Olympia 2018 - Ski Alpin: Vor André Myhrer verneigt sich sogar Schwedens König

Der große Ingemar Stenmark war ganz ruhig. Er sah dem Favoritensterben in Pyeongchang von Stockholm aus zu und dachte: War doch klar. "André", sagte die schwedische Ski-Legende bei "Kanal 5" nach dem olympischen Slalom über seinen legitimen Nachfolger Andre Myhrer, "ist schlau und alles perfekt gefahren, Kristoffersen hätte ihn eh nicht gekriegt. Und Hirscher auch nicht, das war nicht sein Tag."

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Fotocredit: Eurosport

Große Worte, gelassen ausgesprochen.
Nicht Topfavorit Marcel Hirscher, der auf der "Mission Hattrick" nach 22 Sekunden scheiterte, und auch nicht Henrik Kristoffersen, der Erste nach Lauf eins, holte Olympia-Gold im Slalom. Nein, es ging in einem verrückten Rennen sensationell an André Myhrer. "Verdammt, ist das geil!", schrie die hoch dekorierte Anja Pärson im Zielraum und schwenkte unter Tränen ihr Schweden-Fähnchen, "das ist so cool! Sch...., was für ein Rennen!"
Und hinter ihr, auf der Tribüne von Yongpyong, verneigte sich Schwedens König Carl Gustaf XVI. vor seinem Untertan. "Man darf nie aufgeben. Bravo!", sagte seine Majestät.

Myhrer schwor sich den Olympiasieg

Niemals aufgeben, das könnte das Lebensmotto von Myhrer sein, der sich jetzt als einziger Schwede neben Stenmark Alpin-Olympiasieger nennen darf. 2010 in Vancouver gewann er im Slalom Bronze, 2014 reiste er "in der Form meines Lebens" nach Sotschi. Dann verletzte er sich am Knie, lag trotzdem auf Silberkurs - und schied im Finale aus. Als Myhrer auf Krücken nach Hause reiste -
Dort, wo Hirscher eingeplant war. Doch nach nur 22 Fahrsekunden war für den Stenmark seiner Generation alles vorbei. Er sei mit dem Schnee nicht zurechtgekommen, sagte der Österreicher, und habe sich "sch...." gefühlt: "Hoffentlich", sagte er, "erwische ich noch ein Ticket für einen Flieger nach Hause." Der Weg schien frei für Kronprinz Kristoffersen, doch der Norweger scheiterte im Finale am zehnten Tor. "Ich kann damit leben", behauptete er, "ich bin ja noch jung..."
Anders als Myhrer, der mit 35 Jahren nach Aksel Lund Svindal (Norwegen/Abfahrt) älteste alpine Olympiasieger:
Dass er nun auf einer Stufe mit der "Institution" Stenmark stehe, sei "eine große Ehre".

Myhrer darf sich eine neue Gitarre kaufen - oder zwei?

Zu Hause, im südostschwedischen Hudiksvall, jubelte Myhrers Frau Madelene "so laut, dass ich die Kinder aufgeweckt habe", wie sie im "Expressen" berichtete. Bis ihr Mann heimkehrt, kann sie schon mal Platz frei räumen. Myhrer sammelt Gitarren, nach jedem seiner acht Weltcupsiege hat er sich eine gekauft.
Ohne Zählbares dürften die deutschen Alpinen abreisen, erstmals seit 2006 gab es keine Einzelmedaille. Fritz Dopfer belegte im Slalom Rang 20, Linus Straßer schied aus. "Bitter" und "nicht lustig" fand Alpindirektor Wolfgang Maier das.
Während Dopfer sich nach seiner schweren Verletzung teuer verkaufte, gab es für Straßer Kritik von Felix Neureuther, weil er sein Aus auf die schwierigen Verhältnisse geschoben hatte. "Er soll keine Ausreden suchen", sagte der verletzte Teamleader, der das Rennen für Eurosport kommentierte.

Teamwettbewerb als letzte Chance für DSV-Asse

Als letzte Medaillenchance bleibt der erstmals bei Olympia ausgetragene Teamwettbewerb am Samstag. Wobei sich Maier keinen Illusionen hingibt:
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