Ski-WM 2023: Flury mit nächster WM-Sensation in der Abfahrt - Weidle geschlagen, Goggia fädelt ein

Jasmine Flury ist bei der Ski-WM 2023 in Méribel die nächste Überraschung gelungen. Die Schweizerin, die zuvor noch nie eine Abfahrt gewonnen hatte, holte in 1:28,03 Minuten WM-Gold. Nina Ortlieb gewann Silber (+0,04 Sekunden) für Österreich, Corinne Suter (Schweiz) mit +0,12 Sekunden Bronze. Kira Weidle verpasste die Medaillen um knapp fünf Zehntel, Favoritin Sofia Goggia (Italien) fädelte ein.

Highlights: Flury überrascht - Goggia patzt in der WM-Abfahrt

Quelle: Eurosport

Jasmine Flury aus Davos nutzte ihre frühe Startnummer zwei und fuhr vor allem im feinfühligen oberen Teil nahezu perfekt.
An der Bestzeit der 29 Jahre alten Schweizerin bissen sich anschließend alle Favoritinnen die Zähne aus. Flury zitterte lange, dann flossen Tränen des Glücks und der Erleichterung.
"Ich kann es immer noch nicht glauben. Sich Weltmeisterin nennen zu dürfen, fühlt sich unwirklich an", sagte sie: "Ich bin einfach über die Maßen happy." Die Schweizer Trainer hatten sich im Vorfeld für ihre Nominierung und gegen Michelle Gisin entschieden.
Flury hatte zuvor nur 2021 in Garmisch-Partenkirchen als Zweite in einer Abfahrt auf dem Podest gestanden. Im Weltcup-Winter 2022/23 war Platz vier in St. Moritz Flurys bis dato bestes Ergebnis gewesen. Im Super-G von Méribel kam sie nur als 22. ins Ziel.
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Sensationell zu Gold! Flury gelingt die perfekte WM-Abfahrt

Quelle: Eurosport

Goggia fährt durch ein Tor

"Sie ist extrem stark gefahren, das war alles andere als Glück", analysierte Olympasiegerin Viktoria Rebensburg als Expertin für Eurosport: "Sie hatte einen wahnsinnigen Grundspeed und hat die Schwünge schön ineinander gelegt. Sie hat die richtige Dosierung auf den Kanten gefunden. Das war die perfekte Fahrt, wie auf Schienen gezogen."
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Überraschungsgold für Flury: "Fühlt sich unwirklich, verrückt an"

Quelle: Eurosport

Die große Favoritin Sofia Goggia, die noch nie eine WM-Medaille gewinnen konnte, lag lange zumindest auf Medaillenkurs. Dann verschnitt die Italienerin jedoch und raste mit dem linken Ski durch ein Tor, was die Disqualifikation zur Folge hatte.
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WM-Traum bleibt unerfüllt! Goggia fädelt in der Abfahrt ein

Quelle: Eurosport

"So ist der Sport", sagte die Italienerin bei Eurosport gefrustet: "Mehr als enttäuscht bin ich eher traurig. Diese Chance kann mir keiner wieder geben. Das tut mir im Innersten weh, das ist schmerzhaft. Aber ich habe mir nichts vorzuwerfen. Das Leben geht weiter."
Goggia war 2018 Olympiasiegerin und hatte im laufenden Weltcup vier von sechs Abfahrten gewonnen. Auch Ilka Stuhec, Weltmeisterin 2017 und 2019 sowie zuletzt Siegerin in Cortina d'Ampezzo, verpasste als Sechste (+0,42) Edelmetall.
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'It hurts inside' - Sofia Goggia 'sorrowful' after late error costs medal in downhill

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Suter hält dem Druck stand

Nina Ortlieb (Österreich) verpasste WM-Gold nur um vier Hundertstel Sekunden, Olympiasiegerin und Titelverteidigerin Corinne Suter aus der Schweiz sicherte sich diesmal Bronze (+0,12 Sekunden).
Die 25 Jahre alte Ortlieb, Tochter des Albertville-Olympiasiegers von 1992 und Weltmeisters von 1995 Patrick Ortlieb, war im Dezember in Lake Louise schon einmal in einem Weltcup Zweite geworden, gehörte aber auch nicht zu den Top-Favoritinnen.
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Rebensburg analysiert Flury-Gold: "Wie auf Schienen gezogen"

