Ski-WM 2023 - Sofia Goggia: WM-Traum wird in der Abfahrt zum Trauma für die Italienerin

Sofia Goggia ist aktuell die Grande Dame der Abfahrt - die Italienerin bleibt jedoch auch bei der Alpinen Ski-Weltmeisterschaft 2023 im französischen Méribel ohne WM-Medaille. Beim überraschenden Sieg der Schweizerin Jasmine Fleury liegt die Italienerin auf Medaillenkurs, kommt dann aber ins Schlingern und fädelt ein. Hinterher trauert sie der vergebenen Chance nach.

WM-Traum bleibt unerfüllt! Goggia fädelt in der Abfahrt ein

Quelle: Eurosport

Sofia Goggia blies im Zielbereich die Backen auf, dann schüttelte sie den Kopf. Die große Abfahrerin aus Italien blieb auch bei der Ski-WM 2023 in Méribel und Courchevel in ihrer Paradedisziplin ohne Medaille und musste nach ihrem Ausscheiden erstmal schlucken.
"So ist der Sport", sagte die Italienerin bei Eurosport gefrustet: "Mehr als enttäuscht bin ich eher traurig. Diese Chance kann mir keiner wieder geben. Das tut mir im Innersten weh, das ist schmerzhaft. Aber ich habe mir nichts vorzuwerfen. Das Leben geht weiter."
Nach rund 1:17 Minuten Fahrzeit war der 30-Jährige eine unscheinbare Bodenwelle zum Verhängnis geworden: Goggia verschnitt, wurde ausgehebelt und fuhr mit dem linken Ski durch ein Tor - Disqualifikation.
Ihre Skier hätten sich an der Ausfallstelle "komisch verhalten", sagte sie später: "Der Ski hat gegriffen, wo ich es nicht erwartet hatte. Das hat mich überrascht und nach innen gezogen."

Goggia patzt auf Medaillenkurs

In der Zwischenzeit unmittelbar zuvor war Goggia nur sechs Hundertstel Sekunden hinter Überraschungsweltmeisterin Jasmine Fleury aus der Schweiz gelegen - ohne den Patzer wäre für die Italienerin eine Medaille drin gewesen.
So aber bleibt die Olympiasiegerin von 2018 ohne Edelmetall bei Weltmeisterschaften und haderte mit ihrem Schicksal.
Mancher habe von ihr erwartet, dass sie "locker gewinnt", doch so einfach sei das nicht. "Das hat mich nicht gestört, ich war konzentriert. Aber es ist nicht so gekommen." Das sei aber auch "das Schöne am Sport - nichts ist garantiert".
Für Goggia wird der WM-Traum dennoch immer mehr zum Trauma. 2021 hatte sie die Heim-WM in Cortina d'Ampezzo verletzungsbedingt wegen eines Sturzes abseits der Piste verpasst.
picture

Highlights: Flury überrascht - Goggia patzt in der WM-Abfahrt

Quelle: Eurosport

Goggia mit Glück im Unglück

Vor den Olympischen Spielen in Peking 2022 hatte sie sich das Kreuzband angerissen, in der Abfahrt aber dann immerhin noch die Silbermedaille gewonnen.
2022/23 gewann sie nun im Vorfeld der WM vier der sechs im Weltcup ausgetragenen Abfahrten. Im Dezember in St. Moritz hatte sie sich an der Hand verletzt, tags drauf aber dennoch die Abfahrt gewonnen.
Sie war auf der WM-Strecke "kein Risiko eingegangen", erklärte sie bei Eurosport. Dennoch habe sie " Glück gehabt, dass ich diese Abfahrt zu Fuß verlassen kann." Dass sie weiter ohne WM-Medaille dastehe, ändere jedoch "nichts an meiner wundervollen Karriere und nichts daran, was für eine Skifahrerin ich bin".

Italien unter Eindruck von Fanchinis Tod

Unter dem Eindruck des viel zu frühen Todes der früheren WM-Zweiten Elena Fanchini waren die italienischen Starterinnen in der Abfahrt mit Trauerflor angetreten.
"Wir waren sehr traurig und verzweifelt", berichtete Goggia im "ZDF": "Aber wir haben auch versucht, den Schmerz in Energie umzuwandeln. Es war eine Tragödie für uns. Aber wir wollen uns an das Gute erinnern, das sie uns hinterlassen hat."
picture

'It hurts inside' - Sofia Goggia 'sorrowful' after late error costs medal in downhill

Quelle: Eurosport

Mehr als 3 Mio. Sportfans nutzen bereits die App
Bleiben Sie auf dem Laufenden mit den aktuellsten News und Live-Ergebnissen
Download
Diesen Artikel teilen
Werbung
Werbung