Halvor Egner Granerud hat wie Karl Geiger mit einem schwachen ersten Sprung beim Bergiselspringen in Innsbruck wohl alle Chancen auf einen Triumph bei der Vierschanzentournee eingebüßt. Mit einem Hüpfer auf nur 116,5 Meter verlor der Gesamtweltcup-Dominator seine Tourneeführung an Innsbruck-Sieger Kamil Stoch.
Zwar verbesserte sich Granerud im zweiten Durchgang mit einer Weite von 127,5 Metern fast analog zu Geiger noch von Platz 29 auf 15, vor dem abschließenden Tourneespringen in Bischofshofen (Qualifikation im Liveticker) beträgt der Rückstand auf Stoch aber nun 20,6 Punkte. Dawid Kubacki liegt 5,4 Zähler vor ihm auf Rang zwei.
Nach dem Bergiselspringen ließ Granerud in einem Interview mit dem heimischen TV-Sender "TV2" seinen Frust freien Lauf. "Es nervt mich furchtbar, Kamil Stoch wieder siegen zu sehen", sagte der 24-Jährige, dessen Charakter in Norwegen durchaus als schwierig gilt.
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"Ich habe das Gefühl, dass die Bedingungen die ganze Tournee für die Polen günstig waren", beklagte er sich zudem. Gemeint waren damit wohl vor allem die Windbedingungen.

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Granderud stichelt gegen "instabilen" Stoch

Auf Nachfrage, ob die Polen mehr Glück als er hätten, sagte er noch: "Sie hatten definitiv mehr Glück als ich, aber heute hatten sie auch mehr Glück als Geiger."
Stoch sei außerdem instabil, stichelte Granerud weiter, behauptete: "Er springt nicht so gut, aber er hat gute Ergebnisse."

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Granderud entschuldigt sich öffentlich

Aussagen, die ihm offenbar nach dem Springen um die Ohren folgen. Erst entschuldigte sich Granerud bei Twitter und bezeichnete Stoch darin als "einen der Größten aller Zeiten", später nahm er sogar noch eine Videobotschaft auf, die zunächst von "skijumping.pl" veröffentlicht wurde.
Darin sprach er Stoch direkt an. "Ich möchte mich für meine heutigen Aussagen entschuldigen", meinte er: "Ich wollte nichts Schlechtes über deine Sprünge sagen. Es war einfach ein harter Tag und ich verärgert über mein eigenes Ergebnis. Auf dieser Schanze habe ich immer Pech", so Granerud.
Zudem gab er selbstkritisch an, dass er keine Interviews mehr geben sollte, "wenn ich wütend bin". Stoch bezeichnete er zum Schluss sogar als Idol: "Ich versuche so zu springen wie er."
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