Ski-WM - DSV-Alpindirektor Maier schlägt Alarm: Im deutschen Skisport fehlen die "Killer"

Wolgang Maier, Alpindirektor des DSV, hat seit der WM 2021, wo es überraschend dreimal Silber und einmal Bronze für die Deutschen gab, Defizite ausgemacht. "Uns fehlen ab und zu ein bisschen die Killer", sagt er auf einem Medientermin im Rahmen der alpinen Ski-WM in Courchevel und Méribel. Verbesserungsbedarf gebe es vor allem in der Ausbildung.

Alpindirektor legt Finger in die Wunde: Hier hat der DSV Defizite

Quelle: Eurosport

Wolfgang Maier klang besorgt. "Ich weiß, dass wir Dinge besser können, als wir es in der letzten Zeit gezeigt haben", sagte der DSV-Alpindirektor auf einem Medientermin am Montagabend: "Die vierten Plätze letztes Jahr waren für uns, ohne dass ich es überziehen möchten, bitter, weil wir ein bisschen unter Wert geschlagen wurden."
Im Hinblick auf die anstehenden Entscheidungen bei der alpinen Ski-WM in Courchevel und Méribel erhofft er sich mehr von den deutschen Athleten als die Leistungen der bisherigen Weltcup-Saison. Mit acht Podien in der Saison 2022/23 liegt der DSV im Nationenvergleich auf Rang sechs. Das sei jedoch gar nicht das Problem, so Maier, sondern eher, dass mit Kira Weidle, Lena Dürr und Linus Straßer nur drei DSV-Starter für diese Top-Ergebnisse verantwortlich zeichneten.
Dahinter allerdings hakt es. Auf den Plätzen vier bis zehn reihten sich die Deutschen öfter ein, 24 Mal insgesamt. Um ganz vorne mitzufahren, also um Medaillen, brauche man allerdings die Athleten, "die das Risiko verdrängen können". Heißt: Nur wer bereit ist, voll fokussiert auf das Skifahren ans Limit zu gehen, kann gewinnen.
"Wir müssen dieses Wettkampf-Gen entwickeln", so Maier: "Es ist nicht das Wichtigste, wer am schönsten oder wer die beste Linie fährt, sondern dass der, der am schnellsten ist, am Ende vorne bleibt."

Maier: "Das machen manche besser als wir"

Diese Philosophie werde beim DSV in der Ausbildung nicht genügend vorgelebt. Anders als in anderen Top-Nationen wie beispielsweise Norwegen. "Die haben ein ganz anderes System. Die lassen viel mehr die Leute im Wettkampf gegeneinander fahren, während wir in unserer Ausbildung mehr Wert auf technische Themen legen", erklärt Maier. Am Schluss gewinne jedoch derjenige, "der am brutalsten fährt. Die Technik ist Mittel zum Zweck."
In diesem Zusammenhang müsse der DSV unbedingt nachschärfen: "Das machen manche besser als wir."
Verstanden hat das offenbar Speed-Hoffnung Weidle. Zumindest verbal lässt sie den von Maier eingeforderten "Killerinstinkt" selbstbewusst erkennen. Sie sei "für Medaillen da", sagt die 26-Jährige, und deshalb ist ihr Plan für den anstehenden Super-G (Mittwoch ab 11:30 Uhr auf Eurosport 1 und im Livestream auf discovery+) simpel: "Ohne Gnade da runter, immer voll auf Zug."
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(mit SID)
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Quelle: Eurosport

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