ÖSV-Boss Christian Mitter reagiert auf Vorwürfe gegen Cheftrainer Roland Assinger - Kritik sei "etwas zur Mode geworden"

Seit vergangenem April bekleidet Christian Mitter das Amt des Sportlichen Leiters beim Österreichischen Ski-Verband (ÖSV) und bereits im Sommer kommt auf den 45-Jährigen jede Menge Arbeit zu. Nach der scharfen Kritik von Angelina und Amanda Salzgeber in Richtung Cheftrainer Roland Assinger hat sich der Steirer zu Wort gemeldet. Dabei hob er hervor, dass Konflikte im Profisport unvermeidbar sind.

Christian Mitter hat auf die scharfe Kritik an ÖSV-Cheftrainer Roland Assinger reagiert

Fotocredit: Imago

Im Leistungssport gebe es "gewisse Limits und Grenzen", erklärte Mitter im Interview mit der "Kleinen Zeitung", räumte jedoch gleichzeitig Verbesserungspotenzial ein: "Aber wir müssen in der Interaktion rund um Vertrauen und Wertschätzung besser werden."
In den vergangenen Wochen sah sich der ÖSV immer wieder mit Kritik konfrontiert, vor allem Super-G-Weltmeisterin Stephanie Venier oder nun auch die Salzgeber-Schwestern beschwerten sich öffentlich über den Führungsstil von Damen-Cheftrainer Assinger.
"Das ist im Sommer etwas zur Mode geworden und auch legitim", blickte Mitter auf die Vorwürfe. "Dieses sich Ungerecht-Behandelt-Fühlen ist immer extrem ungut, aber auch nichts Neues."
Trotzdem sei es ungewöhnlich, dass die Entscheidungen zurzeit derart öffentlich breitgetreten werden. "Intern gibt es immer wieder nach Selektionen Unverständnis. Nur muss man es sich genauer ansehen, weshalb das Unverständnis so groß ist, dass man den Weg an die Öffentlichkeit wählt", so Mitter.

Mitter: "Jeden wird man nie glücklich machen"

In einem Individualsport platzt so mancher Traum, "jeden wird man nie glücklich machen", führte der Österreicher aus. "Das geht nie ganz ohne Konflikte oder Spannungsfelder."
Mitter weiß, wovon er spricht, immerhin fungierte er zwischen 2019 und 2022 selbst als Cheftrainer der ÖSV-Damen. Zuletzt betreute er die norwegischen Technik-Herren.
Auch deshalb weiß er, worauf es in der Kommunikation mit den Athletinnen ankommt. "Es ist eine schwierige Situation, in der wir darauf achten müssen, dass sich die Athletinnen respektvoll und gut behandelt fühlen", hob er hervor. "Es gibt nichts Schlimmeres für einen Athleten, wenn er ansteht und das System quasi blockiert ist."
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Amanda Salzgeber und ihre Schwester Angelina sind zurückgetreten

Fotocredit: Getty Images

Salzgeber-Schwestern üben Kritik an Chefcoach

Der Austausch muss jedoch von beiden Seiten angenommen werden. "Eine Nichtselektion muss nicht gleich ein Rücktritt sein", mahnte Mitter und zeigte auf, wie man mit einem Rückschlag umgehen kann. "Ein gutes Beispiel ist Nadine Fest, die sich nach einer starken Europacupsaison das Fixticket für den Weltcup geholt hat. Das beflügelt sie garantiert."
Amanda Salzgeber hatte es jüngst als "Wahnsinn" bezeichnet, "dass dir dein Traum so weggenommen wird. Wie ein Mensch deine ganze Zukunft mitentscheiden kann." Ihr Rücktritt sei auch auf den Umgang von Assinger mit den Athletinnen zurückzuführen. Doch Mitter lässt das nicht so einfach stehen, am Ende werden Entscheidung auf sportlicher Basis getroffen.
"Der Kern der Sache ist ein geiler und guter Schwung, den man sich verinnerlichen muss", unterstrich er. "Dazu kommt eine Grundstabilität. Letztlich kochen alle nur mit Wasser und auch Höhen und Tiefen sind Teil des Spitzensports."
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Quelle: Eurosport


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