Quelle: Eurosport

"Mein Vater ist in Frankreich Olympiasieger geworden, mein Großvater ist Franzose. Deshalb habe ich eine enge Verbindung zu Frankreich. Es ist toll, eine Medaille mit nach Hause zu nehmen", sagte sie bei Eurosport: "Es ist eine Belohnung für all die harte Arbeit. Ich wusste, dass es nicht schlecht war, aber auch nicht perfekt. Ein perfektes Rennen ist allerdings nie leicht. Vielleicht bin ich deshalb auch nicht Erste."
Von den Favoritinnen holte nur Suter Edelmetall. "Das war alles andere als einfach für mich, auch die letzten Wochen", sagte sie bei Eurosport: "Ich habe mir den Kopf über alles Mögliche zerbrochen. Platz drei hier ist super."

Top-Ergebnis für Österreicherinnen

Insgesamt platzierten sich vier Österreicherinnen in den Top sieben - Cornelia Hütter blieb nach Bronze im Super-G diesmal nur der undankbare vierte Platz, Miriam Puchner kam zeitgleich ins Ziel (+0,37). Stephanie Venier, die die Abfahrt bei Top-Bedingungen eröffnet hatte, wurde Siebte (+0,57).
St.-Moritz-Siegerin Elena Curtoni (Italien) konnte als 13. (+1,05) wie Goggia nicht in den Kampf um die Medaillen eingreifen.
Die italienischen Weltmeisterinnen aus Kombination und Super-G, Federica Brignone und Marta Bassino, waren in der Abfahrt ebenso wie Mikaela Shiffrin (USA) nicht am Start.

Italienerinnen und Gut-Behrami mit Trauerflor

Zu den Geschlagenen gehörten neben der Schweizerin Lara Gut-Behrami (+0,71/9.) auch die Norwegerinnen Ragnhild Mowinckel (+0,84/10.) und Kajsa Vickhoff Lie (+1,07/15.), die im Super-G Bronze gewonnen hatte.
Gut-Behrami trug wie alle Italienerinnen nach dem Tod von Elena Fanchini (37) einen Trauerflor. "Wir waren sehr traurig und verzweifelt", erklärte Goggia im "ZDF": "Aber wir haben auch versucht, den Schmerz in Energie umzuwandeln. Es war eine Tragödie für uns. Aber wir wollen uns an das Gute erinnern, das sie uns hinterlassen hat."
Kira Weidle, 2021 in Cortina d'Ampezzo noch überraschend WM-Zweite, verpasste durch Fehler im oberen Teil eine bessere Platzierung und wurde mit 0,61 Sekunden Rückstand Achte.
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Frustschrei im Ziel: Weidle verpasst Medaille in Abfahrt

Quelle: Eurosport

Weidle verliert im oberen Teil - Aicher gestürzt

"Sie hat im oberen Teil zu viel Zeit verloren", analysierte Eurosport-Expertin Rebensburg: "Sie ist im technischen Teil vielleicht auch ein bisschen zu hart gefahren. Auf der Strecke kann man nirgendwo viel Zeit rausfahren."
"Ich hatte keine großen Fehler. Wo der Rückstand oben herkommt, kann ich mir selber nicht erklären", sagte Weidle, die im Laufe des Winters zweimal bei einer Abfahrt auf dem Podium gestanden hatte, im "ZDF": Ab da verliere ich gar nichts. Ich glaube, die technischen Passagen habe ich echt gut getroffen. Sehr schade."
Emma Aicher stürzte bei ihrer ersten WM-Abfahrt, blieb aber unverletzt.
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Aicher stürzt spektakulär in der WM-Abfahrt

Quelle: Eurosport

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