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Sieg statt Sturz - Dreßen schreibt Abfahrts-Geschichte: "Heute werde ich mitsingen"

Sieg statt Sturz - Dreßen schreibt Abfahrts-Geschichte: "Heute werde ich mitsingen"
Von Eurosport

13/02/2020 um 15:18Aktualisiert 13/02/2020 um 16:32

Thomas Dreßen hat sich seinen dritten Abfahrts-Sieg in der laufenden Saison geholt. Der Deutsche raste in Saalbach-Hinterglemm auf Platz eins. Auf der Strecke, wo er einst sein erstes Rennen im Weltcup gefahren war, setzte sich Dreßen trotz eines Fehlers im oberen Streckenabschnitt mit einer Zeit von 1:32.96 vor den beiden Schweizer Beat Feuz (+0,07 Sekunden) und Mauro Caviezel (+0,09) durch.

Video - "Spinnst eigentlich?" Dreßen rast nach Fehler noch zur Bestzeit

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Thomas Dreßen hat für das nächste Highlight gesorgt und die Weltcup-Abfahrt in Saalbach-Hinterglemm gewonnen. Der 26-Jährige aus Mittenwald raste zwei Wochen nach seinem Heimsieg in Garmisch-Partenkirchen trotz eines Beinahe-Sturzes auf der verkürzten Schneekristall-Piste in 1:32,96 Minuten zu seinem fünften Triumph.

Dreßen ließ in einer knappen Entscheidung mit Startnummer 13 am 13. Februar den früheren Weltmeister Beat Feuz (Schweiz/0,07 Sekunden zurück) und dessen Teamkollegen Mauro Caviezel (+0,09) hinter sich und gewann als erster Deutscher zwei Weltcup-Abfahrten hintereinander. Mit seiner siebten Podestfahrt in der Königsdisziplin zog er zudem mit dem bisherigen deutschen Rekordhalter Markus Wasmeier (zwei Siege) gleich.

"Ich habe nicht mehr damit gerechnet, dass der Ski an meinem Fuß bleibt und mich schon so positioniert, dass ich es abfange und nicht stürze", sagte Dreßen im "ZDF":

"Aber wie heißt's immer so schön: It's not over until the fat lady sings - und heute werde ich mitsingen."

Dreßen kann Sieg nicht fassen

Als nach seiner zirkusreifen Einlage auf der Schneekristall-Piste im Ziel plötzlich die "1" aufleuchtete, schüttelte er verblüfft den Kopf und fasste sich an den Helm. "Ich habe gedacht: Spinn' ich, oder was? Mit dem Schnitzer ...", erklärte er sein ungläubiges Staunen. Doch es stimmte: Der 26-Jährige war trotz eines groben Fehlers auch in Saalbach-Hinterglemm nicht zu schlagen und gewann knapp zwei Wochen nach dem Heimsieg in "GAP" seine fünfte Weltcup-Abfahrt.

"So ganz checken tue ich es eh noch nicht", sagte Dreßen noch eine halbe Stunde danach. Das konnte er, als am Fuße des Zwölferkogels ihm zu Ehren die deutsche Nationalhymne gespielt wurde. Das wird für den Mittenwalder fast schon zur Gewohnheit.

Dreßen mit gefühltem Heimsieg

Weil er 2013 im nahem Ski-Gymnasium von Saalfelden seine Matura (Abitur) abgelegt hatte, war es so für ihn der nächste "Heimsieg", meinte er grinsend. "Ich habe direkt vor dem Rennen noch meinen alten Trainer von der Schule gesehen", berichtete Dreßen, "da bin ich mir wieder vorgekommen wie in der Schulzeit." Das "Ratschn" (Quatschen) mit dem einstigen Mentor und die Unterstützung zahlreicher ehemaliger Klassenkameraden gab ihm die nötige Lockerheit für den technisch anspruchsvollen Kurs.

Dabei ging es für Dreßen auf der Strecke, auf der er 2015 sein Weltcup-Debüt gefeiert hatte, denkbar schlecht los. Er hatte auf der nach Schneefall verkürzten Strecke schwer zu kämpfen, als es ihm bei der Ausfahrt Starthang die Skier auseinander riss. Danach habe er gedacht:

"Das Rennen fängt jetzt neu an, mach das, was du mit den Trainern besprochen hast."

Das sei "perfekt aufgegangen".

Dreßen mit starkem Schlussabschnitt

Vor allem im unteren Abschnitt spielte Dreßen sein famoses Skigefühl aus und düpierte die Konkurrenz. Als er dies im Ziel begriffen hatte, zeigte er die Siegerfaust und rief: "Ja, Mann!" Knappe 0,07 Sekunden oder umgerechnet 1,81 Meter betrug sein Vorsprung auf den früheren Weltmeister Beat Feuz, dem der Gesamtsieg in der Abfahrt zwei Rennen vor Saisonende kaum mehr zu nehmen ist.

Nur Dreßen, der in seiner Comeback-Saison 194 Punkte Rückstand hat, könnte dem Schweizer den dritten Titel in Serie noch streitig machen. "Das hat der Beat auch gemeint", berichtete Dreßen und lachte, "aber ich habe zu ihm gesagt: Die sieben Punkte traue ich dir schon noch zu."

Der Schlüssel für seine jüngsten Erfolge liegt laut Dreßen in Kitzbühel. Bei der Rückkehr an den Ort seines ersten Triumphs habe er es vor drei Wochen "zu perfekt" machen wollen und sei "verkrampft". Danach habe er wieder den Spaß in den Vordergrund gestellt nach dem Motto: "Fahr einfach drauf los!" Das ging in "GAP" auf - und jetzt wieder. "Der hat so einen Speed momentan, fährt locker Ski, dass er solche Fehler wegsteckt", sagte Teamkollege Andreas Sander, der als 13. zweitbester Deutscher (+1,02) war, "da sieht man mal, was er für eine Extraklasse hat." Oder, wie Dreßen es augenzwinkernd beschrieb:

"Mit voller Hos'n ist leicht stinken."

(mit SID)

Video - Dreßen legt vor - und keiner kommt ran! Die Highlights vom Sieg in Garmisch

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