Ski-Weltcup - Emma Aicher vor Abfahrt in Val di Fassa im Interview: "Möchte nicht, dass mich Ergebnisse verändern"
Emma Aicher hat die alpine Ski-Saison 2025/26 geprägt wie kaum eine andere Athletin. Die 22-Jährige gewann drei Weltcup-Rennen, holte gleich zweimal Silber bei den Olympischen Winterspielen - und nimmt nun sogar die Gesamtweltcupführende Mikaela Shiffrin ins Visier. Im Vorfeld des Weltcups in Val di Fassa blickt Aicher auf den Kampf um die Kugeln und verrät, wie sie mit dem Druck von außen umgeht.
Weder Goggia noch Vonn: Von dieser Athletin schaut sich Aicher etwas ab
Quelle: Eurosport
Aicher konnte sich ein verschmitztes Grinsen nicht verkneifen.
Auf die Frage der Eurosport-Expertin Francesca Marsaglia, mit welchen Worten sie ihre bisherige Saison beschreiben würde, antwortete die 22-Jährige mit einem Lächeln: "Ziemlich toll."
Eine treffende Analyse - die allerdings fast noch untertrieben ist. Die junge Allrounderin ist spätestens in diesem Winter endgültig in der Weltspitze angekommen.
Drei weitere Weltcupsiege fügte Aicher ihren beiden Erfolgen aus der Vorsaison hinzu. Mit nunmehr 219 Punkten Rückstand auf Shiffrin nimmt sie sogar die Große Kristallkugel ins Visier.
Den Hype um ihre Person lässt die gebürtige Schwedin jedoch nicht an sich ran. "Ich versuche, gar nicht so sehr an Ergebnisse zu denken", sagte Aicher mit Blick auf den spannenden Saison-Endspurt, der mit dem Weltcup-Wochenende in Val di Fassa eingeläutet wird.
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Highlight: Wimpernschlag entscheidet Abfahrtsthriller um Aicher
Quelle: Eurosport
Aicher: "Fahre nicht besser Ski, wenn ich mich darauf fokussiere"
"Ich fahre nicht besser Ski, wenn ich mich darauf fokussiere. Deshalb konzentriere ich mich einfach auf mein Skifahren und darauf, was ich jeden Tag tun muss - und dann sehen wir in einem Monat, was dabei herauskommt", ergänzte sie.
Ganz so, wie Aicher es bereits die gesamte Saison über angeht - und was ihr zuletzt bei den Olympischen Winterspielen Silber in der Abfahrt sowie in der Team-Kombination an der Seite von Kira Weidle-Winkelmann eingebracht hat.
"Natürlich ist es schön, eine Medaille zu haben, aber ich möchte dieselbe Person bleiben. Ich will einfach weiter Spaß am Skifahren haben - durch die Medaille hat das Skifahren nicht plötzlich noch mehr Spaß gemacht", erklärte Aicher und betonte:
"Ich fühle mich eigentlich genauso wie vorher und möchte nicht, dass mich die Ergebnisse verändern".
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Emma Aicher gewann zuletzt den Super-G in Soldeu
Fotocredit: Getty Images
Aicher: "Schmerzen der vergangenen Jahre zahlen sich aus"
Mittlerweile würden sich die Arbeit - und auch die Schmerzen der vergangenen Jahre - auszahlen.
Außerdem hat die 22-Jährige noch ein weiteres Erfolgsrezept, wie sie gegenüber Marsaglia verriet. "Ich arbeite seit etwa zwei Jahren mit einem Mentalcoach zusammen und merke in dieser Hinsicht wirklich einen Unterschied", sagte sie.
"Ich bin grundsätzlich ein eher ruhiger Typ, aber durch die Arbeit mit meinem Mentalcoach hat sich mein Fokus noch einmal verändert. Mir geht es jetzt mehr um das Skifahren selbst und darum, mich dort zu verbessern, statt ständig auf die Ergebnisse zu schauen", führte sie weiter aus.
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Aicher im Siegerinterview: "Fühlt sich ziemlich gut an"
Quelle: Eurosport
Aicher schwärmt von Kollegin: "Bei ihr sieht alles so leicht aus"
Bei ihrer sportlichen Analyse schaut sie dabei auch auf ihre Rivalinnen.
"In den Speed-Disziplinen schaue ich mir gerne 'Lolli' (Laura Pirovano; Anm. d. Red.) an. Bei ihr sieht alles so leicht aus. Es wirkt, als hätte sie immer einen klaren Plan und würde ihn genau umsetzen - das ergibt einfach Sinn, was sie auf der Strecke macht", schwärmte Aicher von Pirovano.
Die italienische Speed-Spezialistin liegt im Abfahrtsweltcup 70 Punkte hinter der zweitplatzierten Aicher auf Rang fünf. Ganz vorne rangiert die aktuell verletzte Lindsey Vonn, die nach ihrem schweren Sturz bei Olympia in diesem Winter kein Rennen mehr bestreiten wird.
Der aktuelle Stand im Abfahrtsweltcup:
| Platz | Name | Punkte |
| 1. | Lindsey Vonn (USA) | 400 |
| 2. | Emma Aicher (GER) | 306 |
| 3. | Kira Weidle-Winkelmann (GER) | 256 |
| 4. | Sofia Goggia (ITA) | 240 |
| 5. | Laura Pirovano (ITA) | 236 |
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Ski Alpin: Emma Aicher (l.) und Mikaela Shiffrin liefern sich ein spannendes Duell im Kampf um den Gesamtweltcup
Fotocredit: Imago
Aicher und Shiffrin im Showdown um die große Kugel
Im technischen Bereich würde sich ihr Blick dagegen in Richtung Shiffrin richten, "weil sie einfach sehr gut Ski fährt. Bei ihr erkennt man immer genau, wo die schwierigen Stellen sind", sagte Aicher.
Apropos Shiffrin: Lediglich 219 Punkte trennen Aicher im Gesamtweltcup von der US-amerikanischen Ausnahmefahrerin.
Nicht wenige Experten trauen der Deutschen in den ausstehenden neun Rennen zu, das Ruder noch herumzureißen.
All diese Spekulationen lassen Aicher jedoch kalt. Für sie sei vor allem "schön zu sehen, dass ich mich stetig steigere und mit den Besten der Welt mithalten kann", sagte die 22-Jährige gewohnt bescheiden - und mit einem Lächeln auf den Lippen.
Der aktuelle Stand im Gesamtweltcup:
| Platz | Name | Punkte |
| 1. | Mikaela Shiffrin (USA) | 1133 |
| 2. | Camille Rast (SUI) | 963 |
| 3. | Emma Aicher (GER) | 914 |
| 4. | Sofia Goggia (ITA) | 786 |
| 5. | Alice Robinson (NZL) | 669 |
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Highlights: Vintage Goggia schlägt Aicher
Quelle: Eurosport
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