Weltcup in Sölden: Fritz Dopfers Analyse - Braathen bald wieder auf Podium, Hirscher nach Auftakt angestachelt

Eurosport-Experte Fritz Dopfer geht nach dem Riesenslalom zum Saisonauftakt in Sölden davon aus, dass Lucas Pinheiro Braathen schon bald wieder auf dem Weltcup-Podium stehen wird. Auch Marcel Hirscher habe ihn positiv überrascht. Die Vorstellung der deutschen Athleten auf dem Rettenbachferner sei vor allem im ersten Lauf sehr gut gewesen. Bei den Frauen habe Lena Dürr ein Ausrufezeichen gesetzt.

Spektakel in Sölden: Highlights mit Braathen, Hirscher, Odermatt

Quelle: Eurosport

Fritz Dopfer zeigt sich nach dem Riesenslalom in Sölden von Lucas Pinheiro Braathen begeistert. Den vierten Platz habe er ihm unter den Voraussetzungen der hohen Startnummer beim Comeback nicht zugetraut.
Schon der erste Durchgang sei stark gewesen, im zweiten habe er noch einmal einen Gang zugelegt. Dopfer geht daher davon aus, dass Braathen schon bald wieder auf dem Podium im Weltcup stehen werde.
Insgesamt zufriedenstellend sei auch der Auftritt der deutschen Mannschaft gewesen. Lena Dürr habe ein Signal im Riesenslalom gesetzt und Dopfer hofft auf den Startschuss für eine erfolgreiche Saison der DSV-Frauen.
Auch Marcel Hirscher habe eine gute Leistung gezeigt. Dopfer ist überzeugt, dass das Ergebnis den Österreicher anstacheln wird, sich noch weiter zu steigern.
Fritz Dopfer, es war ein spektakulärer Auftakt in die Weltcupsaison in Sölden. Wie haben Sie die Norweger-Festspiele mit brasilianischer Note gesehen?
Fritz Dopfer: Die Vorfreude war bei vielen Leuten extrem groß und auch das Zuschauerinteresse beim Rennen. Alles in allem sind die Erwartungen übertroffen worden. Es wurden tolle Rennen gezeigt, allen voran von Alexander Steen Olsen mit zwei genialen Läufen. Auch Henrik Kristoffersen und Atle Lie McGrath, die das Podium komplettiert haben, haben wirklich grandiose Leistungen gezeigt und auf höchstem Niveau performt - mein Skifahrerherz hat höhergeschlagen. Ich hatte durchgehend Gänsehaut und war fasziniert von den tollen Auftritten der Athleten.
Lucas Pinheiro Braathen ist der heimliche Sieger mit seinem vierten Platz. Hätten Sie ihm diese Aufholjagd und die Laufbestzeit im Finale zugetraut?
Dopfer: Definitiv nicht. Die Voraussetzungen waren nicht optimal. Er hatte Startnummer 41, im ersten Lauf also schlechtere Rahmenbedingungen als die Topathleten. Er hat sich da schon gut nach vorne orientiert, hatte Platz 19 nach dem ersten Durchgang. Dann hat er nochmal eine Stufe zugelegt, hat die guten Bedingungen ausgenutzt und im zweiten Lauf speziell im ersten und zweiten Abschnitt den Turbo gezündet und gezeigt, welche Elemente ihn auszeichnen: die kraftvolle und powervolle Art, skizufahren. Ich gehe davon aus, dass er diese Saison sehr schnell auf dem Podium stehen wird.
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Braathen zeigt Traumlauf im zweiten Durchgang: Tanz beim Comeback

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Es waren auch alle Augen auf Marcel Hirscher gerichtet. Er hat nicht ganz so glänzen können wie Braathen, aber was trauen Sie ihm in dieser Saison noch zu?
Dopfer: Ehrlicherweise muss ich gestehen, dass ich kritisch war, als ich gehört habe, dass er ein Comeback starten will. Ich habe ihm dann live zuschauen können und gesehen, wie seine Augen sprühen, wie breit sein Grinsen ist und da gemerkt - okay, er ist zurück! Er hat unter schwierigen Bedingungen und mit einer hohen Startnummer auch eine gute Leistung gezeigt. Im Vorfeld hat sich das komplette mediale Interesse auf ihn und Braathen fokussiert. Er ist damit sehr gut umgegangen und ich glaube schon, dass er gekitzelt und angestachelt ist, noch konsequenter und noch mehr arbeiten wird und bald Leistungen Richtung Top 15 zeigt.
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Hirscher startet Aufholjagd und lässt sich von Fans feiern

