Nachdem "König Kamil" am tückischen Bergisel den Grundstein zu seinem dritten Triumph bei der Vierschanzentournee gelegt hatte, war ganz Polen in Feierlaune. "Skispringen als Heilmittel gegen alles Böse", titelte der polnische Boulevard nach dem unverhofften Sieg von Nationalheld Stoch in Innsbruck euphorisch.
"Draußen ist es grau und traurig, aber schalten Sie einfach Skispringen im Fernsehen ein, und es ist wunderschön", schwärmte die Tageszeitung Fakt. Verständlich, nachdem Kamil Stoch und Titelverteidiger Dawid Kubacki die Patzer der Konkurrenz eiskalt ausgenutzt hatten und dadurch den vierten polnischen Tourneesieg innerhalb der letzten fünf Jahre vor Augen haben.
Der dreimalige Olympiasieger Stoch war genauso wie Kubacki zur Stelle, der norwegische Dominator Halvor Egner Granerud und die deutsche Tournee-Hoffnung Karl Geiger fabrizierten dagegen - im übertragenen Sinn - Bruchlandungen. Stoch überzeugte nach den turbulenten Tagen mit dem Beinahe-Corona-Ausschluss in Oberstdorf mit zwei Traumsprüngen auf seiner Lieblingsschanze in Innsbruck.
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"Ich fühle mich fantastisch", freute sich der 33-Jährige nach seinem 37. Weltcupsieg. Stoch führt nun klar vor Kubacki, umgerechnet 8,5 Meter. Granerud (+11,5 m) und Geiger (+13,5) sind fast aussichtslos zurück.
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Bischofshofen: Stoch vor seinem dritten Gesamtsieg

Eine klare Angelegenheit, zumindest für Bundestrainer Stefan Horngacher. "Ich kann mir nicht vorstellen, dass sich ein Kamil Stoch das jetzt noch nehmen lässt", sagte der Österreicher über seinen ehemaligen Schützling.
Zwischen 2016 und 2019 hatte Horngacher das polnische Team trainiert - und damit den Grundstein für den derzeitigen Erfolg gelegt? "Ich habe ihnen wahrscheinlich schon viel Know-How hinterlassen und gezeigt, wie man es machen kann", sagte er mit einem Lächeln.
Horngacher hatte Stoch zu den größten Erfolgen geführt, unter anderem zum "Grand Slam" bei der Tournee 2018. "Sein Körper ist hundertprozentig für das Skispringen gebaut, der perfekte Skispringer", schwärmte Horngacher, der dem zweimaligen Gesamtweltcupsieger höchste Professionalität zusprach.

Kamil Stoch beim Flug in Innsbruck

Fotocredit: Getty Images

Bischofshofen: Geiger glaubt nicht mehr an Tourneesieg

Stoch sei "in erster Linie ein hundertprozentiger Profi", der alles dem Sport unterordne, "selbst sein Privatleben", sagte Horngacher über den glühenden Fan des FC Liverpool.
Beim abschließenden Dreikönigsspringen am Mittwoch (ab 16.45 Uhr im Eurosport Liveticker) ist bereits alles für die nächste große Party angerichtet. "Es müsste schon viel passieren, dass man die Polen noch abfangen kann", sagte Geiger.
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Und auch Horngacher sieht Stoch wieder mit dem Goldenen Adler jubeln. "In Bischofshofen gefällt's ihm normalerweise, auch dem Kubacki", sagte er über die beiden Favoriten: "Kamil hat gezeigt, dass er der Chef im Ring ist."
Die Vierschanzentournee 2020/21: Alle Springen - Qualifikation und Wettkampf - in Oberstdorf (28.12./29.12.), Garmisch-Partenkirchen (31.12./1.1.), Innsbruck (2.1./3.1.) und Bischofshofen (5.1./6.1.) LIVE im Free-TV bei Eurosport 1 und bei Eurosport auf Joyn!
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(SID)

Der Spielfilm vom Bergisel: Drama um Geiger und Granerud

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