Carbon-Verbot im Weltcup sorgt für Kritik: ÖSV-Sportdirektor stößt Umsetzung sauer auf - Marco Odermatt mit Schlupfloch
Publiziert 22/10/2025 um 10:35 GMT+2 Uhr
Mit Beginn der Weltcup-Saison 2025/26 sind die im vergangenen Winter umstrittenen Schienbeinschoner-Spezialanfertigungen aus Karbon verboten - vom Tisch ist die Debatte aber noch lange nicht. ÖSV-Sportdirektor Mario Stecher prangerte nun nämlich das halbherzige Vorgehen des Internationalen Ski- und Snowboardverbandes (FIS) an. "Das gehört jetzt gleich verboten", meinte er gegenüber der "Krone".
Mario Stecher hat am Montag die ÖSV-Kader für die Saison 2026/27 bekannt gegeben
Fotocredit: Getty Images
Bei dem kritisierten Zusatz handelt es sich um eine weiterentwickelte Version des Schienbeinschoners, durch den sich die Stabilität auf den Skiern deutlich erhöht.
Somit können die Athleten aggressivere Schwünge setzen, engere Linien fahren und dem Druck auf der Piste besser standhalten. Mit anderen Worten: Die Performance steigert sich.
Die Schattenseite des ausgetüftelten Materials offenbarte sich schließlich vor rund neun Monaten in Bormio, als Cyprien Sarrazin, Gino Caviezel, Josua Mettler und Pietro Zazzi schwer zu Sturz kamen.
Im Sommer reagierte die FIS auf die vor allem aus Österreich kommende Kritik und sprach ein Verbot aus - mit großen Schlupflöchern.
ÖSV ärgert sich über Carbon-Verbot
So bezieht sich die Untersagung nur auf feste Einlagen aus Materialien wie Carbon. Besteht die Einlage aus einem weicheren Stoff oder ist fest mit dem Schuh verbunden, drohen dem Athleten keine Sanktionen.
Ein Umstand, der Stecher sauer aufstößt. "Es ist kurz vor Olympia, wir können das jetzt nicht ändern, man macht es wieder in einer abgespeckten Version. Dann muss ich schon ein bisschen den Vorwurf erheben, dass hier einiges nicht ganz richtig läuft", kritisierte er. "Das gehört jetzt gleich verboten."
Die FIS segnete bereits ein Schlupfloch aus dem Schweizer Lager ab. So fährt Marco Odermatt, der bereits im vergangenen Winter auf die Carbon-Einlagen zurückgegriffen hatte, mit einem in den Schuh integrierten Protektor.
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Grammel exklusiv: Das ist der Unterschied zu Odermatt
Quelle: Eurosport
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