Mikaela Shiffrin warf ein Küsschen in die Kamera, ihr Freund Aleksander Aamodt Kilde riss jubelnd die Arme in die Luft, und 9000 Fans tobten. Doch der 70. Weltcup-Sieg der US-Amerikanerin war da noch gar nicht perfekt. Erst, als eine gute Minute später Lara Gut-Behrami mit dem Hauch von 0,14 Sekunden Rückstand auf dem Rettenbachgletscher durchs Ziel raste, war klar: Am Jubiläums-Erfolg der einstigen Dominatorin ist nicht mehr zu rütteln, Shiffrin ist pünktlich zum Start der Olympia-Saison in Topform.
"Das war eine absolute Demonstration der Stärke. Es ist ein Traum, ihr zuschauen zu dürfen", schwärmte "ARD"-Experte Felix Neureuther. Die Olympiasiegerin sei mit Weltmeisterin Gut-Behrami "in einer eigenen Liga" unterwegs gewesen.
In der Tat: Petra Vlhova, Gesamtweltcupsiegerin aus der Slowakei, hatte als Dritte bereits stolze 1,30 Sekunden Rückstand. "So stark zu starten, ist wichtig, ich bin super happy", sagte Shiffrin.
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Marlene Schmotz (Leitzachtal/+4,32) kam in ihrem Comeback-Rennen nach Kreuz- und Innenbandriss im rechten Knie auf Rang 28.

"Allererste Sahne": Shiffrin mit Galavorstellung zum Sieg in Sölden

"Schade, das wäre deutlich frecher gegangen", sagte Neureuther, doch Schmotz meinte: "Es ist für mich hervorragend, dass ich überhaupt in den zweiten Durchgang gekommen bin und ein paar Punkte mitgenommen habe." Zudem holte sie einen "sehr wertvollen" dritten Startplatz für das DSV-Team.
Im Ziel ließ Schmotz zunächst den Kopf hängen, weil sie im Steilhang "nicht ganz so konsequent" gefahren war und letztlich drei Ränge verlor. "Das ist im ersten Moment immer ärgerlich, aber jetzt vergessen", sagte die 27-Jährige und lächelte, ihr Comeback sei "auf jeden Fall" gelungen.

Durchwachsene DSV-Bilanz

Alpinchef Wolfgang Maier war "hin- und hergerissen" vom DSV-Ergebnis. Er hätte sich "eigentlich ein bisschen mehr erwartet", gab er zu, zumal Andrea Filser das Ziel Finale als 52. klar verfehlte. "Aber die Saison ist noch lang", sagte Maier, "wir werden uns mit Sicherheit noch steigern."
Das scheint bei Shiffrin schon jetzt kaum möglich. Obwohl ihr Freund Kilde, Gesamtweltcupsieger 2020, nach dem ersten Lauf monierte, sie sei ein bisschen zu vorsichtig gefahren. Der oftmals brutale Gletscher im Ötztal war diesmal "nicht so schwer wie in den vergangenen Jahren", sagte Neureuther, mit viel Mut war daher einiges möglich.

"Gibt's nicht!" Gut-Behrami setzt die Bestzeit im 1. Lauf in Sölden

Shiffrin beherzigte daher im Finale Kildes Rat, "mehr Gas" zu geben - und entriss Gut-Behrami den Sieg. Damit gelang ihr ein ganz besonderes Kunststück: Als erst vierte Athletin nach der Schweizerin Vreni Schneider, Renate Götschl aus Österreich und Anja Pärson (Schweden) hat sie in zehn aufeinanderfolgenden Wintern mindestens ein Rennen gewonnen.
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(mit SID)

Kopf-an-Kopf-Rennen: Gut-Behrami bietet Shiffrin paroli

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