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Top 15 ist das, was die Deutschen fast erreicht haben, mit einem Trio sogar. Das hätte längst nicht jeder erwartet vor dem Auftakt. Wie haben Sie die DSV-Läufer in Sölden gesehen?
Dopfer: In der Summe sehr gut. Drei Athleten haben sich für den zweiten Durchgang qualifiziert, haben im ersten Lauf auch sehr gute Leistungen gezeigt, allen voran Jonas Stockinger, der da eine geniale Fahrt abgeliefert hat. Im zweiten Durchgang hat er hier und da einen kleinen Fehler gemacht. Insgesamt kann er sehr zufrieden sein.
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Dopfer zum Weltcup-Auftakt in Sölden: "Braathen bald auf Podium"

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Auch Alex Schmid hat mit wenigen Vorbereitungstagen eine sehr gute Leistung gezeigt. Man merkt, dass er ein richtiger Wettkampftyp ist. Er kann da einen Gang zuschalten. Und auch Linus Straßer, der eigentlich sich auf den Slalom fokussiert, versucht, sich eine zweite Disziplin heranzuziehen. Das ist wichtig auch für den Slalom - einerseits mental, aber andererseits auch technisch.
Mit den drei Jungs können wir sehr zufrieden sein. Auch bei Anton Grammel und Fabian Gratz, die heute den Cut leider nicht geschafft haben, gehe ich davon aus, dass sie im Riesenslalom in den weiteren Rennen ihre Leistung zeigen können und uns dann hoffentlich auch wieder viel Freude bereiten.
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Schmid im 1. Lauf schneller als Hirscher und Braathen

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Topfavorit Marco Odermatt hat es nicht durch den ersten Lauf geschafft. Aber was nehmen Sie bei dem, was wir bis zum Aus gesehen haben, von ihm mit?
Dopfer: Sehr, sehr viel. Die Sequenzen, die er gefahren ist, haben gezeigt, dass er nichts verlernt hat und mit traumwandlerischer Sicherheit die Schwünge fahren und kurze Radien setzen kann. Er ist nach wie vor der Mann, den es zu schlagen gilt. Gleichzeitig war ich schon überrascht, dass er gleich beim ersten Rennen ans Limit geht, All-In, wie er selbst sagt. Ich bin davon ausgegangen, dass er 95% seiner maximalen Leistungsfähigkeit im ersten Lauf am ersten Renntag zeigt, aber er wollte es jedem und auch sich beweisen. Das war vielleicht ein Prozentpunkt zu viel an Risiko. Aber er wird daraus lernen und den Fehler sicher nicht wieder machen.
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Aus beim Auftakt: Odermatt scheitert in Sölden im 1. Lauf

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Auch im Frauenrennen gab es nicht den Favoritinnensieg, den man erwartet hatte, nachdem Mikaela Shiffrin die Halbzeitführung nicht ins Ziel brachte - aber ein tolles Ergebnis für den DSV durch Lena Dürr. Wie ist Ihr Blick aufs Damenrennen, wo Sie selbst vor Ort waren?
Dopfer: Ich habe ob der coolen Leistungen der Mädels gestaunt, denn es war sehr schwer zu fahren. Es war im zweiten Lauf von der Bodensicht her nicht einfach, die Konturen hat man schwer erkennen können. Von daher war ich wirklich beeindruckt von der Risikobereitschaft und der Leidenschaft, die sie gezeigt haben. Ich habe mich riesig gefreut, dass Lena [Dürr] ein gutes Signal gesetzt hat und im Riesenslalom mit dabei ist. Ich glaube, das kann für den DSV im Damenteam ein guter Startschuss für eine hoffentlich sehr erfolgreiche Saison sein.
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Top Ten im Riesenslalom: Dürr glänzt beim Weltcup-Auftakt

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Es gibt nun eine kleine Pause, bis es im Weltcup weitergeht. Was machen die Athleten jetzt, bis es in Finnland die nächsten Rennen anstehen?
Dopfer: Es ist bei jedem Athleten jetzt erst einmal ein Spannungsabfall zu spüren nach dem ersten Rennen. Bis zum Auftakt kommen externe Reize und es wird viel gefragt, wie es einem geht. Man macht sich auch selbst Druck und ist sich unsicher, wo man steht.
Die Mädels und Jungs wissen, dass sie jetzt ein paar Tage haben, um mental und konditionell zu regenerieren. Dann geht es für die meisten relativ schnell nach Skandinavien. Man wird versuchen, in Schweden und Finnland auf einem Rennhang zu trainieren, um Gefühl für die anderen Schneebedingungen aufzubauen und sich normal auf die nächsten Rennen zu konzentrieren und vorzubereiten. Ich finde es schön, dass Levi auch bei den Herren wieder eine Standortbestimmung ist: das Flair und die Winteratmosphäre dort ist etwas ganz Spezielles und darauf freue ich mich!
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Crash haarscharf vermieden: Schreckmoment beim Weltcup

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