Horst Hüttel hat Rat an Norweger nach WM-Skandal: "Lasst den Deckel zu" - Stefan Horngacher von Aufarbeitung enttäuscht

Der Anzugskandal bei der vergangenen Nordischen Ski-WM in Trondheim hat im Sommer zu weitreichenden Regeländerungen durch den Weltverband FIS geführt. Mit den Sanktionen gegen die norwegischen Athleten und Verantwortlichen ist DSV-Sportdirektor Horst Hüttel zufrieden. "Ich finde die Bestrafungen absolut gerechtfertigt und nachvollziehbar", sagte der ehemalige Kombinierer gegenüber Eurosport.

Hüttel exklusiv über Horngacher-Rücktritt und Anzugskandal

Quelle: Eurosport

Einige Äußerungen der betroffenen Personen könne er dagegen überhaupt nicht nachvollziehen: "Wenn ich den Kollegen einen guten Rat geben dürfte: Lasst den Deckel zu und schaut nach vorne. Akzeptiert die Situation, wie sie war."
Hüttel begrüßte die neuen Regeln (z.B. Einführung von Gelben und Roten Karten bei Verstößen): "Von der FIS-Seite hat man größtenteils die Zeichen der Zeit erkannt. Es war ein sehr kluger Schachzug, Mathias Hafele (neuer Materialkontrolleur, d. Red.) hier ins Boot zu holen."
Die Änderungen gingen "in die richtige Richtung". "Man kann hoffen, dass man wieder mehr über Skispringen spricht und weniger über das Material."
Am 8. März hatte ein heimlich aufgenommenes Video bei der WM einen handfesten Skandal ausgelöst. Zu sehen war, wie die Sprunganzüge von Marius Lindvik und Johann Andre Forfang mit Nadel und Faden manipuliert wurden. Beide Springer wurden unmittelbar nach dem Wettkampf von der Großschanze disqualifiziert.

Horngacher über Aufarbeitung der FIS: "Eher ernüchternd"

Alle Sportler hatten im Anschluss bestritten, von der Manipulation gewusst zu haben, dem Trainerteam um den später entlassenen Chefcoach Magnus Brevig wurde die Hauptschuld angelastet. Lindvik und Forfang wurden im August für drei Monate gesperrt und dürfen somit beim Weltcup-Auftakt am 21. November wieder starten.
Skisprung-Bundestrainer Stefan Horngacher, der ankündigte, seine Karriere als Chefcoach nach der Saison zu beenden, kritisierte die Aufarbeitung des Anzugskandals dagegen deutlich. "Wir hätten uns etwas anderes erwartet. Vor allem sind gewisse Dinge gar nicht auf den Tisch gekommen. Es ist eher ernüchternd", sagte der Österreicher.
Die WM in Trondheim sei "ein wildes Erlebnis" gewesen, das "ich als Trainer so noch nie gehabt habe. Man hat versucht, die Dinge aufzuarbeiten. Es ist zum Teil gelungen, aber nur zum Teil. Alle Dinge sind nicht ganz aufgearbeitet worden. Wir sind jetzt nicht wahnsinnig zufrieden mit den Beschlüssen."
Ob das Skispringen durch den Skandal einen Imageschaden erlitten hat, wollte Horngacher nicht beurteilen. "Ich hoffe nicht. Es hat für viel Aufsehen gesorgt, das ist natürlich nicht wahnsinnig positiv. Aber manchmal ist auch eine negative Werbung eine gute Werbung. Wenn wir das wieder in den Griff kriegen, was ich aktuell sehe, dann sind wir auf einem guten Weg im Skispringen", sagte er.
(mit SID)
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Horngacher über seinen Abschied: "Es war immer klar, dass ..."

Quelle: Eurosport


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