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Ski WM in Are 2019: Ohne Thomas Dreßen gehören deutsche Abfahrer zu Geschlagenen

Ohne Dreßen nichts gewesen: "Und dann stehst du da wie der Depp"
Von SID

10/02/2019 um 21:38Aktualisiert 10/02/2019 um 21:46

In Abwesenheit des verletzten Kitzbühel-Siegers Thomas Dreßen gehören die deutschen Männer bei der WM-Abfahrt zu den Geschlagenen. Alpinchef Wolfgang Maier will nicht nach Ausreden suchen - jedoch hatte sich der DSV schon zugetraut, einen Läufer in die Top-Ten zu bringen. Nach den Verschiebungen waren die Deutschen offenbar noch nicht im Wettkampfmodus.

Ja, es wäre seine Strecke gewesen. "Man hat ja gesehen", sagte Alpinchef Wolfgang Maier, "wie der Dreßen im vergangenen Jahr hier gefahren ist."

Dritter im Super-G, Fünfter in der Abfahrt - elf Monate vor der WM in Are war Thomas Dreßen beim Weltcup-Finale an gleicher Stelle mittendrin gewesen in der Weltspitze. Aber der Kitzbühel-Sieger fehlte diesmal eben wegen des Kreuzbandrisses aus dem vergangenen Dezember, "und dann", ergänzte Maier, "stehst du da wie der Depp und denkst dir: Kruzefix."

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Mit "hätte, wäre, wenn" wollte sich Maier aber nicht allzu lang aufhalten nach der WM-Abfahrt der Männer, die für die deutschen Starter eher einem Schlag in die Magengrube gleichkam. Rang 25 für Dominik Schwaiger, Rang 28 für Josef Ferstl, Rang 32 für Manuel Schmid.

"Für uns war das schon eine leichte Ernüchterung", betonte Maier, ohne Dreßen hatten er und die Trainer schon damit gerechnet, "dass wir einen unter die Zehn bringen und einen unter die 20. Das hätten wir uns schon zugetraut."

"Habe nicht damit gerechnet, dass gefahren wird"

Doch als es am unberechenbaren Berg Areskutan nach zweimaliger halbstündiger Verschiebung zur Überraschung vieler Rennläufer dann plötzlich losging, waren die Deutschen offensichtlich nicht im Wettkampfmodus. Und hatte Maier zu Beginn der Woche nach der chaotischen Anreise noch behauptet, "wir sind keine Heulsusen", jammerte zumindest Josef Ferstl, im Super-G noch respektabler Sechster, ein bisschen rum:

"Ich habe mich ziemlich an die Ideallinie gehalten, aber egal, wo man gefahren ist, ist man immer im Tiefschnee gefahren."

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Maier sah es freilich etwas anders. "Ich habe nicht damit gerechnet, dass gefahren wird", gab er zu, betonte jedoch: "Was ich nicht möchte: dass man es auf die äußeren Umstände schiebt."

An Medaillen zu denken, sei "verwegen" gewesen, aber: Ferstl etwa sei schließlich direkt nach dem späteren Silbermedaillengewinner Aksel Lund Svindal auf die Strecke gegangen - und Svindal hätten nur 0,02 Sekunden zur Bestzeit seines Teamkollegen und neuen Weltmeisters Kjetil Jansrud aus Norwegen gefehlt, Ferstl 1,85.

Ja, ergänzte Maier, das Rennen bei anhaltendem Schneefall sei grenzwertig gewesen, das schon, aber: Es sei nun mal gefahren worden, und "es sind wieder die üblichen Verdächtigen vorne gewesen, deswegen muss man das auch nicht infrage stellen. Die einzigen, die nicht vorne dabei waren, sind wir." Das lag am arg vermissten Dreßen, das lag auch am ebenfalls verletzten Andreas Sander. Das lag aber vor allem an denen, die fuhren.

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