Die vergangenen zwei Wochen, sagt Linus Straßer, habe er ganz gut nutzen können.
Endlich mal kein Rennen mehr nach einer Art Vollsprint durch den Januar, dafür Training, zuletzt in Toblach eine gute halbe Stunde entfernt von Cortina d'Ampezzo.
"Es war", berichtet er, "eine sehr coole und ruhige Vorbereitung." Auf "ruhig" kam es dem 27 Jahre alten Münchner dabei vor allem an.
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Er habe sich wieder "besinnen" und "auf das Wichtige fokussieren" müssen, betont er, denn: Vor der WM war Straßer nach einem furiosen Jahresauftakt in ein Formtief gerutscht.

Neureuther: Straßer ein "absoluter Favorit"

Sein Sieg in Zagreb und ein zweiter Platz in Adelboden haben Erwartungen geweckt. Felix Neureuther nannte Straßer einen "absoluten Favoriten" auf eine WM-Medaille. Straßer sieht "das positiv, das ist ein Zeichen, dass da etwas drin ist", dass er dieses Ziel wirklich erreichen kann. Aber er betont: "Favoriten sind da andere."
Tatsächlich gab es in den bisher neun Weltcup-Slaloms in diesem Winter sieben verschiedene Sieger: Jeweils zweimal gewannen nur Henrik Kristoffersen (Norwegen) und Kombinations-Weltmeister Marco Schwarz (Österreich). Straßer ist Achter der Weltcup-Wertung, er gehört aber nicht mehr zur ersten Startgruppe der sieben Weltbesten - und wird am Sonntag (10.00 und 13.30 Uhr bei Eurosport1 und Eurosport mit Joyn) daher nicht frühzeitig ins Rennen gehen.

Zu viele Fehler: Straßer verpatzt WM-Test

Das liegt an dem Formtief, in das er gerutscht ist. Und das wiederum, erläutert er, komme von dieser Hatz durch den Januar: Acht Rennen in nur 26 Tagen, das war für Straßer zu viel. Dreieinhalb Monate hatte er wegen einer Beinverletzung vor der Saison verpasst, Ende Januar fehlte ihm dann die Substanz für den Dauereinsatz.

Straßer: "Das ist keine Krise"

"Es hört sich blöd an", räumt Straßer ein, "aber wenn es von Rennen zu Rennen zu Rennen geht, dann vergisst man manchmal auch, was einen so richtig schnell macht. Und dann hat man das Hauptaugenmerk auf den falschen Sachen." Dann passieren Ausfälle wie in Flachau oder gleich danach in Schladming, wo mangels Kraft und somit mangels Spritzigkeit das Timing fehlte.
Neureuther, dreimal Medaillengewinner am letzten Tag einer WM (2013 Silber, 2015 und 2017 jeweils Bronze), analysierte danach: "Das macht etwas mit einem, da passiert irgendwas im Kopf." Er betonte allerdings auch: "Der Linus ist so gefestigt, das kann er schon wegstecken."
Auch Straßer beteuerte: "Das ist keine Krise." Nach den beiden Ausfällen waren die Plätze 17 und 23 bei den Rennen vor der WM in Chamonix freilich auch nicht dazu angetan, Selbstvertrauen aufzubauen. All dies zusammengenommen fand es Straßer daher "ganz gut, diese ruhige Vorbereitung zu haben". Nachgedacht, fokussiert, den Akku wieder aufgeladen: Er wisse nun wieder ganz genau, was er zu tun habe, sagt er.
Aber nochmal, als einen selbstverständlichen Anwärter auf eine Medaille sieht sich Straßer trotz allem nicht. "Die Maria Höfl-Riesch", sagt er, "hat das ganz passend formuliert: Favorit ja, aber nicht im engsten Favoritenkreis. So sehe ich das auch."
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