Anzug-Skandal der Norweger lässt DSV-Springer um Raimund und Geiger nicht los: "Immer noch böses Blut"
VonThomas Gaber
Update 30/10/2025 um 17:35 GMT+1 Uhr
Der Anzug-Skandal im norwegischen Team während der Nordischen Ski-WM 2025 hallt auch in der neuen Skisprung-Saison noch nach. Norwegens ehemaliger Chefcoach Magnus Brevik, dem eine 18-monatige Sperre droht, goss mit seiner jüngsten Kritik an der FIS zusätzlich Öl ins Feuer - zum Unmut der deutschen Skisprung-Asse. Philipp Raimund wurde im exklusiven Interview Eurosport besonders deutlich.
Hüttel exklusiv über Horngacher-Rücktritt und Anzugskandal
Quelle: Eurosport
Magnus Brevik fühlt sich ungerecht behandelt. Laut dem norwegischen Medium "VG" hat der ehemalige Cheftrainer der Norweger gemeinsam mit zwei ebenfalls suspendierten Betreuern den Skiweltveband FIS für sein Fehlverhalten verantwortlich gemacht. Tenor: Das Optimieren der Anzüge, wie Brevik es nannte, sei das "Ergebnis der Kultur, die sich im Skispringen in den letzten Jahren entwickelt hat".
Im deutschen Skisprungteam kam dies gar nicht gut an. "Wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen", sagte Philipp Raimund bei Eurosport.
Der 25-Jährige, frisch gebackener Gesamtsieger des Sommer-Grand-Prix, bezeichnete sich als "extremen Verfechter von fairem Sport" und kann den Anzugskandal infolgedessen auch nicht vergessen. "Ein bisschen böses Blut ist immer noch da, ganz verziehen habe ich den Norwegern definitiv noch nicht und das wird auch in Zukunft nicht passieren", meinte Raimund in aller Deutlichkeit.
Die Norweger hätten das Skispringen in Verruf gebracht. "Nicht nur die Springer haben darunter gelitten, sondern die ganze Sportart", kritisiert der Oberstdorfer.
Kritik an der Strafe für die norwegischen Springer
Die Sperre von drei Monaten für die Springer Marius Lindvik und André Forfang hält Raimund für zu gering: "Es ist wichtig, dass es eine Strafe gab, meiner Meinung nach war sie jedoch ein bisschen zu niedrig. Es war unfaires Verhalten und dementsprechend hätte ich mir gewünscht, dass das härter bestraft worden wäre."
Karl Geiger pflichtet seinem Teamkollegen bei. "Die Strafe im Sommer abzusitzen ist keine wirkliche Strafe. Man weiß auch nicht, inwieweit die Athleten involviert waren und vom Betrug wussten", sagte der 32-Jährige.
Hinsichtlich Breviks Kritik an der FIS meinte Geiger: "Auf das Wort von jemandem, der aktiv betrogen hat, brauche ich nicht viel Wert legen."
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Quelle: Eurosport
Mehr Kontrollen? "Geht in die richtige Richtung"
Geiger fordert die Regelhüter im Skispringen deshalb dazu auf, die Kontrollen verschärft und effektiv durchzuführen: "Die FIS versucht das umfangreiche und komplexe Reglement immer nach bestem Wissen und Gewissen zu machen. Aber man muss aus dem letzten Jahr lernen, denn das darf so nicht wieder vorkommen. Die Möglichkeit zu betrügen muss auf jeden Fall eliminiert werden. Wir brauchen das Vertrauen, dass alle Athleten die gleichen Möglichkeiten haben."
Pius Paschke sieht bereits eine Verbesserung. "Es wird mehr kontrolliert, auch mit mehr Manpower. Das ist wichtig, damit den Kontrolleuren solche Sachen nicht mehr durch die Lappen gehen. Es geht auf jeden Fall in die richtige Richtung", sagte der fünfmalige Weltcupsieger aus der letzten Saison.
Auch die Einführung der Gelben und Roten Karten kommt bei den DSV-Springern an. "Ich finde das sehr gut, weil man für einzelne Wettkämpfe gesperrt werden kann und die Leute dann weniger bescheißen", sagte Raimund, ohne den Norwegern mit einem Lachen noch eine mitzugeben: "Die Einführung der Karten kommt ein Jahr zu spät."
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