Als Thomas Dreßen am späten Montagnachmittag sein weißes SUV vor der Orthopädischen Chirurgie in München abstellte, war er längst nicht so entspannt, wie er es an den meisten Tagen ist.
Und tatsächlich erwiesen sich seine Sorgen vor der Untersuchung durch DSV-Mannschaftsarzt Manuel Köhne als begründet: Am Donnerstag musste sich der beste deutsche Abfahrer erneut unters Messer legen - nach einem Eingriff an seinem vorgeschädigten rechten Knie, genau genommen am geschädigten Knorpel, fällt er wochenlang aus.
Er habe aufgrund der "zuletzt aufgetretenen Schmerzen" bereits mit einem Eingriff gerechnet, ließ Dreßen ausrichten. Und ja, "eine OP passt zwar nie, aber besser jetzt als im Sommer, wenn ich in die Vorbereitung auf die Olympiasaison einsteige."
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Nach Auskunft von Köhne verlief die einstündige Arthroskopie, bei der unter anderem freie Knorpelstücke entfernt wurden, "sehr gut". Dreßen werde jedoch "das Knie nun einige Wochen entlasten müssen, ehe er dann wieder mit der Rehabilitation und dem schrittweisen Einstieg ins Training beginnen kann."

Dreßen: Heftiger Sturz 2018 in Beaver Creek als Auslöser

Das rechte Knie von Dreßen war bei einem kapitalen Sturz Ende November 2018 in Beaver Creek/USA schwer beschädigt worden - unter anderem erlitt der Mittenwalder einen Kreuzbandriss.
Im Verlauf der WM im Februar in Cortina d'Ampezzo, bei der er nach einer Hüftoperation Ende November ein Comeback gab und Rang 18 in der Abfahrt belegte, hatte der 27-Jährige bereits von den wiederkehrenden und anhaltenden Knieproblemen berichtet. Es war deshalb mit Eigenblutspritzen behandelt worden.
Größere Probleme mit dem rechten Knie waren bereits im Dezember 2019 aufgetreten. Dreßen verzichtete daher damals auf die Teilnahme an den Rennen in Bormio. Bei der anschließenden Kontrolle sei dann ein "leichter Knorpelschaden" im lädierten Gelenk festgestellt worden, berichtete er.
Die Therapie mit den Eigenblutspritzen habe "super funktioniert", vor der WM "haben wir das auch provisorisch gemacht." Er habe, betonte Dreßen, bei der WM das "volle Vertrauen" in sein Knie gehabt.

Dreßen verpasst Trainingsfahrten in Saalbach-Hinterglemm

Allerdings ist es nicht nur das rechte Knie, um das sich Dreßen Sorgen machen muss. Am 27. November wurde er an der linken Hüfte operiert, um eine Fehlstellung auszugleichen. Der Eingriff und die anschließende Reha-Phase verliefen so gut, dass er nach nur zehn Tagen auf Schnee tatsächlich mit zur WM nach Cortina d'Ampezzo fuhr. An der Hüfte wurden damals keine weiteren Verletzungen festgestellt, allerdings befindet sich dort auch noch ein freier Gelenkkörper.
Durch die mehrwöchige Zwangspause verpasst Dreßen vorerst die Weltcup-Rennen in der kommenden Woche in Saalbach-Hinterglemm, wo er allerdings ohnehin nur an den Trainingsfahrten teilnehmen wollte.
Ausfallen wird er zunächst auch für die im Frühjahr anstehenden Tests des Materials für die olympische Saison. Aber besser jetzt als im Sommer.
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(SID)

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