Vierschanzentournee: Granerud verpokert Podestplatz in Bischofshofen

Das Pokerspiel von Halvor Egner Granerud und seinem Coach Alexander Stöckl ging in Bischofshofen nicht auf: Um den Rückstand von 20,6 Punkten auf den Polen Kamil Stoch in der Vierschanzentourneewertung noch aufzuholen, entschlossen sich Trainer und Athlet, im ersten Durchgang in Bischofshofen mit einer Luke weniger Anlauf abzufahren. Doch am Ende verfehlte der Norweger sogar das Podium.

Halvor Egner Granerud

Fotocredit: Getty Images

134 Meter brauchte der Gesamtweltcupführende, um bei der freiwilligen Verkürzung des Anlaufs Bonuspunkte zu kassieren. Bei 133 Metern landete er. Zu wenig.
In der Endabrechnung der Tournee blieb Granerud durch die fehlenden Punkte nicht nur hinter Stoch und dessen Landsmann Dawid Kubacki zurück, sondern musste auch noch Karl Geiger vorbeiziehen lassen.
Sowohl Stöckl als auch Granerud waren sich des Risikos bewusst. "Ich habe es gestern mit Halvor besprochen, dass er die Anlaufverkürzung probieren will. Aber leider hat er keinen perfekten Sprung gemacht. Wenn wir nicht runtergegangen wären, hätte es auch nicht gereicht", sagte der Coach am Eurosport-Mikrofon.
Er ergänzte: "Dann wäre er vielleicht auf dem Podium gelandet. Aber er hat gesagt, dass er Platz zwei oder drei gegen die Chance auf den Sieg eintauschen will."
Dass das Risiko aufgehen kann, bewiesen Stöckl und Granerud beim Teamfliegen der Skiflug-WM in Planica. Damals verkürzte der Coach für seinen Schützling im Finaldurchgang gleich um zwei Luken, was sich als mitentscheidend für den Triumph der Norweger vor Deutschland erwies.

Schmitt: Granerud hat Energie liegengelassen

Von einem derartigen Traumflug war Granerud allerdings diesmal weit entfernt. Der Grund dafür sei auch im mentalen Bereich zu suchen gewesen, analysierte Eurosport-Experte Martin Schmitt.
"Gestern ist er bei ähnlichen Bedingungen zehn Meter weiter gesprungen. Ich glaube, dass ihn die Tournee mental viel Kraft gekostet hat", sagte Schmitt. "Ich denke, dass er bei seinem Ausbruch in Innsbruck auch Energie liegengelassen hat. Das wäre Kamil Stoch eher nicht passiert."
Granerud hatte nach einem aus seiner Sicht misslungenen Weltcupspringen am Bergisel in Innsbruck über die Witterungsbedingungen geschimpft und das Windglück von Stoch angeprangert.
picture

"Topmarke gesetzt": Geiger überragend in Bischofshofen

Quelle: Eurosport

picture

"Bist du deppert?" Drama um Eisenbichler

Quelle: Eurosport

Mehr als 3 Mio. Sportfans nutzen bereits die App
Bleiben Sie auf dem Laufenden mit den aktuellsten News und Live-Ergebnissen
Download
Diesen Artikel teilen
Werbung
Werbung