen Knieverletzung täglich 15 Stunden geschuftet.

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"Der erste Tag auf dem Schnee in China war für mich traumatisch. Es war wirklich schwer", schildert die 29-Jährige. Doch mit der Silbermedaille haben sich alle Mühen ausgezahlt.
Im Weltcup strebt Goggia den Gewinn der kleinen Kristallkugel in der Abfahrt an. Nach sechs von neun Rennen führt sie die Disziplinwertung mit 400 Punkten vor der Schweizerin Corinne Sutter (331) und Ramona Siebenhofer aus Österreich (278) an.
Die nächsten beiden Damen-Abfahrten stehen am kommenden Wochenende (Samstag und Sonntag im Liveticker) in Crans Montana an.
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