Olympiasiegerin Ester Ledecka im Exklusiv-Interview mit Viktoria Rebensburg: "Ich war immer mehr eine Snowboarderin"
VonJan Zesewitz
Update 14/01/2026 um 20:14 GMT+1 Uhr
2018 gelang Ester Ledecka etwas, das man bis dahin nicht für möglich gehalten hatte: Die Tschechin gewann bei den Olympischen Spielen in Pyeongchang Gold im Super-G und im Snowboard-Parallelslalom. Sowohl in den alpinen Speed-Disziplinen als auch im Snowboard ist sie seither in der Weltspitze. Im Exklusiv-Interview mit Viktoria Rebensburg erzählte sie, wie sie die beiden Disziplinen kombiniert.
Ledecka exklusiv vor Olympia: "Ich muss auf schlechtes Wetter hoffen"
Quelle: Eurosport
"Ich bin zu Beginn der Saison mehr auf Ski gefahren, das war der Plan, aber zwischendurch gibt es immer wieder auch Snowboard-Trainings", erzählte Ledecka. "Zum Beispiel war ich über die Weihnachtstage viel auf dem Snowboard. Da haben wir die Ski-Weltcuppause genutzt."
In diesem Jahr nahm die Tschechin noch nicht an Snowboard-Wettbewerben teil, dafür startete sie mit ordentlichen Ergebnissen in die Ski-Saison. Ihr bestes Ergebnis war ein sechster Platz in der Abfahrt in Val d'Isère.
"Es war ein eher langsamer Start für mich in St. Moritz", sagte Ledecka, die in der Schweiz zum Auftakt in die Saison 2025/26 in den beiden Abfahrten 22. und 17. und im Super-G 16. wurde. "Aus irgendeinem Grund ist das einfach nicht meine Piste. Ich verstehe es auch nicht, aber ich tat mir da immer schwer, gute Resultate einzufahren. Val d'Isère war ein richtig schönes Rennen und in Zauchensee ebenfalls, sehr kurz, aber ein cooles Rennen mit einem guten Ergebnis."
Das große Ziel der dreifachen Olympiasiegerin sind die Spiele in Mailand und Cortina. Wieder will sie in beiden Disziplinen antreten und am besten - wie 2018 in Pyeongchang - Edelmetall gewinnen. Gerade auf Skiern war sie damals noch eine Überraschung, seither gewann sie vier Weltcup-Rennen.
Ledecka: "Ich mag keine Erwartungshaltungen"
Mit diesem Fokus startete die Tschechin in die Saison: "Mein Ziel war es, mich wieder in beiden Disziplinen für Olympia zu qualifizieren, das ist mir zum Glück sehr früh gelungen", erzählte sie.
Von Eurosport-Expertin Rebensburg auf ihre eigene Erwartungshaltung angesprochen, sagte Ledecka: "Ich mag Erwartungen eigentlich gar nicht so gerne. Wenn man sagt, dass man alles in Grund und Boden fährt, dann gilt man als Angeberin und wenn man es dann nicht schafft, ist es eine Enttäuschung. Wenn man die Erwartungshaltung niedrig ansetzt, behaupten die Leute, man würde es nicht richtig versuchen. Es gibt also keine Überraschungen – ich hoffe aber, dass ich mich selbst überraschen kann."
So wie 2018, als sie im Super-G die Goldmedaille gewann. Seitdem ist sie in beiden Disziplinen in der absoluten Weltspitze, wurde 2020 Zweite im Abfahrts-Weltcup. "Ich bin eine bessere Skifahrerin als damals", sagte sie, "was komisch klingt, weil ich damals Olympia-Gold gewonnen habe, aber ich glaube, dass alle anderen auch besser geworden sind. 2018 war ich Snowboarderin, es gab keine Erwartungen."
Und was ist sie jetzt? Snowboarderin oder Skifahrerin? "Ich habe mich immer mehr als Snowboarderin gesehen und auch wenn ich jetzt weniger fahre als früher, würde ich das immer noch behaupten. Der Fokus hat sich verändert, aber wenn ich auf dem Snowboard bin, fühle ich mich noch etwas mehr zu Hause."
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